Schlagwort: Post-Hardcore

Vicious Rain

Vicious Rain – The Anatomy Of Surviving

Die Schweiz verfügt über eine kleine aber feine Metalcore-Szene. Bei den bekannteren Namen wie Breakdown Of Sanity, My Last Hour oder Expellow können sich spätestens seit ihrem mehr als ordentlichen Debütalbum „There Is Beauty In Letting Go“ aus dem Jahr 2024 auch Vicious Rain einordnen. Das Quintett aus Baden um den Leadsänger David Häusermann hatte darauf den typischen Mix aus brachialen Riffs, atmosphärischem Post-Hardcore und hoffnungsvollen Singalongs perfektioniert. Anno 2026 will die Truppe mit ihrem Zweitwerk „The Anatomy Of Surviving“ nun die nächste Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen.

Weiterlesen
Shoreline

Shoreline – Is This The Low Point Or The Moment After?

Wie weiß man, ob man die Talsohle bereits durchschritten hat, oder ob man erst am absoluten Tiefpunkt angekommen ist? Diese Frage stellen sich Shoreline auf ihrem neuesten Album, mit dem sie als erste deutsche Band bei Pure Noise Records landen. Das Quartett aus Münster bemüht sich um Hoffnung in einer Welt, die immer hässlicher wird, und liefert die passenden Kampfansagen gleich dazu. Zudem entwickelt man sich musikalisch ein wenig weiter – „Growth“, wenn man denn so will. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ nimmt in den Arm, rüttelt wach und geht gemeinsam besseren Tagen entgegen.

Weiterlesen
Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

Weiterlesen
Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

Weiterlesen
Like We Are

Like We Are – Your Diary

Metalcore ohne Metal? Klingt erst mal schräg, doch grundsätzlich könnte man den Stil der Österreicher von Like We Are durchaus so beschreiben. Treffender wäre aber wohl noch die Betitelung ‚Rockcore‘. Typische Metalcore-Elemente wie Breakdowns, der Wechsel zwischen harten Strophen und melodischen Refrains sowie auch vereinzelte Shouts lassen sich zwar durchaus im Sound der Band finden, darüber hinaus aber eben auch massive Anleihen aus dem Alternative Rock und teils auch aus der Popmusik. Das Quintett um Sänger Andreas Schmid veröffentlichte bereits 2022 die Debüt-EP „Elevate“ und wollte das erste Album – produziert von Annisokay-Sänger Christoph Wieczorek – bereits ein Jahr später herausbringen. Letztlich hat sich die Band aber doch mehr Zeit gelassen und nun, Ende 2025, erblickt „Your Diary“ endlich das Licht der Öffentlichkeit.

Weiterlesen
Annisokay

Annisokay – Abyss – The Final Chapter

Im modernen Metal scheint es derzeit einen neuen Trend zu geben. Statt gleich ein ganzes Album zu veröffentlichen, erscheinen erst mal einige EPs, ehe diese gesammelt und, ergänzt um weitere Titel, dann doch noch in LP-Form das Licht der Welt erblicken. Of Mice & Men hatten es 2021 bei „Echo“ vorgemacht, die britischen Nu-Metal-Newcomer Blackgold hauen gerade auch eine EP nach der anderen raus und die Metalcoreler von Annisokay beschreiten ebenfalls diesen Weg. Das Hallenser Quartett sorgte in den letzten zwei Jahren mit den beiden EPs „Abyss Pt I“ und „Abyss Pt II“ für ordentlich Aufmerksamkeit in der Szene, nur um mit „Abyss – The Final Chapter“ auch noch ein ganzes Album hinterherzuschieben.

Weiterlesen
Of Mice & Men

Of Mice & Men – Another Miracle

Im Post-Hardcore- und Metalcore-Bereich sind in den letzten Jahren derart viele Alben veröffentlicht worden, dass es mitunter schwer fällt, noch den Überblick zu behalten. Unzählige neue Bands schießen wie Pilze aus dem Boden, die musikalischen Grenzen zu Nu Metal und Alternative Metal wurden eingerissen und verdammt viele neue Bands klingen wie die x-te Kopie etablierter Truppen. Schön aber, wenn sich in all dem Wust auch alte Hasen wie Of Mice & Men weiterhin behaupten können. Aktiv ist das Quintett schon seit 2009, in den Anfangstagen allerdings noch mit Austin Carlile am Mikro, ehe ab 2017 Bassist Aaron Pauley Screams wie auch Klargesang übernommen hatte. Die Vorgängerscheibe „Tether“ haben die Kalifornier komplett im Alleingang produziert und das gilt auch für das dieser Tage erscheinende neunte Album „Another Miracle“.

Weiterlesen
The Devil Wears Prada

The Devil Wears Prada – Flowers

Und wieder ein Bandjubiläum – The Devil Wears Prada existieren nun auch schon satte 20 Jahre. Damit ist die Metalcore-Truppe sogar ein Jahr älter als der gleichnamige Film und nur 2 Jahre jünger als das namensgebende Buch. Innerhalb dieser zwei Jahrzehnte hat sich die Band stark entwickelt, die reine Metalcore-Schule der ersten Alben wurde schon früh durch elektronische Spielereien und eine Zuwendung zum Post-Hardcore erweitert, ehe die Band in den letzten Jahren gar vor Experimenten mit Popmusik-Klängen nicht zurückschreckte. So bunt wie auf dem neuen, bereits neunten Album „Flowers“ hat es der Fünfer aus Dayton, Ohio aber noch nie getrieben: Metalcore, Elektropop, Punk und sogar Synthwave – hier kommt zusammen, was in dieser Form bisher nicht zusammengehörte.

Weiterlesen
Caskets

Caskets – The Only Heaven You’ll Know

Musikalben als therapeutische Aufarbeitung gibt es vermutlich mehr als man denkt, manches Mal gehen die Künstler aber auch offen mit den emotionalenen Hintergründen um. Oft geht es dann um die Aufarbeitung zerbrochener Liebesbeziehungen oder um Trauerbewältigung nach dem Tod eines nahestehenden Menschen. Das Musterbeispiel für die zweite Variante ist „Holy Hell“, mit dem die britische Core-Band Architects den Tod ihres langjährigen Gitarristen verarbeiteten. Einen ähnlichen Weg gehen nun die musikalisch wie auch von der Herkunft ähnlich gelagerten Caskets. Wobei das Post Hardcore-Quartett aus Leeds auf ihrem dritten Album „The Only Heaven You’ll Know“ zwar keinen Todesfall zu verarbeiten hat, den Hörer aber dennoch in die tiefen Abgründe des eigenen Daseins entführt.

Weiterlesen
Werewolf Etiquette

Werewolf Etiquette – Werewolf Etiquette

Als sich Mother Tongue nach sechsjähriger Auflösungsphase wieder zurückmeldeten, war Drummer Geoff Haba nicht an Bord. Über Jahre hinweg lud er Bassist und Mitbegründer David „Davo“ Gould zu Coffee & Conversation ein, der zögerte jedoch erst. Irgendwann traf man sich doch, jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen: Instrumente einstecken und rocken. Daraus entstand Werewolf Etiquette, ein rhythmisches Duo komplett ohne Gitarren, das Bass und Schlagzeug in den Mittelpunkt rückt und zugleich musikalische Erwartungen ad absurdum führt. Bevor man gemeinsam mit Mother Tongue unter anderem zur Noisolution Party kommt, erscheint eine erste EP mit dem knappen wie einfachen Titel „Werewolf Etiquette“.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?