Schlagwort: Indie Rock

Sperling

Sperling – Menschen wie mir verzeiht man die Welt oder hasst sie

Es war eine mittlerweile Sensation, als „Zweifel“ vor gut drei Jahren zur Landung ansetzte. Die Mischung aus Rap, Indie und Post-Hardcore rannte offene Türen ein, Sperling durften fortan fleißig touren, nebst Headliner-Gigs zudem Support-Slots für Being As An Ocean und Marathonmann. Mittlerweile als Quartett unterwegs, trieben persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen die Arbeiten an einem Nachfolger an, die Sänger Jojo sogar zum Umzug aus seiner Heimatstadt im Hunsrück führte. Die krachende musikalische Mischung blieb jedoch, ebenso die gefühlvollen wie präzise unbequemen Texte. „Menschen wie mir verzeiht man die Welt oder hasst sie“ nimmt den albumtitularen Mund voll und lang beherzt zu.

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The Terrys

The Terrys – Skate Pop

Platz 17 in den australischen Charts für eine in Eigenregie gebastelte und veröffentlichte Platte: The Terrys gelang mit ihrem Einstand „True Colour“ im Oktober 2022 ein absoluter Volltreffer, der nicht nur Indie-Herzen eroberte und mit seinem abwechslungsreichen, vielschichtigen Sound offene Türen einrannte. Das Quintett aus Gerringong in New South Wales bemüht sich um positive Einstellung, selbst wenn das Leben gerade nicht so freundlich scheint, und lässt sich nun ebenfalls als Pop-Formation bezeichnen, zumindest in gewissen Momenten. „Skate Pop“ denkt exakt jenes Konzept souverän weiter und meistert das vermeintlich schwere zweite Album locker.

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Meltheads

Meltheads – Decent Sex

Einer der heißesten Live-Acts Belgiens bündelt seine geballte Wucht endlich auf Platte. Meltheads legen seit einigen Jahren diverse Benelux-Bühnen mit ihrem wilden Mix aus Garage Punk, Indie, Post Punk und Rock’n’Roll in Schutt und Asche, ihre bisherigen Singles hallen immer noch nach. Nach einer Support-Tour für dEUS, die sie unter anderem nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien brachte, startet nun die nächste große Offensive. „Decent Sex“ ist ihr Einstand auf Albumlänge, der es tatsächlich schafft, die rebellische, abgedrehte Energie ihrer Shows standesgemäß festzuhalten.

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J Mascis

J Mascis – What Do We Do Now

Ja, es hat wieder etwas länger gedauert. Ja, das Warten hat sich gelohnt. Mehr als fünf Jahre zwischen zwei Alben wirken auf den ersten Blick mehr als ordentlich. Bedenkt man allerdings, wie beschäftigt J Mascis eigentlich ist, sogar abseits von Dinosaur Jr., passt das absolut. Mit den Arbeiten an seinem neuesten Solo-Streich begann er, als die Pandemie in ihren finalen Zügen lag, widmete sich vermehrt elektrischen Leads und spielte noch mehr Schlagzeug als zuvor. Wie von selbst entwickelte sich „What Do We Do Now“ zur Bandplatte, ohne eine Band im Hintergrund zu wissen – klingt seltsam, weiß aber von vorne bis hinten zu unterhalten.

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Office Dog

Office Dog – Spiel

Nach mehreren Jahren als Solokünstler beschloss Kane Strang, von seiner Heimatstadt Dunedin nach Auckland zu ziehen und suchte nach einem musikalisch gemeinschaftlicheren Ansatz. Mit Drummer Mitchell Innes und Bassist Rassani Tolovaa, die beide in der Vergangenheit bereits in Strangs Solo-Band spielten, gründete er Ende 2021 Office Dog. Ihr Sound – eine Mischung aus Alternative, Indie und Shoegaze – rannte nicht nur in der neuseeländischen Heimat offene Türen. Das dort sowie in Australien bereits im September erschienene „Spiel“ schafft nun endlich den Weg in hiesige Gefilde.

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The Vaccines

The Vaccines – Pick-Up Full Of Pink Carnations

Gevatter Rock haben sie bereits vor gut 13 Jahren gerettet, alles andere ist jetzt Zugabe: The Vaccines melden sich einmal mehr zurück. Mittlerweile zum Quartett geschrumpft, muss die Band erstmals ohne Gitarrist und Gründungsmitglied Freddie Cowan auskommen, der bis auf Weiteres von Bord gegangen ist, jedoch auf ein Comeback in der fernen Zukunft hofft. Zumindest oberflächlich scheint man unbeeindruckt geblieben zu sein und legt zehn neue Tracks vor, die dem zuletzt überaus poppigen Kurs wieder mehr Gitarren zur Seite stellen. „Pick-Up Full Of Pink Carnations“, inspiriert von Mishead Lyrics des Don McLean-Klassikers „American Pie“, befasst sich mit Versöhnung, Verlust und Dankbarkeit.

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There Will Be Fireworks

There Will Be Fireworks – Summer Moon

Klar, absence makes the heart grow fonder, aber hätten es wirklich gleich zehn Jahre sein müssen? So lange ist das letzte Album von There Will Be Fireworks her. Das schottische Quintett, echte Magier gefühlvoller Indie-Musik, begann zwar bereits 2016 mit dem Songwriting, doch sollten sich die Arbeiten gewaltig ziehen, wurden teils in räumlicher Distanz durchgeführt. Dafür setzt es nun gleich 13 Songs in satten 54 Minuten. Geht das als value for money durch? „Summer Moon“ bejaht das kräftig und liefert kurz vor Toresschluss ein kräftiges Argument für das Album des Jahres ab.

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POM

POM – We Were Girls Together

Ein weiterer Geheimtipp, gefühlt seit Jahren ‚auf dem Sprung‘, schwimmt sich aktuell endlich frei: POM landeten mit ersten Kleinformaten absolute Volltreffer, supporteten unter anderem White Lies und Surf Curse, nahmen in der Vergangenheit fleißig Gigs mit. Nun wandert ihr Sound, den sie ‚Fuzzpop‘ – poppiger bis punkiger Indie Rock aus Garage – nennen, endlich auf auf ein komplettes Album. „We Were Girls Together“ versteht sich als Coming-of-Age-Werk, das eine insgesamt positive Reise mit offenen Ende beschreibt, wiewohl die Schattenseiten keinesfalls verschwiegen werden.

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Losing Sleep

Losing Sleep – Head In The Clouds

Karlsruhe ist nicht nur Heimat erstklassiger Radiomoderatoren und zweitklassiger Fußballteams, sondern auch der Stomping Ground der 2018 gegründeten Losing Sleep. Das Quartett versteht sich auf sehnsüchtigen Indie Rock mit Gaze-Elementen, der unter anderem Themen wie Liebe und Verlust verarbeitet. Exakt das passiert auch auf der neuesten EP: „Head In The Clouds“ beschreibt das Gefühl, in einer Dauerschleife zwischen Traum und Wirklichkeit festzuhängen, sich der zehrenden Vergangenheit zu stellen und Weg in Richtung Selbstreflexion einzuschlagen.

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Amaunet

Amaunet – Home

Aus der Zeit gefallen oder einfach ’nur‘ 20+ Jahre zu spät dran? Darüber kann man wunderbar streiten, während man Amaunet lauscht. Das schwedische Quintett schlägt die Brücke zwischen dem Britpop der 90er und dem stylischen Indie Rock der frühen 2000er um The Strokes und Kings Of Leon. Damit tritt man natürlich in große Fußstapfen, findet jedoch zugleich einen angenehm eigenen wie eigenwilligen Ansatz. Nach zwei in Eigenregie erschienenen Alben sind Amaunet nun bei Lövely Records gelandet, die dem rohen und zugleich verspielten „Home“ die perfekte Heimat bieten.

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