Schlagwort: Krautrock

Midnight Masses – Departures

Die Geschichte von Midnight Masses ist geprägt von Tod und Verlust. Autry Fulbright startete das Projekt 2008 kurz nach dem Tod seines Vaters mit zahlreichen, wechselnden Mitstreitern und wenigen Konstanten, darunter Jason Reece, sein Kollege bei …And You Will Know Us By The Trail Of Dead, sowie Gerrard Smith von TV On The Radio, der kurz vor Beginn der Aufnahmen zum Debütalbum „Departures“ im April 2011 verstarb. Fulbright widmete sich in weiterer Folge wieder Trail Of Dead, bevor er Midnight Masses im vergangenen Jahr reaktivierte und besagten Erstling fertigstellte.

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Newmen – Rush Hush

Die fünf Herren hinter Newmen kennen sich bereits seit mehreren Jahren, fanden sich aber erst 2012 in Frankfurt am Main zusammen, um gemeinsam Musik zu machen – und die ist, wie man im Englischen so schön sagt, ‚all over the place‘. Auf „Rush Hush“ treffen Synthesizer, 60s-Rock-Gitarren, semi-elektronische Klangflächen und technoide Drumpattern aufeinander für eine Platte, die den klassischen Indie Pop/Rock-Duktus mit schelmisch-anzüglichem Funk und ausladenden, geradezu krautig-poppigen Instrumentals vermengt.

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Toy – Join The Dots

Toy verstehen sich seit ihrer Gründung in London 2010 als Live-Band. Das britische Quintett spielt eine Bewusstseins erweiterende Mischung aus Psychedelia, ein wenig Kraut und unwiderstehlichem Pop, versteckt hinter musikalischem Dickicht. Nach der Veröffentlichung ihres eponymen Debüts, für das sie eigens ihre Lichtanlage ins Studio brachten, um eine Live-Situation zu erzeugen, ging es auf mehrere ausgedehnte Tourneen, bei denen man bevorzugt vor vernebeltem Publikum spielte. Der Plan, jedes Jahr neue Musik zu veröffentlichen, glückt gerade so, denn der Nikolaus hat 2013 „Join The Dots“ im Sack.

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Toy – Toy

Das beliebte Spiel ‚Bandname vs. Suchmaschine‘ geht in die nächste Runde. Googlet man nach ‚Toy‘, stößt man auf 834.000.000 Suchresultate. Umso beeindruckender ist es, dass man die offizielle Homepage der britischen Band bereits auf der zweiten Ergebnisseite findet. Was die vier Mannen mit Frau bei dieser unorthodoxen Wahl geritten hat, ist nicht überliefert. Seit knapp zwei Jahren spielen sie in ihrer Heimat ausschließlich ausverkaufte Shows und erweiterten ihr Gefolge stetig mit Mini-Releases. Nun gibt es die schwer zu greifende, jedoch nicht minder faszinierende Melange aus Post Punk, Psychedelic Rock und krautigem Indie-Pop erstmals auf Albumlänge. Der Titel, wie nicht anders zu erwarten war: „Toy“.

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A Place To Bury Strangers – Worship

Irgendwo zwischen Post Punk, Noise und bedrückender, maschineller Düsternis schlugen A Place To Bury Strangers 2006 mit ihren drei ersten EPs auf. Das Trio, das als ‚New Yorks lauteste Band‘ gilt, hat seinen kleinen Major-Ausflug mit „Exploding Head“, das einige Kanten des selbstbetitelten Debüts glättete, ohne jedoch Kompromisse jedweder Art einzugehen, beendet und ist nun bei Dead Oceans gelandet. Auf „Worship“ – am ehesten mit seinem direkten Vorgänger vergleichbar, wenn man den Song-orientierten Ansatz des Songwritings heranzieht – erweitern die US-Amerikaner ihre Palette um Krautrock, eine Prise Pop und 80s-Goth-Elemente.

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Paper – Mischmasch

Mit Bandnamen ist es ja so eine Sache. Einprägsam sollten sie sein, gerne kurz und schlagkräftig, möglichst unverwechselbar. Was sich Paper bei ihrer Gründung wohl gedacht haben? Das schwedische Trio um Calle Olsson (The Bear Quartet, Paddington DC) hat sein Debütalbum „An Object“ längst hinter sich gelassen und präsentiert auf dem direkten Nachfolger nun mehr von allem; mehr Garage Rock, mehr Punk, mehr Krautrock, mehr Elektronik. Eben ein echter „Mischmasch“, gleichermaßen komplex wie hitverdächtig, irgendwo zwischen den Hives und Joy Division.

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The Mars Volta – Noctourniquet

„This station is … now … operational“ – nach jahrelangen Dementis melden sich At The Drive-In für einige ausgewählte Festival-Auftritte zurück. Ein neues Album soll jedoch nicht folgen. Neues Material gibt es hingegen von The Mars Volta um Cedric Bixler-Zavala, Omar Rodríguez-López und Paul Hinojos (Jim Ward und Tony Hajjar sind erst seit vergangenem Sommer wieder als Sparta aktiv), die seit über einer Dekade psychedelischen Progressive Rock durchs Kraut ziehen. Mit dem mittlerweile sechsten Studioalbum „Noctourniquet“ befindet man sich nun auf dem Scheideweg und schafft es einmal mehr, Fans und Kritiker mit neuen musikalischen Facetten vollends zu verwirren.

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Spank Rock – Energy

Mit beinahe beängstigender Coolness haben Spank Rock 2006 die Rap-Welt auf den Kopf gestellt. Ihr stark sexualisiertes Debütalbum „YoYoYoYoYo“ war vor allem musikalisch innovativ, durch die schrägen, leicht kaputten Produktionen von Alex Epton aka XXXChange unberechenbar, schräg und all over the place. Im Herbst soll der pragmatisch betitelte Nachfolger „Everything Is Boring And Everyone Is A Fucking Liar“ erscheinen, der nicht nur, das nicht nur Boys Noize weitestgehend produziert wurde, sondern auch auf dessen Label erscheint. Die Vorabsingle „Energy“ betont den neuen Deutschland-Bezug Spank Rocks durch ein ganz besonderes Sample.

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Admiral Black – Phantasmagoric

Mit seiner Band Humanzi schien Shaun Mulrooney kurz vor dem Durchbruch zu stehen. Die irischen Kritikerlieblinge wurden mit dem prestigeträchtigen Meteor Award ausgezeichnet, der bereits Größen wie U2 und My Bloody Valentine verliehen wurde. Vom Musikbusiness enttäuscht, ging es über die USA nach Berlin, wo die Herren mittlerweile residieren. Hier kommt nun Produzent Earl Harvin (Air, Tindersticks) ins Spiel, der sich mit Mulrooney anfreundete und – abseits vom Bandalltag – ein Album unter dem Pseudonym Admiral Black einspielte. Auf „Phantasmagoric“ widmet Mulrooney sich einer energischen Mischung aus Krautrock, Garage und Psych-Pop, die stellenweise an einen gewissen Nick Cave erinnert.

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Misty Range – Misty Range

Für den norwegischen Rock- und Metal-Unterground ist das Label Fysisk Format so etwas wie eine Lebensversicherung. Neben den kratzbürstigen Krachmachern Haust und Okkultokrati – gemeinsam mit Kvelertak aktuell die Vorzeigebands der neuen norwegischen Härte – bekommen aber auch deutlich ruhigere Künstler eine Chance. So auch das Duo Misty Range um den Jazz-erprobten Drummer Stig Rennestraum und den Blues- / Prog-Multiinstrumentalisten Arve Paulsen. Die Schnittmenge auf dem Debütalbum „Misty Range“ ist ein psychedelisch, beinahe krautiges Stück Musik mit einer Vorliebe für Experimente und überraschend eingängigen Momenten.

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