Schlagwort: Post Punk

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Stay Lonely

Blood Red Shoes gehören mittlerweile zum Inventar. Seit über 20 Jahren machen Laura-May Carter und Steven Ansell gemeinsam Musik, zwei Top-50-Alben in Großbritannien sind als größte Erfolge zu verbuchen, ebenso kleinere Radiohits wie „You Bring Me Down“ und „Say Something, Say Anything“. Nach der einen oder anderen elektronischen Überraschung auf dem Anfang 2022 erschienenen „Ghosts On Tape“ geht es nun wieder weitestgehend (aber keinesfalls ausschließlich) zurück zum kantigeren Rock-Sound davor. Das siebte Studioalbum „Stay Lonely“ entstand komplett in Eigenregie – Songwriting, Aufnahme, Produktion, Mix und Label – und destilliert den Sound des Duos aus Brighton auf das Wesentliche.

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Agatha Is Dead!

Agatha Is Dead! – Concrete

Erst einmal einspielen, dann Songs aufnehmen: Agatha Is Dead! fanden sich bereits im Winter 2021 und spielten zunächst jahrelang Shows im Berliner Underground. Hier ließen sie ihren Mix aus Post Punk, Garage Rock und Alternative reifen, fanden ihren eigenen Weg zwischen Melancholie, Intensität, Riffs und Tanzbarkeit, und traten unter anderem beim SXSW sowie bei einer monatelang im Voraus ausverkauften Headliner-Show im Berliner Lido auf. Bevor es aufs Reeperbahn Festival sowie zwei Touren im Oktober und Februar geht, landet mit „Concrete“ mal eben zwischendurch ein packendes, angenehm vielschichtiges erstes Album.

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Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

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Interpol

Interpol – This Mirror Weighs A Ton

Eine zarte Erweiterung der Klangpalette 2022, zwei Jahre später der bislang größte Auftritt vor über 200.000 Menschen in Mexiko, jetzt fortschreitende Revolution: Interpol schicken sich einmal mehr an, die scheinbar permanente Nacht, die ihren Sound begleitet, zumindest stellenweise hinter sich zu lassen. Dafür arbeiteten sie mit Produzent Andrew Wyatt, der sich unter anderem durch seine Arbeit mit Rosalía und Charli XCX einen Namen gemacht hat. Ganz so weit lehnt man sich zwar nicht aus dem imaginären Fenster, traut sich aber ein paar Experimente zu – neue Harmonien, Streicher, akustische Gitarren und durchaus unorthodoxe Songstrukturen. „This Mirror Weighs A Ton“ winkt erstaunlich freundlich.

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Grandmas House

Grandmas House – Baby You’re A Winner

‚Gut, ihr habt einen Slot‘ – so reagierte der Besitzer einer Bar auf die Ankündigung von Grandmas House, sie würden an eigenen Songs schreiben. Dieser kleine Push gab dem Quartett aus Bristol die nötige Motivation. Die Gründerinnen Yasmin Berndt und Poppy Dodgson trafen sich auf der Uni und fanden in ihrem Faible für Bands wie shame und Goat Girl eine Verbindung. Zoë Zinsmeister und Polly Jessett kamen hinzu, seither erschienen diverse Songs im spannenden Umkreis von Post Punk, Indie Rock, etwas Alternative und sogar einer Prise Grunge. „Baby You’re A Winner“ befasst sich mit dem Leben an sich und all den begleitenden Wirren.

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Yard Act

Yard Act – You’re Gonna Need A Little Music

Nach zwei starken Alben nun also das dritte Kapitel in der noch jungen Erfolgsgeschichte von Yard Act: „The Overload“ schlug Anfang 2022 als Teil einer weiteren großen Post-Punk-Welle ein, blickte schon damals über den Tellerrand. „Where’s My Utopia?“ knüpfte zwei Jahre später daran an. Dieses Mal wollte das Quartett aus Leeds aber einige Dinge anders machen. Man nahm sich eine kleine Auszeit, schrieb 40 bis 50 Songs und wagte sich noch weiter hinaus. Bassist Ryan Needham nannte Blurs legendäres „Parklife“ als Einfluss, was sich tatsächlich nicht von der Hand weisen lässt. „You’re Gonna Need A Little Music“ ist aber keinesfalls eine Britpop-Platte geworden.

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Ceremony

Ceremony – Tell Me Your Dream

Zwischendurch mal eben für sieben Jahre kein neuer Stoff, die eine oder andere Tour, plötzlich wieder auf der Matte: Ceremony hatten sich nach „In The Spirit World Now“ mit neuem Material erst einmal Zeit gelassen. Wohin die Reise nach noch stärkerem Post-Punk-Fokus gehen sollte, musste genau überlegt werden. Die Antwort liegt im Überall und im Nirgendwo, denn man bedient sich aktuell bei so ziemlich allen kreativen Phasen. Einmal mehr gemeinsam mit John Reis erarbeitet, der bereits für das 2015 erschienene „The L-Shaped Man“ hinter den Reglern saß, wollte das Quintett wachrütteln. „Tell Me Your Dream“ kämpft gegen Gleichgültigkeit an.

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LIFE

LIFE – Abstract / Natural

LIFE waren immer schon etwas anders als die anderen. Ihre Post-Punk-Vision legten sie so breit wie möglich aus, zudem spielte die Heimat im britischen Norden stets eine zentrale Rolle. Zuletzt gab es mit „North East Coastal Town“ eine kleine Hommage an Hull. Für den Nachfolger denkt man größer. Alles fing mit einem einem Poesiebuch an, das Frontmann Mez Sanders-Green momentan schreibt, beeinflusst von britischer Folklore, kleinen und großen Geschichten, sowie einer Küstenwanderung von über 300 km, von West nach Ost. Wenig überraschend öffnet sich „Abstract / Natural“ weiter und fällt stellenweise eingängig, ja sogar dezent poppig aus.

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The Secrecy

The Secrecy – Pins & Needles

Darf es noch ein wenig mehr Post Punk sein? Revivalisten gibt es seit Jahren wie Sand am Meer. Nur wenige schaffen es bereits mit ihrem ersten Album, eine einigermaßen frische und eigenständige Note zu setzen. The Secrecy bewegen sich seit geraumer Zeit im Underground von Indianapolis und veröffentlichten die eine oder andere Single. Begleitet wurden diese von düsteren, cineastischen Gothic-Rock-Einflüssen und bewusst eingesetzten modernen Klängen. Mit dieser Antithese zum Genre-Trend wartet nun auch „Pins & Needles“ auf, das erste komplette Album des US-Quartetts, das noch emotionaler und immersiver als die bisherigen Releases klingen soll.

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Teksti-TV 666

Teksti-TV 666 – 4

Der wohl ultimative Permanent-Geheimtipp für Post-Punk- und Kraut-Fans reitet wieder. Wobei, eigentlich ist das ’neue‘ Mini-Album von Teksti-TV 666 alles andere als neu. Bereits Anfang April erschienen vier Songs, etwas unspektakulär digital veröffentlicht und beinahe übersehen – zu Unrecht, versteht sich. Svart Records sieht das wohl ähnlich und spendiert „4“ im August eine limitierte Vinyl-Auflage. Mit dabei ist alles, was die vielleicht kauzigste Big-Band verwaschener Gitarrenmusik auszeichnet: schier endlose Jams, motorisierte Peitschenhiebe, eine unerwartete Portion Punk und psychedelische Riffs der anderweltlichen Art. Nun denn.

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