Schlagwort: Krautrock

Salvage Art

Salvage Art – konform

Electro-Veteran Roger Van Lunteren, der seit den 1990ern fleißig Songs und Alben veröffentlicht, und Thomas Mersch von Kratzen machen als Salvage Art gemeinsame Sache. Auf ihrem Streifzug durch vergangene Jahrzehnte nehmen sie unter anderem Kraut-Weisheiten, New Wave und Synthie-Pop mit und befeuern damit eine nicht näher genannte Zukunft. Bei allem Bruch mit einigermaßen vermeintlichen Konventionen trägt „konform“ einen angenehm ironischen Titel, und doch macht das zweite Album der beiden Kölner im schönsten Sinne ernst.

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Papir

Papir – IX

Ja, sie können zählen, versprochen. Und doch scheinen Papir eine Nummer ausgelassen zu haben. „VIII“ oder „8“ wurde aber keinesfalls übersprungen, wie das Trio aus Kopenhagen zu Protokoll gibt, man sei bloß mit dem Ergebnis (noch) nicht zufrieden. Irgendwann wird diese Platte aber kommen, das ist fest versprochen. Somit steht nun „IX“ in den Startlöchern und macht exakt dort weiter, wo „7“ vor drei Jahren aufgehört hatte. Dürfen es vielleicht noch ein paar Nummern mehr sein? Nein? Gut, denn der mittlerweile vertraute Sound zwischen Krautrock, Psychedelia und Ambient verdient so und so volle Aufmerksamkeit.

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Kadavar

Kadavar – Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin

Ein halbes Jahr nach dem Befreiungsschlag folgt die erneute Kurskorrektur mit alten Mitteln und frischem Wind: Kadavar brauchten „I Just Want To Be A Sound“, um wieder zurück in die Spur zu finden, um sich von Altlasten zu befreien und die Sackgasse großzügig zu umgehen. Jascha Kreft von Odd Couple, der inzwischen fix ins Line-up integriert wurde, half dabei fleißig mit. Den Nachfolger sehen sie als Negativ dieser Platte, selbst von einer Art zweitem Debütalbum ist die Rede. Es ging zurück zu fuzzigen Ideen, zu psychedelischem Space-Wahnsinn und zur analogen Bandmaschine, ohne jedoch die eigene Entwicklung der letzten Jahre zu ignorieren. „Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“, kurz „K.A.D.A.V.A.R.“, versteht sich als klassische Rockplatte.

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Aua

Aua – Painkiller No. 2

Es tut immer noch (etwas) weh: Vor etwa einem Jahr wagten sich Aua noch weiter in synthetische, elektronische Gefilde vor und trieben ihre krautige Entfremdung gen Spitze. „Painkiller No. 1“ zeigte das Duo von einer spannenden, erfrischenden und gerne mal mystischen Seite. Damit ist allerdings noch lange nicht alles gesagt, wie sich nun zeigt, denn im Zuge der dazugehörigen Sessions entstanden weitere Tracks, die es nicht auf das fertige Album, den Abschluss einer Trilogie, geschafft haben. Fabian Bremer und Henrik Eichmann legen frischen Stoff in Form der EP „Painkiller No. 2“ nach und erweitern den Klangkosmos ihrer jüngsten Platte ein wenig.

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Packaging

Packaging – Packaging

Daniel „Connor“ Birch (Flaural) und Daniel Lyon (Spirit Award) lernen sich 2016 auf Tour kennen. Aus der anfänglichen Freundschaft entstand schnell der Drang, musikalische Ideen auszutauschen – bei Nacht, unabhängig von etwaigen geographischen Grenzen. So ging es wiederholt zwischen Denver und Seattle, den Homebases, hin und her, während beim Ausloten eigener Grenzen Songs entstanden und aufgenommen wurden. Das Ergebnis heißt Packaging und wandelt bodenständig durch Träume, analog und digital zugleich. Ihr erstes Album hört auf denselben Namen und kreiert binnen kürzester Zeit einen hochspannenden musikalischen Mikrokosmos.

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Kombynat Robotron

Kombynat Robotron – AANK

Binnen kürzester Zeit etablierten sich Kombynat Robotron als Geheimtipp für ellenlange, krautig-psychedelische Meditationen rein instrumentaler Art – verklärt, verspielt, getrieben und immer für die eine oder andere Überraschung gut. Die größte Überraschung setzt es aber jetzt: Das Trio aus Kiel kann auch singen. Und songdienlich arbeiten. Mit „AANK“ bricht die Band aus vermeintlichen, wenngleich sehr locker definierten Mustern aus und steuert neue Ufer an. Ob dieser mutige, gerne mal lärmende und auf andere Weise herausfordernde Schritt gelingt?

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Goblyns

Goblyns – Three Sisters

Die Reise um die Welt geht weiter: Nur 13 Monate nach „Hunki Bobo“ kehren Goblyns mit ihrem zweiten Album zurück. Und das bewegt sich in durchaus vertrautem Fahrwasser, ohne jedoch auf der Stelle zu treten. Ihr hypnotisierender, globalisierter Sound mag es krautig und psychedelisch, spielt mit Funk, mit Zamrock, mit Dream-Pop und so vielen weiteren Ideen. „Three Sisters“ setzt den Weg fort, bleibt zwar weitestgehend rein instrumental, lässt nun aber erstmals gelegentlich Vocals Einzug halten, die tatsächlich richtig gut dazupassen.

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YASS

YASS – Feel Safe

Noise im krautigen Doppel, nominell ohne beachtenswerte Hinterteile: Hinter YASS stecken Markus Brengartner und Frank Otto, die mit verschiedenen Bands seit den späten 90ern weltweit touren, in dieser Duo-Besetzung seit 2012 jedoch hypnotisierenden Lärm mit Hooks fabrizieren. Krautrock, Noise Rock und Post Punk sowie eine Fülle an Samplern, Loops, Plugins und Vocal-Effekten begleiten den eigentümlichen wie hochgradig faszinierenden klanglichen Mikrokosmos. „Feel Safe“ beschreibt die hochgradig aufregende nächste Evolution des eigenen Klanguniversums.

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Disso!ver

Disso!ver – Die völlige Abwesenheit von Punk

Jahrelange Arbeit, ein neuer Moog und ganz viel Herzblut für die Überschreitung musikalischer Grenzen: Zwischen 2020 und 2024 und somit teilweise bereits vor dem Release von „Lagerkoller“ arbeitete Roman Biewer mit neuem Synthesizer an neuer Musik. Als Disso!ver ist er gerne krautig unterwegs, blickt dabei aber ebenso über den Tellerrand und lotete in stundenlangen Sessions jede Nuance seiner Instrumente und Aufnahmegeräte aus. Über mehrere Jahre hinweg entstanden daraus Skizzen, die wiederum zu Songs verarbeitet wurden. „Die völlige Abwesenheit von Punk“ lässt den eigenen Sound mit Gusto weiter anschwellen.

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ZAHN

ZAHN – Seite E

Sind 80 Minuten Musik etwa nicht genug? Mit ihrem Mammutalbum „Adria“ sorgten ZAHN Ende 2023 verdientermaßen für Aufsehen. Auf rein instrumentale Weise beleuchteten sie Urlaubsbanalitäten und ließen den Sound weiter anwachsen, krautiger und experimenteller erscheinen. Tatsächlich besitzt das Trio wohl noch Reserven und reizt diese nun genussvoll aus. „Seite E“ besteht aus drei Songs, die nach eigenen Angaben zu gut sind, um einfach so unter den Tisch zu fallen, die das Konzept weiter beleuchten und es dennoch schaffen, gekonnt und bestimmt auf eigenen Füßen zu stehen.

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