Schlagwort: Indie Rock

Citizen

Citizen – Calling The Dogs

Was jahrelang und über mehreren Alben unter der Oberfläche brodelte, wird nun endlich nach vorne geholt: Citizen üben sich in Selbstreflexion und haben eine überaus persönliche Platte aufgenommen, die sich mit dem Innersten befasst, mit einer schweren Vergangenheit und nicht immer ganz einfachen Gegenwart. Zudem wurde das US-Trio zum Quartett, nachdem die langjährigen Tour-Musiker Mason Mercer (Gitarre) und Ben Russin (Schlagzeug) nicht nur fix ins Line-up integriert wurden, sondern sich auch gleich kreativ einbringen durften. Entsprechend vielschichtig und abwechslungsreich gibt sich „Calling The Dogs“.

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Tape Trash

Tape Trash – Tape Trash 4-Ever

Zwei Norweger sorgen für ein gewaltiges Indie-Halleluja: Tape Trash sind aktuell noch ein absoluter Geheimtipp. Mitglieder so illustrer Helden wie Team Me, Ludvig Moon und Spielbergs machen in Duo-Besetzung ordentlich Lärm mit Hooks am laufenden Band. Im Laufe eines Jahres veröffentlichten sie mehr oder minder alles, was sie gerade geschrieben hatten, und so entstanden zwei EPs mit mehreren kleinen Hits, die nicht nur das nordische Radio eroberten. Auf ihrem ersten Album kommen diese nun mit ein paar neuen Nummern zusammen: „Tape Trash 4-Ever“ setzt auf dicke Melodien, punkigen Gaze und kantige Gitarren, von denen man nicht so schnell loskommt.

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Bleach Lab

Bleach Lab – Lost In A Rush Of Emptiness

Über mehrere bezaubernde Singles und EPs hinweg etablierten sich Bleach Lab als Institution für feinsinnige Indie-Klänge mit unterschwelliger Melancholie. Das britische Quartett bringt die Erfahrungen aller Mitglieder ein, von Verlustängsten über das Ende von Beziehungen bis hin zu tatsächlichen Todesfällen. Katharsis soll jedoch ausbleiben, stattdessen versucht man den Kopf über Wasser zu halten, während das Leben alles durcheinanderwirbelt. Dieses Gefühl findet sich auf „Lost In A Rush Of Emptiness“, das erste Album der Band, die damit das Gefühl beim Hören furchtbarer Nachrichten beschreibt.

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JOHN

JOHN – A Life Diagrammatic

Über so etwas wie die vermeintliche Einengung des Duo-Line-ups verschwenden John Newton und Johnny Healey keinerlei Gedanken. Als Duo JOHN klingen sie groß und mächtig, schmeißen zugleich jedoch alles über Bord, was musikalisch und kreativ keinen Sinn macht. Vor zwei Jahren entdecken sie auf „Nocturnal Manoeuvres“ die Möglichkeit für sich, noisige Schroffheit mehr und mehr gegen Soundscapes und Atmosphäre einzutauschen. Beide Welten existieren nun betont unharmonisch nebeneinander, irgendwo zwischen Post Punk, Post-Hardcore und grantig-industriellen Dystopien. „A Life Diagrammatic“ kniet sich noch tiefer in den wüsten Morast.

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The Holy Ghost

The Holy Ghost – Ignore Alien Orders

Ohne Musik geht es nicht, das musste Jens Åker im dritten Pandemiejahr feststellen, und begann sich wieder Material seiner Band The Holy Ghost zu widmen. Bloß war das Line-up zerfallen, und so nahm er fast alles – Rückkehrer Thomas Hedblom kümmerte sich um den Bass – in Eigenregie auf. Das Comeback, das erste Album seit fünf Jahren, war bereit. Mit einem neuen Deal bei Lövely Records und neuen Mitstreitern (Entombed-Gitarrist Uffe Cederlund an der Gitarre, Niklas Korssell von New Rose am Schlagzeug) erhält der kantige, noisige und zugleich poppige Alternative-Sound nun seine verdiente Bühne. „Ignore Alien Orders“ langt beherzt zu.

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Coach Party

Coach Party – Killjoy

Die kleine, aber definitiv feine Musikszene der Isle of Wight bringt neue Held*innen hervor. Wobei, so ganz ’neu‘ sind Coach Party keinesfalls, erschien ihre erste Single doch bereits 2019. Nach weiteren Tracks und insgesamt drei EPs wagt sich das Quartett nun ans erste komplette Album, das zugleich ihre bislang härtesten Songs beinhalten sollen. Irgendwie zwischen Indie-, Alternative-, Punk-, Rock- und Power-Pop-Gefilden verhaftet, verausgabt sich „Killjoy“ in einer knappen halben Stunde und rechnet dabei mit den ärgerlichen, unangenehmen Gewohnheiten sowie den richtig miesen Seiten ihrer Mitmenschen ab.

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Slowdive

Slowdive – everything is alive

Die Mühlen mögen langsam mahlen, doch schwimmen Slowdive seit ihrem Comeback obenauf. Ihr erstes Album nach der Reunion wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert, ihre Konzerte zum berauschend gemächlichen Fest, und so ging es dieses Jahr sogar erstmals auf die Glastonbury-Bühne. Im Lauf der letzten drei Jahre entstand zudem eine neue Platte unter schwierigen Voraussetzungen, wie räumlicher Distanz sowie Todesfällen in der Familie. Was ursprünglich als minimalistisches elektronisches Album angedacht war, erhielt letztlich doch den typischen Slowdive-Anstrich. „everything is alive“ klingt im besten Sinne anders und doch vertraut.

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Hey Colossus

Hey Colossus – In Blood

In einer Zeit der Unsicherheit, als die so wichtigen Konzertmöglichkeiten wegfielen, nahmen sich Hey Colossus alle Freiheiten für ihr bereits 14. Studioalbum, noch dazu zum 20. Geburtstag. Die Pause zwischen zwei Platten war bei den Noise-Veteranen noch nie so lang, zudem öffnete man – an die Desert Sessions angelehnt – alten und neuen Wegbegleitern Tür und Tor, um sich musikalisch einzubringen. Daraus entstand ein neues Line-up sowie massig Musik. Ursprünglich als zweites Doppelalbum in Folge angedacht, komprimierten die Briten „In Blood“ letztlich doch auf 40 kompakte Minuten, die zugleich so eingängig wie lange nicht rüberkommen.

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Spanish Love Songs

Spanish Love Songs – No Joy

Es ist Zeit für Veränderung: Auf „Brave Faces Everyone“ konsolidierten sich Spanish Love Songs auf hohem Niveau. Nun soll ihr Sound eine verdiente Frischzellenkur erhalten. Emo und Indie bleiben zentrale Bausteine, punkige Ausreißer rücken nun allerdings in den Hintergrund und werden durch Wave sowie Alternative ersetzt. Bedeutungsschwangere Schwere und ein etwas anderer Ansatz, um die eigene Emotionalität kathartisch umzuwandeln, begleiten „No Joy“, das laut Frontmann Dylan Slocum den eigenen musikalischen Vorstellungen näher denn je kommt.

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Madsen

Madsen – Hollywood

Man merkte es kaum, da immer wieder Material erschien – der überraschende Punk-Nackenschlag „Na gut dann nicht“ sowie Sebastian Madsens souliges Solo-Debüt – doch tatsächlich arbeiteten Madsen stolze fünf Jahre an ihrem neuesten Streich. Eine Zeit voller Ideen und Unterbrechungen, spannender Studiozeit und der Gründung eines eigenen Labels. „Hollywood“ besinnt sich auf die besten Qualitäten der vier Wendländer, rockt selbstbewusst und empathisch, legt Gefühlswelten offen und nimmt sich im richtigen Moment kein Blatt vor den Mund.

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