Schlagwort: Post Punk

Bodega

Bodega – Our Brand Could Be Yr Life

Vor acht Jahren nahmen Bodega ein 33 Tracks umfassendes Konzeptalbum auf, das sich – beeinflusst von Michael Azzards Buch „Our Band Could Be Your Life“ – mit dem zunehmenden Einfluss von unternehmerischem Corporate-Think auf die Jugendkultur auseinandersetzte. Das Lo-Fi-Werk schaffte es nach eigenen Angaben nicht über Brunswick hinaus. Einige gefeierte Platten später entschloss sich das Quintett, das Thema erneut aufzugreifen, umfassend überarbeitet und durch einige neue Songs ergänzt. Aus „Bodega Bay“ wurde „Our Brand Could Be Yr Life“, das den eklektischen Sound der Band mit gewohnt zynischem Humor vereint.

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Metz

Metz – Up On Gravity Hill

Es hat sich angekündigt, im besten Sinne: Bereits auf „Atlas Vending“ wagten Metz zumindest kleine Zugeständnisse hinsichtlich Eingängigkeit, ohne dabei auf ihren räudigen, angepunkten Noise-Sound zu verzichten. Davon wollen sich die drei Kanadier auch keinesfalls entfernen, zeigen sich nun aber deutlich breiter aufgestellt, fast schon ‚erwachsener‘, um dieses böse Wort zu verwenden. Dass hier Alex Edkins‘ Erfahrungen mit seinem poppigeren Soloprojekt Weird Nightmare sowie den diversen Arbeiten an Soundtracks zumindest eine gewisse Rolle spielen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Und doch ist „Up On Gravity Hill“ ein vielschichtiges, persönliches und gewohnt kaputtes Bandalbum geworden.

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Holy Esque

Holy Esque – Lay My Head Down Slow

Schluss, aus, vorbei: Die sträflich unterschätzten Holy Esque machen nach mehreren Jahren relativer Funkstille Nägel mit Köpfen und lösen sich auf. Das schottische Quartett um Charakterstimme Pat Hynes veröffentlichte zwei Alben und mehrere Kleinformate, doch blieb der große Wurf für den Mix aus Post Punk, Art- und Alternative Rock trotz Radio-Airplay und einigen Gigs aus. Begleitet wurde die Nachricht des Abschieds von der Ankündigung eines neuen Albums. „Lay My Head Down Slow“ macht noch einmal schmerzlich bewusst, dass die Herren mit absoluter Sicherheit fehlen werden.

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Idles

Idles – Tangk

Der musikalische Wandel, den Idles im Laufe ihrer vergleichsweise kurzen Karriere vollzogen, ringt Respekt ab. Zwar haben sie ihren wütenden, frontalen und dissonanten Post Punk keinesfalls ad acta gelegt, doch bemühten die letzen Platten bereits viel mehr Experimente mit elektronischer Note und beatesken Konzepten. Neben Dauer-Co-Produzent Kenny Beats und Mark Bowen, der längst viel mehr als nur der Gitarrist der Band ist, konnte der unter anderem für legendäre Radiohead-Platten verantwortliche Nigel Godrich gewonnen werden. „Tangk“ bricht das musikalische Korsett endgültig auf, begleitet von Texten über Liebe, Freude und Gemeinsames.

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Conscious Pilot

Conscious Pilot – Epoxy Plains

Nachdem Joe Laycock und Jack Sharp ihre frühere Band Cheap Teeth, die in theatralischen Punk-Gefilden verhaftet war, verlassen hatten, suchten die Herren aus dem schottischen Glasgow erst einmal nach einer Ausdrucksform für ihr Faible für eindringliche, beateske Musik. Zugleich begab man sich auf eine Art persönliche wie kreative Sinnsuche. Durch Musiker*innen von Catholic Action und Pressure Retreat ergänzt, stehen Conscious Pilot mit ihrem störrischen Post-Punk-Ansatz nun auf der Matte. Die erste EP „Epoxy Plains“ dockt unter anderem bei The Fall und Squid an, und brennt sich sofort im Hinterstübchen eigenbrötlerischer Eigentümlichkeit ein.

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Pawn Painters

Pawn Painters – Pawn Painters 1

So schnell ihr Stern aufgegangen war, so schnell wäre er beinahe wieder verglüht. Pawn Painters fanden sich 2016 und erarbeiteten sich in kürzester Zeit einen guten Ruf als kompetente Liveband. Vier Jahre später sah die Situation schon ganz anders aus. Man suchte nach einem neuen Sound, experimentierte zunehmend und verrannte sich. Irgendwann macht es ‚Klick‘, „Pawn Painters 1“ war entstanden. Der rocklastige Sound in diesen 44 Minuten versucht bewusst viel, gibt sich ungeschönt und lässt das bayrische Quartett auf eine Rundreise durch verschiedenste ruppige bis kunstvolle Ideen gehen.

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Yard Act

Yard Act – Where’s My Utopia?

Mit einem kurzweiligen ersten Album, das sofort aus Post-Punk-Sphären auszubrechen versuchte, sorgten Yard Act vor zwei Jahren für Furore. Platz 2 in den britischen Album-Charts und eine Mercury-Prize-Nominierung für „The Overload“, zudem umjubelte Shows – das war schon mal nicht schlecht. Musikalisch möchte man allerdings tunlichst nicht auf der Stelle treten und lässt nun ganz offen die Liebe zu vielen anderen Klängen einfließen. Gemeinsam mit Remi Kabaka Jr. (Percussionist und Producer der Gorillaz) gebastelt, wagt „Where’s My Utopia?“ in so ziemlich jeder Hinsicht einen spannenden Sprung nach vorne.

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Klez.e

Klez.e – Erregung

Vor gut sieben Jahren veröffentlichten Klez.e mit „Desintegration“ das beste Cure-Album, dass Robert Smith und Konsorten seit gefühlter Ewigkeit nicht hinbekommen. Während die Briten immer noch auf neues Material warten lassen, melden sich Tobias Siebert, Daniel Moheit und Filip Pampuch endlich mit Nachschub zurück. Der hätte eigentlich schon viel früher kommen sollen, denn nach zwei Tourneen entstanden etwa 50 Demos im Proberaum. Dann aber die Pandemie, die Lockdowns, die erzwungende Distanz und damit die künstlerische Pause, von Nebenschauplätzen und dem, was man so ‚Leben‘ nennt, ganz abgesehen. Nun landet „Erregung“ doch und setzt den eingeschlagenen Weg gekonnt fort.

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The Holy

The Holy – Ländmark

Nicht nur in ihrer finnischen Heimat gelten The Holy seit geraumer Zeit als Geheimtipp. Bereits mit ihrem 2018 erschienenen Einstand „Daughter“ rannten sie samt ihrem Mix aus Post Punk, Krautrock, Indie und Alternative offene Türen ein, von allerlei Festival-Auftritten in ganz Europa mal abgesehen. Mittlerweile, unter anderem zwischenzeitlich durch Lockdowns ausgebremst, sind sie bereits bei ihrem dritten Album, das sämtliche Versprechen der bisherigen Releases mit wachsender Begeisterung einlöst. „Ländmark“ entpuppt sich als wilde, brodelnde Tour de Force voller unnahbarer, widersprüchlicher Gefühle.

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Meltheads

Meltheads – Decent Sex

Einer der heißesten Live-Acts Belgiens bündelt seine geballte Wucht endlich auf Platte. Meltheads legen seit einigen Jahren diverse Benelux-Bühnen mit ihrem wilden Mix aus Garage Punk, Indie, Post Punk und Rock’n’Roll in Schutt und Asche, ihre bisherigen Singles hallen immer noch nach. Nach einer Support-Tour für dEUS, die sie unter anderem nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien brachte, startet nun die nächste große Offensive. „Decent Sex“ ist ihr Einstand auf Albumlänge, der es tatsächlich schafft, die rebellische, abgedrehte Energie ihrer Shows standesgemäß festzuhalten.

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