Schlagwort: Post Punk

Constance Tomb

Constance Tomb – Exploding Head

Als Teil so illustrer Bands wie Pentagram, Big Scenic Nowhere, Hot Spring Water und Mos Generator sowie als Produzent und Mixer ist Tony Reed seit Jahrzehnten ein Heavy-Eckpfeiler und -Hitter. Seine Wurzeln sind aber düsterer Natur. Mit 19 Jahren nahm er als Constance Tomb erste Songs mit Faible für Gothic und Post Punk auf, lange Jahre als Demos erhältlich und 2020 schließlich etwas aufpoliert. Nun startet Reed gemeinsam mit Bassist Bo McConaghie und Drummer Christian Roney noch einmal durch. Passend zur gemeinsamen Tour mit Daily Thompson (die zuletzt in Reeds Studio aufnahmen) im November erscheint „Exploding Head“, durch die Bank in den späten 80ern geschrieben.

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HMLTD

HMLTD – FANGS

Eigentlich hielten HMLTD nur ein Jahr nach dem Release von „The Worm“ bereits ein komplettes Album in den Händen. Man verwendete so ziemlich den gesamten Vorschuss der Plattenfirma, um eine Indie-Platte in klassischer Bandbesetzung aufzunehmen, die sich mit einer besonders traumatischen Trennung im Leben von Sänger Henry Spychalski befasste. Die Band hasste das Ergebnis, kam mit dem konservativen, in Selbstmitleid ertrinkenden Ergebnis nicht zu recht und wollte stattdessen den kunstvollen, subversiven Weg der Vorgänger fortsetzen. Das Ergebnis heißt „FANGS“ und geht in eine komplett andere Richtung.

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Tramhaus

Tramhaus – Blister

Ihr erstes Album war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch für ausgiebige Live-Aktivitäten. Nach einer Serie von Singles rannten Tramhaus vor ziemlich genau zwei Jahren mit „The Last Exit“ offene Türen ein und spielten im Anschluss 125 Konzerte in 22 Ländern binnen einem Jahr. Es ging durch ganz Europa, nach Japan und in die USA, auf Festival-Bühnen (u. a. Primavera und Sziget) ebenso wie in weniger besuchte Länder, darunter Moldawien und Kosovo. Nebenher entstanden erste Skizzen für eine neue Platte, später im GAM Studio in vertrauter Ardennen-Umgebung komplettiert. „Blister“ erscheint nun in einer internationalen Kooperation bei gleich sechs unterschiedlichen Labels, im GSA-Raum bei Siluh.

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Fat Dog

Fat Dog – Cancel Me (I’m Tired)

Plötzlich waren sie der Act der Stunde: Mit ihrem ersten Album „WOOF.“ rannten Fat Dog offene Türen ein. Ihr Dance-Punk / Rave-Rock / Electro-Pop / etc. machte sie zur Glastonbury-Sensation, führte sie in die USA und brachte sogar eine Anfrage der britischen Eurovision-Delegation ein, die aber aus politischen Gründen abgelehnt wurde. Stattdessen ging es von einer Überseereise, wo alle sieben Musiker nach und nach ihre eigenen kleinen Zusammenbrüche erlitten, direkt ins Studio. Dieses Mal bewusst textlastiger angelegt und dabei dennoch weiterhin herrlich wahnwitzig, dreht „Cancel Me (I’m Tired)“ am Stand durch.

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Die Cigaretten

Die Cigaretten – Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt

Auch für Nichtraucher großartig: Die Cigaretten melden sich mit einem neuen Album zurück. Das Trio aus Hamburg langt bevorzugt roh und direkt zu, bündelt Punk- und Rock’n’Roll-Energie in gerne mal schroffe, kraftvolle und ab und an recht schön unbequeme Songs. Genau das könnte der richtige Ansatz angesichts einer bis zur drohenden Katastrophe eskalierenden Gegenwart sein. So oder so ähnlich lässt sich der Titel ihres neuen Longplayers erklären: „Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt“ klopft 15 Lieder über Liebe und Trennungen, Chaos und Hoffnung raus und findet sich immer wieder in tragischen, absurden und wunderschönen Momentaufnahmen.

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Protomartyr

Protomartyr – Hotel Usona

Zurückhaltung – vornehm oder anderweitig – war noch nie die Stärke von Protomartyr. Seit mehr als 15 Jahren verbindet das Quartett aus Detroit zunehmend experimentell veranlagten Post Punk mit klarer Kante. Drei Jahre nach dem herausragenden „Formal Growth In The Desert“ ringen sie mit einer in so ziemlich jeder Hinsicht beschissenen Gegenwart und alles andere als hoffnungsvollen Zukunftsaussichten. In „Hotel Usona“ stellt sich Frontmann Joe Casey sein Heimatland als alterndes, zunehmend verfallendes Hotel vor und betrachtet eine Nation im freien Fall, die sich in den Fängen des Faschismus befindet.

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Tommy And The Teleboys

Tommy And The Teleboys – Bits And Pieces, Poorly Explained

Der Versuch, die Musik von Tommy And The Teleboys auch nur halbwegs angemessen zu erklären, ist im Grunde zum Scheiten verurteilt. Bereits das wunderbar schrullige, herausfordernde Debüt „Gods, Used, In Great Condition“ überflutete sämtliche Gedankengänge mit einer Fülle an Assoziationen und Ideen. Da steckte Garage Rock drin, Psychedelia, Post Punk, ein wenig Kraut und Elektronik, als Quasi-Spitze des sich konstant häutenden Eisbergs. Beim mitteldeutschen Quartett hat sich herzlich wenig dahingehend geändert, dafür setzt es statt großen konzeptuellen Zusammenhängen nun kleine, feine Beobachtungen aus dem Alltag. Passend der Titel: „Bits And Pieces, Poorly Explained“.

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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Stay Lonely

Blood Red Shoes gehören mittlerweile zum Inventar. Seit über 20 Jahren machen Laura-May Carter und Steven Ansell gemeinsam Musik, zwei Top-50-Alben in Großbritannien sind als größte Erfolge zu verbuchen, ebenso kleinere Radiohits wie „You Bring Me Down“ und „Say Something, Say Anything“. Nach der einen oder anderen elektronischen Überraschung auf dem Anfang 2022 erschienenen „Ghosts On Tape“ geht es nun wieder weitestgehend (aber keinesfalls ausschließlich) zurück zum kantigeren Rock-Sound davor. Das siebte Studioalbum „Stay Lonely“ entstand komplett in Eigenregie – Songwriting, Aufnahme, Produktion, Mix und Label – und destilliert den Sound des Duos aus Brighton auf das Wesentliche.

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Agatha Is Dead!

Agatha Is Dead! – Concrete

Erst einmal einspielen, dann Songs aufnehmen: Agatha Is Dead! fanden sich bereits im Winter 2021 und spielten zunächst jahrelang Shows im Berliner Underground. Hier ließen sie ihren Mix aus Post Punk, Garage Rock und Alternative reifen, fanden ihren eigenen Weg zwischen Melancholie, Intensität, Riffs und Tanzbarkeit, und traten unter anderem beim SXSW sowie bei einer monatelang im Voraus ausverkauften Headliner-Show im Berliner Lido auf. Bevor es aufs Reeperbahn Festival sowie zwei Touren im Oktober und Februar geht, landet mit „Concrete“ mal eben zwischendurch ein packendes, angenehm vielschichtiges erstes Album.

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Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

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