Schlagwort: Post Punk

Yard Act

Yard Act – You’re Gonna Need A Little Music

Nach zwei starken Alben nun also das dritte Kapitel in der noch jungen Erfolgsgeschichte von Yard Act: „The Overload“ schlug Anfang 2022 als Teil einer weiteren großen Post-Punk-Welle ein, blickte schon damals über den Tellerrand. „Where’s My Utopia?“ knüpfte zwei Jahre später daran an. Dieses Mal wollte das Quartett aus Leeds aber einige Dinge anders machen. Man nahm sich eine kleine Auszeit, schrieb 40 bis 50 Songs und wagte sich noch weiter hinaus. Bassist Ryan Needham nannte Blurs legendäres „Parklife“ als Einfluss, was sich tatsächlich nicht von der Hand weisen lässt. „You’re Gonna Need A Little Music“ ist aber keinesfalls eine Britpop-Platte geworden.

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Ceremony

Ceremony – Tell Me Your Dream

Zwischendurch mal eben für sieben Jahre kein neuer Stoff, die eine oder andere Tour, plötzlich wieder auf der Matte: Ceremony hatten sich nach „In The Spirit World Now“ mit neuem Material erst einmal Zeit gelassen. Wohin die Reise nach noch stärkerem Post-Punk-Fokus gehen sollte, musste genau überlegt werden. Die Antwort liegt im Überall und im Nirgendwo, denn man bedient sich aktuell bei so ziemlich allen kreativen Phasen. Einmal mehr gemeinsam mit John Reis erarbeitet, der bereits für das 2015 erschienene „The L-Shaped Man“ hinter den Reglern saß, wollte das Quintett wachrütteln. „Tell Me Your Dream“ kämpft gegen Gleichgültigkeit an.

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LIFE

LIFE – Abstract / Natural

LIFE waren immer schon etwas anders als die anderen. Ihre Post-Punk-Vision legten sie so breit wie möglich aus, zudem spielte die Heimat im britischen Norden stets eine zentrale Rolle. Zuletzt gab es mit „North East Coastal Town“ eine kleine Hommage an Hull. Für den Nachfolger denkt man größer. Alles fing mit einem einem Poesiebuch an, das Frontmann Mez Sanders-Green momentan schreibt, beeinflusst von britischer Folklore, kleinen und großen Geschichten, sowie einer Küstenwanderung von über 300 km, von West nach Ost. Wenig überraschend öffnet sich „Abstract / Natural“ weiter und fällt stellenweise eingängig, ja sogar dezent poppig aus.

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The Secrecy

The Secrecy – Pins & Needles

Darf es noch ein wenig mehr Post Punk sein? Revivalisten gibt es seit Jahren wie Sand am Meer. Nur wenige schaffen es bereits mit ihrem ersten Album, eine einigermaßen frische und eigenständige Note zu setzen. The Secrecy bewegen sich seit geraumer Zeit im Underground von Indianapolis und veröffentlichten die eine oder andere Single. Begleitet wurden diese von düsteren, cineastischen Gothic-Rock-Einflüssen und bewusst eingesetzten modernen Klängen. Mit dieser Antithese zum Genre-Trend wartet nun auch „Pins & Needles“ auf, das erste komplette Album des US-Quartetts, das noch emotionaler und immersiver als die bisherigen Releases klingen soll.

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Teksti-TV 666

Teksti-TV 666 – 4

Der wohl ultimative Permanent-Geheimtipp für Post-Punk- und Kraut-Fans reitet wieder. Wobei, eigentlich ist das ’neue‘ Mini-Album von Teksti-TV 666 alles andere als neu. Bereits Anfang April erschienen vier Songs, etwas unspektakulär digital veröffentlicht und beinahe übersehen – zu Unrecht, versteht sich. Svart Records sieht das wohl ähnlich und spendiert „4“ im August eine limitierte Vinyl-Auflage. Mit dabei ist alles, was die vielleicht kauzigste Big-Band verwaschener Gitarrenmusik auszeichnet: schier endlose Jams, motorisierte Peitschenhiebe, eine unerwartete Portion Punk und psychedelische Riffs der anderweltlichen Art. Nun denn.

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PEACH

PEACH – Only Love

Ein Riesenalbum aus dem gefühlten Nirgendwo … und jetzt? Gleich mit dem Einstand gelang PEACH ein Volltreffer. Das Quartett aus Bristol veröffentlichte sein Debüt im September 2023 und punktete mit einer wütenden, intensiven Mischung aus Alternative, Grunge, Post Punk und Noise sowie dem einen oder anderen Abstecher in die Wüste. Daran hat sich seither herzlich wenig geändert. „Only Love“ tritt nun ein schweres Erbe ein, tobt sich mit den gewonnenen Erfahrungen der letzten Jahre aus und hat hörbar wenig Lust darauf, auch nur im Geringsten nachzugeben – das sollte spätestens nach einem Blick auf das Artwork keineswegs überraschen.

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Pond

Pond – Terrestrials

Nach zehn Alben kann man schon mal auf schräge Ideen kommen. Für Pond ist das so und so täglich Brot. Die australische Psych-Band mit Pop-Kante stellte für den neuesten Streich ein paar Regeln auf. Balladen und Pink-Floyd-Zeugs hatten ebenso wenig Platz wie übermäßiger Fuzz-Pedal-Einsatz. Stattdessen entwickelte sich nach und nach das selbstverständlich höchst alltägliche Konzept ‚Goths im Pub‘ – Post Punk, australischer Pub Rock, Kajal und feinsinnige Pop-Weisheiten. Zudem befasst sich „Terrestrials“ mit elementaren menschlichen und gesellschaftlichen Gegensätzen, von unwiderstehlichen Harmonien und kauzigen 80s-Ideen begleitet.

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Klez.e

Klez.e – Einmal mehr mit Dir gegen die Furcht

Zwei Alben lang arbeiteten sich Klez.e durch das Erbe von The Cure mit eigenem Anstrich. Nun da die britischen Legenden wieder aus dem Studio grüßen … braucht es keine gröbere Kurskorrektur. Klar, das ist mehr als überzogen, doch haben Tobias Siebert, Daniel Moheit und Filip Pampuch längst ihren ganz persönlichen Ansatz gefunden, der Vertrautes weiterdenkt. Vergleichsweise schnell gibt es neuen Stoff in Form von „Einmal mehr mit Dir gegen die Furcht“, der die Düsterheit der Vorgänger mitnimmt und etwas anders auslegt. Während alles ringsum noch finsterer wird und sich dem Zusammenbruch nähert, rückt man näher zusammen und ist gemeinsam stärker.

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The Bobby Lees

The Bobby Lees – New Self

Das Banddasein kann eine ziemlich teure, undankbare Angelegenheit sein. Für The Bobby Lees war dies Ende 2023 Anlass, eine Pause auf unbestimmte Zeit bekanntzugeben. Wirtschaftlicher Druck und die Herausforderungen des Tourens inmitten aller Unsicherheiten wurden als Gründe genannt. Was folgte, war eine Welle der Solidarität. Unter anderem bot ‚Aquaman‘ Jason Momoa höchstpersönlich an, eine neue Platte zu finanzieren. Nun ist das US-Trio tatsächlich zurück, konnte sämtliche Energie in die kreative Seite der Band stecken und kam zudem bei Epitaph unter. „New Self“ ist ihr nunmehr viertes Studioalbum.

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La Sécurité

La Sécurité – Bingo!

Wie chaotisch darf Punk sein? La Sécurité rufen nur ‚Ja!“ und machen einfach. Das Quintett aus Montreal erklärt Präfix-Präferenzen für Art, Dance und Post, mit etwas Noise, Indie und Gaze als Bonus. Erste nationale und internationale Festivals, darunter ein Reeperbahn-Auftritt, wurden bereits erfolgreich absolviert, das erste Album „Stay Safe!“ erwies sich als hibbelige und zugleich erstaunlich entspannte Platte und wurde verdientermaßen auf die Longlist des Polaris Music Prize gesetzt. „Bingo!“ ist der mehr als unterhaltsame, gerne mal schräge und stets herausfordernde Nachfolger.

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