Schlagwort: Krautrock

Companion Songs

Companion Songs – The Time We Hold

Gemeinsam (musikalisch) aufgewachsen, inzwischen wieder eng verbunden: Marco Mlynek und Max Andrzejewski kennen sich seit ihrer Jugend, spielten zusammen in ersten Bands, bevor sich erst einmal die kreativen Wege trennten. Während der Pandemie entstand letztlich Companion Songs, von Mlyneks ersten Skizzen bis hin zur Umsetzung mit Jazz-Drummer Andrzejewski. Zwei Releases gingen in allerlei Richtungen, bewegten sich aber noch in (überwiegend) instrumentalen Gefilden. „The Time We Hold“ nennen sie ihr ‚erstes komplettes Song-Album‘, jetzt mit mehr Fokus auf Gesang und Mut zu neuen Ideen.

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Fomies

Fomies – Liminality

Die überaus fleißigen Fomies melden sich nach eineinhalb Jahren schon wieder mit einer neuen Platte zurück und lassen doch keinerlei Verschleißerscheinungen aufkommen. Mit ihrem wütenden und doch verklärten Sound entführen die Schweizer Psych und Kraut regelmäßig in lärmende, verplante, aber auch angenehm bekömmliche Gefilde, von fuzzigen Gitarren und Lautmalerei begleitet. Exakt jene intensive und doch introspektive Mischung kommt auf „Liminality“ erneut durch und widmet sich einer Phase der Transformation und Erneuerung, der Reise ins Neue und Unbekannte, in zwölf packenden Kapiteln.

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Odd Couple

Odd Couple – Rush-Hour des Lebens

Von den Köpfen und den Festplatten über den Datenstrom bis zur finalen Platte, so gestalteten sich die letzten vier Jahren bei Odd Couple, die nach einer Möglichkeit suchten, ihren weiterhin angenehm schrägen Sound zu konkretisieren. Berlin trifft Dada, Garage Rock trifft Kraut, verträumter Fuzz-Pop kollidiert mit Psychedelia, Sein ringt mit Schein – für Jascha Kreft und Tammo Dehn ein Versuch, den Flickenteppich nach der erzwungenen Ausbremsung zusammenzustückeln. „Rush-Hour des Lebens“ ließ sich erzwungenermaßen viel Zeit und schafft es trotzdem, bei aller Vielschichtigkeit stets fest im Hier und Jetzt verankert zu bleiben.

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Motorpsycho

Motorpsycho – Motorpsycho

Nein, so etwas wie Stillstand gab und gibt es bei Motorpsycho eigentlich nicht. Nach geraumer Zeit ist man wieder in Kernduoaufstellung um die beiden Gründungsmitglieder Bent Sæther und Hans Magnus Ryan unterwegs. Drummer Thomas Järmyr stieg vor zwei Jahren aus, zudem ließ man das ursprünglich für die eigenen Releases gegründete Label Stickman hinter sich und steht nun wieder auf anderen, doch wieder eigenen Beinen. Beim Nachfolger zweier pandemischer Alben kehren die Norweger zurück zu ihren Stärken und widmen sich ausufernder, progressiver, epischer Kunst der zermürbenden und anspruchsvollen Sorte. Über 35 Jahre nach der Gründung erscheint tatsächlich das erste schlicht „Motorpsycho“ betitelte Werk.

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Tocotronic

Tocotronic – Golden Years

Bricht tatsächlich ein goldenes Zeitalter an? Im Fall von Tocotronic ist selbstverständlich nichts so, wie es zunächst scheint, und das beginnt bereits beim Titel ihres 14. Studioalbums, exakt 30 Jahre nach dem Einstand. Zudem ist man erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder als Trio in Originalbesetzung unterwegs, nachdem sich Rick McPhail, der an der aktuellen Platte noch mitwirkte, eine Auszeit auf unbestimmte Zeit nahm. „Golden Years“ bemüht eine Zweideutigkeit, die sich durch weite Teile eines Albums voller Gegensätze zieht, die in ihrer Zweigleisigkeit durch kreative Rückgriffe nach vorne blickt.

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Zement

Zement – Passagen

Die Reise durch Raum, Zeit, Länder, Sphären und Genres geht in die nächste Runde: Zement halten so und so herzlich wenig von Scheuklappen und Grenzen, die zollfrei gesprengt werden. Das Duo aus Franken intensiviert seine überwiegend instrumentalen Exkurse von Album zu Album, sucht immer neue Welten auf, gibt sich elektronisch, krautig, psychedelisch, tanzbar und avantgardistisch. Dass hier sogar noch mehr möglich ist, zeigt aktuell das vierte Album „Passagen“ – jazzig, fuzzy, technoidig, noisig, ja sogar verstohlen punkig. Und doch dreht sich weiterhin alles um Bewegung, um den starken Geist und die mitschwingenden Körper.

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Bloke

Bloke – Living Without Expectations

Fünf Jahre verbrachte der Berliner Künstler Jakob Buraczewski in der alternativen Musikszene Londons. Im Norden der britischen Hauptstadt fand sich seine Band Bloke, inzwischen wieder zurück nach Deutschland übersiedelt. Die Mischung aus Psych, Noise und Krautrock, durch Garage-Ausritte gekonnt gestreckt und erweitert, führte zu einer Fülle an Club-Konzerten und einem mehr als guten Namen in der Underground-Szene, durch zwei starke Singles unterstrichen. Inzwischen griffen die Feinschmecker von Tonzonen Records für eine erste EP zu. „Living Without Expectations“ verweigert die Erwartungshaltung und erfüllt diese dennoch auf allen Ebenen.

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Kratzen

Kratzen – III

Kann sich ein Kreis als Dreieck schließen? Kratzen stellen diese Frage nicht und beantworten sie natürlich keinesfalls. Und doch runden sie ihren Sound mit ihrem nun dritten Album ab, wiewohl dieses gerne mal die nächste, finale Ecke besagter geometrischer Form beschreibt. Das liest sich abstrakt, passt wiederum zum Klang, der in seiner konkreten Präsentation schon mal ganz weit weg wirkt. Noch Fragen? Hoffentlich nicht, denn auch ohne pythagoräische Formenlehre zwirbeln sie ihr musikalisches Happening weiter, unaufgeregt und doch so bestimmt. „III“ denkt Kraut und Wave weiter, butterweich und subtil, doch stets voller Herz und Hirn.

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Kombynat Robotron

Kombynat Robotron – West Mata

Die Reise durch Raum und Zeit, durch irdische und überirdische Sphären, geht in die nächste Runde. Nach dem exquisiten „Frohe Zukunft“ bleiben die famosen Kombynat Robotron erst einmal auf der Erde. Das Kieler Psych- und Kraut-Trio betrachtet auf seinem mittlerweile sechsten Studioalbum jedoch gänzlich andere Sphären und wagt sich auf einen Abstecher in tiefste Tiefen. „West Mata“ dreht sich um die Welt der Meere (und die Weltmeere), wirft Blicke auf und unter die Oberfläche, und gibt sich passenderweise wieder eine deutliche Spur ausufernder als zuletzt.

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Mother's Cake

Mother’s Cake – Ultrabliss

Nun fallen sie endlich, die letzten irdischen Fesseln. So etwas wie 08/15 gab es bei Mother’s Cake noch nie, doch lassen die Österreicher gut vier Jahre nach dem exzellenten „Cyberfunk!“ letzte imaginäre Grenzen komplett hinter sich. Musikalisch geht es immer dorthin, wo es gerade Spaß und Laune macht, zudem schwingen personelle Veränderungen und Zwischenlösungen mit. So wirkte Raphael Neikes als viertes Mitglied erstmals komplett an einer neuen Platte mit, hingegen musste sich Bassist Benedikt Trenkwalder krankheitsbedingt bei den Aufnahmen durch Arthur Darnhofer-Demar vertreten lassen. Nach den Sessions stieg Drummer und Gründungsmitglied Jan Haußels im Guten aus, mit Alex Kerbl gibt es bereits einen Nachfolger. Ach ja, neue Musik gibt’s auch noch. Und die kann in Form von „Ultrabliss“ einmal mehr vollends überzeugen.

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