Schlagwort: Post-Hardcore

Zhaat

Zhaat – Other Prophets

Bei Zhaat finden die Puzzleteile automatisch zusammen. Das Quartett aus Leipzig wählte ein vermeintliches Fantasiewort, das mystisch, wertfrei und ohne jegliche Einschränkungen sein sollte. Letztlich handelte es sich doch um einen Begriff aus dem Arabischen, der so viel wie „Essenz“ oder „das Innerste“ bedeutet – mehr als passend. Man gönnte sich erst einmal Zeit, um den eigenen Sound zu kultivieren, ohne etwas übers Knie zu brechen. Ihr erstes komplettes Album nahmen sie in Eigenregie auf, den Mix übernahm Coogans Bluff-Drummer Charlie Paschen, bevor Noisolution zugriff, als die Platte schon im Presswerk war. „Other Prophets“ ist aber so viel mehr als ’nur‘ das Produkt glücklicher Fügungen.

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Pain Magazine

Pain Magazine – Violent God

Mitten im Winter gingen das französische Post-Hardcore-Trio Birds In Row sowie das französisch-amerikanische Industrial-Techno-Duo Maelstorm & Lousiahhh gemeinsam ins Studio. Einfach mal machen und schauen, was dabei rauskommt, das war der ursprüngliche Plan. Aus einem ersten Track wurde schnell ein gemeinsames Album. Pain Magazine klingen in etwa so, wie man sich das ob der beteiligten Musiker erwartet – laut, aufbrausend, heavy, aber auch unterkühlt und synthetisch. All das wird schon bald auf die Bühne gebracht. Bis dahin hält der Einstand „Violent God“ bei Laune.

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From Fall To Spring

From Fall To Spring – Entry Wounds

Jede Musikrichtung hat ihre Zeit – und ihr Revival. So lässt sich die Hochphase des Nu Metal zeitlich in den späten 90er Jahren verorten, während zu Beginn dieses Jahrtausends sämtliche Core-Richtungen angesagt waren – von Metalcore über Post-Hardcore bis hin zu Trancecore. Während Metalcore eigentlich nie so ganz weg war, gewann der zwischenzeitlich ziemlich tote NumMetal-Sound in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit. Was das alles mit From Fall To Spring zu tun hat? Nun, die Saarländer vermengen die beiden Musikrichtungen zu ihrem ureigenen Sound und das seit 2017 zunehmend erfolgreicher – der diesjährige ESC-Vorentscheid, bei dem es das Sextett ins Halbfinale schaffte, dürfte da auch noch seinen Teil zu beigetragen haben. Ihr neues Album „Entry Wounds“ sollte somit eine nicht gerade kleine Hörerschaft erreichen können.

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Mule Jenny

Mule Jenny – Take Enough Leeway

Vor fünf Jahren rief Etienne Gaillochet (u. a. We Insist!, Zarboth, Harmonic Permanent Drive) sein Soloprojekt Mule Jenny ins Leben und veröffentlichte ein erstes, hochgradig eklektisches Album. Mit Max Roy und Théo Guéneau von Lysistrata wurde daraus eine komplette Band und zugleich ein kleiner kreativer Neustart. Umfassende Probe- und Songwriting-Sessions, bloß drei Tage im Studio und ein Mut zum Risiko brachte den nun generalüberholten Mix aus Prog, Noise, Pop, Post-Hardcore, Math und Alternative hervor. „Take Enough Leeway“ traut sich etwas und stellt Hörgewohnheiten mit wachsender Begeisterung auf die Probe.

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LÜT

LÜT – LÜT

Zwei starke Alben, mehrere Award-Nominierungen, prominente Fans wie Lars Ulrich und Bela B, dazu Support-Shows für Die Ärzte: LÜT waren binnen kürzester Zeit zu neuen Hoffnungsträgern im Punk- und Rock-verliebten Norden aufgestiegen. Vor drei Jahren verließ jedoch Charakterstimme Markus Danjord die Band, um sich auf seine berufliche Laufbahn zu konzentrieren. Gitarrist Mads Ystmark übernahm, das Quartett begann schnell mit Arbeiten an neuem Material. Dabei wurde schnell klar: die helle bis schrille Stimme des Vorgängers zu kopieren, war kein Muss; Hauptsache songdienlich. Ihr drittes Album heißt „LÜT“, so wie die Band, und findet neue Klangfarben in vertrautem Umfeld.

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The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Dreams Of Being Dust

Die Mission, dem epochalen „Illusory Walls“ einen gebührenden Nachfolger zu stiften, darf gut und gerne als gewaltige Herausforderung bezeichnet werden. The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die verzichten darauf, einfach ’nur‘ nachzulegen, und wagen stattdessen etwas. Einerseits ist das US-Sextett politischer denn je unterwegs, andererseits wurde der Härtegrad spürbar nach oben geschraubt, ohne jedoch alles über den sprichwörtlichen Haufen zu werfen. Somit ist „Dreams Of Being Dust“ Neustart, Weiterentwicklung und Zäsur in einem, und das auf verdammt starke Weise.

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Pile

Pile – Sunshine And Balance Beams

Bei Pile weiß man nie so genau, was man bekommt, und das trägt letztlich ungemein zum Reiz dieser Band bei. Der einstige Solo-Schauplatz von Rick Maguire häutet sich seit dem ersten, vor nunmehr 18 Jahren veröffentlichen Album mit wunderbarer Regelmäßigkeit, mag seine Experimente ebenso wie den nahezu konstanten Paradigmenwechsel. „Sunshine And Balance Beams“, das mittlerweile neunte Studioalbum und zugleich Einstand für Sooper Records, versucht gleich mehrere Konzepte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es geht um das Streben nach Glück, den Einklang mit der Natur und dem Selbst, und den Ausdruck von Haltung in einer kommerziell geprägten Gesellschaft.

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Jools

Jools – Violent Delights

Mit einer Reihe an Singles und Konzerten spielten sich Jools binnen kürzester Zeit in den Fokus der Tastemaker von der Insel. Das Sextett aus Leicester steht für einen anspruchsvollen wie packenden Mix, der Punk Rock, Hardcore, Metal, Post Punk, Rap und Rock aus der Garage zu einem großen Ganzen zusammenbringt. Inspiriert von einer Live-Performance der Band shame bei Jools Holland (daher auch ihr Name), zerlegt man seit nunmehr sechs Jahren vor allem britische Bühnen. Mit dem ersten kompletten Album „Violent Delights“ sollten sich weitere Türen öffnen.

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Black Map

Black Map – Hex

Längst sind Black Map so viel mehr als ’nur‘ die Summe ihrer prominenten Einzelteile. Auf ihren drei bisherigen Alben entwickelte das US-Trio seinen intensiven, kraftvollen Rock-Sound mit Pop-Charme und Post-Hardcore-Intensität konzentriert weiter und schrieb gute Songs am laufenden Band. Dieses Mal wollten sie es ein wenig forscher angehen, ohne dabei die packende Atmosphäre der bisherigen Releases zu ignorieren. Insgesamt wurde „Hex“ deutlich direkter und unmittelbarer angelegt, soll mehr Rock und Heavyness beinhalten, ohne dabei auf vertraute Katharsis zu verzichten.

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AKaRinde

AKaRinde – Kids

Hat Andrej Dietrich zu viel Zeit? Neben einer kompletten Tour mit Dÿse komponierte er ein Theater-Musik-Projekt, spielte beinahe im Alleingang eine Soloplatte ein, buchte eine Tour und drehte ein Video. Noch Fragen? Auf sich alleine gestellt, tritt eine Hälfte der Noise-Meister als AKaRinde auf und macht Musik, die sich bewusst jeglicher Kategorisierung entzieht. Die Singer/Songwriter-Klänge mag, aber eben auch den Lärm und das Chaos der Hauptband, Am besten alles davon und direkt auf einmal, unvorhersehbar und doch irgendwie bekömmlich. „Kids“ dreht mit verschmitztem Grinsen am Stand durch.

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