Schlagwort: Krautrock

Pale Blue Eyes

Pale Blue Eyes – Souvenirs

Die zeitlose Schleife als Magie des eingängigen Seins: Pale Blue Eyes bewegen sich grundsätzlich in Indie Pop/Rock-Gefilden, haben mit den Erwartungen an dieses Genre jedoch herzlich wenig zu tun. Das britische Trio um das Ehepaar Lucy (Schlagzeug, Elektronik) und Matt Board (Gesang, Gitarre) sowie Bassist Aubrey Simpson schätzt epische Gemütlichkeit und taucht mit tiefenentspanntem Elan in psychedelische, synthetische, zuweilen sogar leicht krautige Gefilde ein. Seit ihrer ersten Single im vergangenen Jahr folgt ihnen verdiente Aufmerksamkeit, nun landet das erste Album „Souvenirs“.

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Ghost Woman

Ghost Woman – Ghost Woman

Als Teil von Michael Raults Tross tourte Evan John Uschenko mit allerlei Granden, darunter Jacco Gardner und King Gizzard & The Lizard Wizard. Irgendwann reifte der Wunsch, selbst etwas zu basteln, und Ghost Woman waren geboren. Herzschmerz und falsche Erwartungen begleitet seine Band, die sich nach einigen Rückschlagen – ein Proberaumfeuer zerstörte einen Teil des Equipments, andere Gitarren und Verstärker wurden aus dem verschlossenen Van geklaut – nun musikalischen Schlagzeilen widmen. Auf die ausverkaufte 7″-Single „Lost Echo“ folgt das erste Album, schlicht „Ghost Woman“ betitelt.

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Yoo Doo Right

Yoo Doo Right – A Murmur, Boundless To The East

Ein Leben ohne Experimente wäre für Yoo Doo Right unvorstellbar. Das Trio aus Montreal lebt seinen Rock gerne in vollster Komplexität aus und sucht nach frischen Ansätzen für vertraute Klänge, die unter anderem Post, Psych, Kraut und Gaze umfassen. Von einem „Autounfall in Zeitlupe“ ist die Rede, und das trifft den Sound der Kanadier recht gut. Abermals nahmen sie ihre Musik live im Studio ein, mit möglichst wenig Nachbearbeitung und einzig durch die wahnwitzige Violine von Jessica Moss (u. a. Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tralala Band) unterstützt. „A Murmer, Boundless To The East“ lotet abermals Grenzen aus.

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Vague

Vague – Out Soon

Zwischen Wien und Berlin entstehen zeitlose, schwebende Songs, die Genregrenzen bestenfalls vage definieren. Vague haben den passenden Bandnamen für ihren Sound. Das Quintett mit gleich drei Songwritern und Sängern tankt sich durch die Jahrzehnte mit Anleihen von Shoegaze, New Wave, Psychedelic, Kraut und Pop, vornehmlich in gemächlicheren, Collagen-artigen Gefilden angesiedelt. Entsprechendes gilt auch für ihr mittlerweile drittes Album. „Out Soon“ vereint gleich 15 Songs auf 57 Minuten und nähert sich der gefühlvollen, zumindest oberflächlich tiefenentspannten Überforderung.

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Die Wände

Die Wände – Die Wände

Einst hießen sind Girlie und schickten sich mit ihrer Kratzbürstigkeit an, Sonic Youth Konkurrenz zu machen. Seit dem Debüt „Im Flausch“ nennt sich das Trio allerdings Die Wände und bevorzugt die Leisetreterei im weiten Post-Punk-Umfeld – mal etwas krautiger, dann leicht psychedelisch, fast immer zwischen Wave und Lo-Fi pendelnd. In den letzten beiden Jahren wurde der Proberaum vermehrt zum Rückzugsort und Hoffnungsschimmer mitten in der Isolation. Der Blick aus dem Fenster in die Leere und Dunkelheit der Stadt trieb letztlich das Songwriting an. Nun ist „Die Wände“, das zweite Album, am Start.

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Aua

Aua – The Damaged Organ

In einer Gegenwart, die Distanzierung auf vielen Ebenen förmlich erzwingt, kommt eine Platte über Entfremdung gerade recht. Das semi-elektronische Krautrock-Duo Aua konnte bereits im Herbst 2020 mit seinem Debüt „I Don’t Want It Darker“ einen verdienten Achtungserfolg einfahren. Nun bemühen sich die von Radare bekannten Fabian Bremer und Henrik Eichmann um zusätzliche klangliche Öffnung, für die man extra ausgefallene elektronische Instrumente auftrieb. „The Damaged Organ“ treibt die Suche nach der eigenen Identität in einer sich konstant verzerrenden Welt auf die Spitze.

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Papir

Papir – 7

Auf ihren bisherigen Alben loteten Papir die Grenzen von Kraut, Psych und Prog aus. Ihre rein instrumentale Kunst, gerne mit etwas Jazz versehen, verzichtet allerdings auf ausladende technische Wirbelstürme und bemüht sich stattdessen um den Fluss der Dinge. Diesen stellen die Dänen nun erst recht in den Mittelpunkt, denn „7“ – erstmals keine römische Ziffer – packt sämtliche Pedale weg und sucht stattdessen nach der gemächlichen Eitelkeit der Dinge. In anderen Worten: Betörender, tiefenentspannter Ambient-Sound hält Einzug.

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Disso!ver

Disso!ver – Lagerkoller

Im November 2019 und Januar 2020 spielte Exil-Saarländer Roman Biewer, Sänger und Gitarrist von The Lo-Fi Fair, mehrere Jam-Sessions mit Mitgliedern von Flying Moon In Space, Lovely Heron und Camera. Letztere sollte er im Anschluss auf Tour begleiten, dann kam jedoch die Pandemie dazwischen und die Musik wurde anderweitig verwurstet. Ein Teil davon landete auf der aktuellen Camera-Platte „Posthuman“, der Großteil war jedoch für „Lagerkoller“, den Einstand von Biewers Ein-Mann-Projekt Disso!ver, vorgesehen. Hier distanziert er sich von seiner Indie-Gegenwart und Metal-Vergangenheit und tauscht diese gegen eine krautige Zukunft ein.

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Zement

Zement – Rohstoff

Nach all den Jahren und Jahrzehnten bleibt die Faszination für Krautrock ungebrochen. Neue Generationen entdecken den motorisch-experimentellen Sound am Tellerrand von Psychedelic, Prog, Electro und x-weiteren Genres mit Jam-Schlagseite. Zu den krautigen Königen der Gegenwart zählen Zement. Das Duo entstammt eigentlich der DIY-Punk-Szene Würzburgs, bevor man sich auf bislang zwei Platten den langen, durchaus technoiden Visionen von Kraftwerk und Neu! zuwandte. Auf „Rohstoff“ intensivieren Christian Büdel und Philipp Hager ihre rein instrumentalen Exkurse nun gekonnt.

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Tschaika 21/16

Tschaika 21/16 – Prinzessin Teddymett

Ihre große Wahnsinnstat hat mittlerweile an die fünf Jahre auf dem Buckel: Mit ihrer Tante erschütterten Tschaika 21/16 zwischen zotigem Humor, krautigem Groove und Art-Wahnsinn. Längst haben sie eine Tür weitergedacht und sich musikalisch abermals geöffnet. Mehr Vocals, mehr Trompeten, mehr Melodie und generell mehr Abwechslung, so lautet die Kampfansage des Trios aus der Hauptstadt. Was sich wie ambitionierter Wahnsinn liest, geht tatsächlich auf: „Prinzessin Teddymett“ schlägt erfolgreich ein neues, durchaus spektakuläres Kapitel auf.

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