Schlagwort: Indie Rock

Metz

Metz – Up On Gravity Hill

Es hat sich angekündigt, im besten Sinne: Bereits auf „Atlas Vending“ wagten Metz zumindest kleine Zugeständnisse hinsichtlich Eingängigkeit, ohne dabei auf ihren räudigen, angepunkten Noise-Sound zu verzichten. Davon wollen sich die drei Kanadier auch keinesfalls entfernen, zeigen sich nun aber deutlich breiter aufgestellt, fast schon ‚erwachsener‘, um dieses böse Wort zu verwenden. Dass hier Alex Edkins‘ Erfahrungen mit seinem poppigeren Soloprojekt Weird Nightmare sowie den diversen Arbeiten an Soundtracks zumindest eine gewisse Rolle spielen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Und doch ist „Up On Gravity Hill“ ein vielschichtiges, persönliches und gewohnt kaputtes Bandalbum geworden.

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Kettcar

Kettcar – Gute Laune ungerecht verteilt

Als Kettcar im Herbst 2017 „Ich vs. Wir“ veröffentlichten, war die Welt eine ganz andere. Seither wurde das gesellschaftliche und politische Klima um Welten hässlicher und unwirtlicher, letztlich nur die Spitze eines stetig schmelzenden Eisbergs. Etwas Hoffnung wäre jetzt sicher nicht verkehrt, wobei das nun mehr sechste Album der Hamburger gerne mal hinterfragt, wie viel Platz heute noch dafür bleibt. Der Blick auf „Gute Laune ungerecht verteilt“ geht nach innen und nach außen, überrascht mit den vielleicht härtesten Momenten im Schaffen des Quintetts und schafft es abermals, schwierige und unbequeme Dinge präzise und doch gewitzt beim Namen zu nennen.

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The Black Keys

The Black Keys – Ohio Players

Verderben zu viele Köche tatsächlich den sprichwörtlichen Brei? The Black Keys halten von dieser These herzlich wenig und öffnen ihren Songwriting-Prozess einfach mal ganz weit. Für ihr nunmehr zwölftes Studioalbum konnten Dan Auerbach und Patrick Carney einiges an Prominenz gewinnen. Beck schrieb an sieben der 14 neuen Tracks mit, Noel Gallagher und Dan The Automator mischten mit, ebenso Meister-Produzent Greg Kurstin (Foo Fighters, Adele), Leon Michels von Auerbachs Zweiband The Arcs sowie die beiden Memphis-Rap-Meister Juicy J und Lil Noid. Dass „Ohio Players“ etwas anders und doch so unverwechselbar nach den beiden Masterminds klingt, dürfte kaum verwundern.

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Mount Kimbie

Mount Kimbie – The Sunset Violent

Mount Kimbie sind jetzt eine Band, und das bekommt ihnen verdammt gut. Drummer Marc Pell und Keyboarderin Andrea Balency-Béarn, die bereits 2016 als Live-Mitglieder zu Dominic Maker und Kai Campos stießen, sind nun fixe Teile des Quartetts, was dem Sound der gerne mal experimentell veranlagten Elektroniker gut bekam. Nicht nur das, auch Dauergast King Krule mischte wieder aktiv mit, arbeitete an verschiedenen Songs und tritt sogar in gleich zwei Tracks prominent auf. Gemeinsam entwickelte man „The Sunset Violent“ zu einer breit aufgestellten Platte, die mehr denn je mit den Erwartungen an diese Formation bricht.

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Hi! Spencer

Hi! Spencer – oben

Manchmal reicht es, einfach nur den Blickwinkel zu ändern. Exakt das versuchen Hi! Spencer auf ihrem neuen Longplayer. Verharrten sie in ihren Songs bislang inhaltlich in ihrem Themenbereich, so dürfen und sollen sich diese jetzt entwickeln, Ausblicke und Lösungen aufzeigen, sich an einer anderen Sicht versuchen. Auch wenn es der Titel vermuten lässt, ist das Quintett mit diesem Ansatz nicht „oben“ angekommen, sondern münzt das Wörtchen auf den Versuch um, sich oben zu halten, Tatsachen zu akzeptieren, eine Herangehensweise für sich ändernde Umstände zu finden. Diese aktive thematische Bewegungsfreude schlägt sich im nicht minder bunten Sound dieser Platte nieder.

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Velcros

Velcros – Strange News From The Vault

Vergangenen Sommer tauchten Velcros aus dem gefühlten Nichts auf, um mit zeitlosem Sound frische Rock-Impulse zu setzen. Ihre erste EP „Spit Takes“ war ein Volltreffer, der mit wachsender Begeisterung Rock und Pop, Indie und Alternative, Punk und Garage mitnahm, daraus eine herrlich eigenwillige Mischung klöppelte. Mit etwas Verzögerung landet nun das damals angekündigte Album, insgesamt mit mächtiger 90s-Schlagseite versehen und doch alles andere als eine Zeitgeist-Kopie. „Strange News From The Vault“ serviert Hits in rauen Mengen.

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Pawn Painters

Pawn Painters – Pawn Painters 1

So schnell ihr Stern aufgegangen war, so schnell wäre er beinahe wieder verglüht. Pawn Painters fanden sich 2016 und erarbeiteten sich in kürzester Zeit einen guten Ruf als kompetente Liveband. Vier Jahre später sah die Situation schon ganz anders aus. Man suchte nach einem neuen Sound, experimentierte zunehmend und verrannte sich. Irgendwann macht es ‚Klick‘, „Pawn Painters 1“ war entstanden. Der rocklastige Sound in diesen 44 Minuten versucht bewusst viel, gibt sich ungeschönt und lässt das bayrische Quartett auf eine Rundreise durch verschiedenste ruppige bis kunstvolle Ideen gehen.

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Yard Act

Yard Act – Where’s My Utopia?

Mit einem kurzweiligen ersten Album, das sofort aus Post-Punk-Sphären auszubrechen versuchte, sorgten Yard Act vor zwei Jahren für Furore. Platz 2 in den britischen Album-Charts und eine Mercury-Prize-Nominierung für „The Overload“, zudem umjubelte Shows – das war schon mal nicht schlecht. Musikalisch möchte man allerdings tunlichst nicht auf der Stelle treten und lässt nun ganz offen die Liebe zu vielen anderen Klängen einfließen. Gemeinsam mit Remi Kabaka Jr. (Percussionist und Producer der Gorillaz) gebastelt, wagt „Where’s My Utopia?“ in so ziemlich jeder Hinsicht einen spannenden Sprung nach vorne.

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Another Sky

Another Sky – Beach Day

Es gibt Alben, auf die man ein ganzes Leben lang gewartet hat, ohne es zu wissen. Gefühlt nehmen Another Sky andauernd solche Musik auf. Das erste Full-Length-Werk versuchte den ungewöhnlichen Sound zwischen Alternative, Indie, Prog, Post und Shoegaze abzustecken, begleitet von einer der interessantesten Stimmen der Gegenwart. Weitere EPs davor und danach trieben die Entwicklung voran. „Beach Day“, der Nachfolger, entstand unter widrigsten Umständen, nachdem die Band ihr altes Studio verlor und mit einem schwerwiegenden Zwischenfall auf persönlicher Ebene zu kämpfen hatte.

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Edgär

Edgär – Edgär Is Dead

Vor zwei Jahren widmeten sie sich noch Geheimnissen, jetzt schreiben sie ihre eigene Todesanzeige: Das Duo Edgär aus dem nordfränzosischen Amiens um Antoine Brun und Ronan Mézière sorgte mit dem luftigen ersten Album, das handfesten Indie Rock mit sympathischem Alternative Pop kombinierte, bereits für verdiente Aufmerksamkeit. Support-Tourneen für Sting, Mika und Alice Cooper sowie mehr als sieben Millionen Streams waren der verdiente Lohn. Ihr neuer Streich heißt „Edgär Is Dead“, doch ist an ein Aufhören, einen Abschied offenkundig noch lange nicht zu denken.

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