Schlagwort: Post Punk

W!zard

W!zard – Definitely Unfinished

Bordeaux assoziiert man eigentlich mit gutem Wein oder mittelprächtigem Fußball. Nun gesellt sich kurzweiliger Lärm dazu. Wobei, W!zard sind eigentlich keine ganz neue Band. Das Trio veröffentlichte bereits zwei EPs und ein Album, obwohl man erst seit 2016 unterwegs ist. Mit ihrem wilden, derben Mix aus Noise Rock, Post Punk und Post-Hardcore rennen die Franzosen offene Türen ein, zugleich düster, widerborstig und doch irgendwo mitreißend. „Definitely Unfinished“ ist ihr neuester Streich – eine weitere EP mit fünf neuen Tracks.

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Lea Porcelain

Lea Porcelain – Choirs To Heaven

Längst sind Lea Porcelain eine ernstzunehmende Größe. Das Duo um Produzent Julien Bracht und Sänger Markus Nikolaus entwuchs den vermeintlichen Grenzen des Frankfurter Nachtclubs in Windeseile, siehe und höre diverse Kleinformate sowie das wunderbare Debütalbum „Hymns To The Night“. Der Titel des Nachfolgers ist hingegen Programm: „Choirs To Heaven“ sieht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Chören sowie die Umdeutung von diversen Synths auf entsprechende Klänge. Zudem steht die Transzendenz auf der Schwelle zwischen Leben und Tod dick auf dem thematischen Programm des Duos.

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Squid

Squid – Bright Green Field

Schon wieder eine neue Post-Punk-Band? Schon wieder ein Lockdown-Album? Ja, ja, und eigentlich nein. Für Squid klingt das eigentlich viel zu konventionell. Das Quintett lernte sich in Brighton beim Studieren kennen, sorgte mit diversen Singles und EPs für Furore, und packt nun einen ersten Longplayer aus. Dieser entstand unter einem gewissen Zeitdruck, da man nie mit Sicherheit wusste, welche Verschärfungen und Lockerungen wann durch den kreativen Prozess fahren würden. Somit entstand eine getriebene, aber zu keiner Zeit hektische Platte, die zugleich von Widersprüchen und paradoxen Konzepten lebt. „Bright Green Field“ klingt keinesfalls nach landschaftlicher Idylle, so viel sollte klar sein.

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Boundaries

Boundaries – Maidan

Ist das die nahende Apokalypse oder einfach nur kondensierter Schmerz? Boundaries aus Dänemark reihen sich in die aktuell nicht abreißende Welle großer Post-Punk-Talente ein. Seit der ersten EP 2018 zerlegt das Quartett mit seiner brach liegenden Welt gerne mal widersprüchlicher Emotionen so manche Festivalbühne, fand jedoch etwas mehr Zeit als gedacht, um am Debütalbum zu arbeiten. Dieses nennt sich „Maidan“, arbeitet mit allerlei exotischen Instrumenten (u.a. Mandoline und Guzheng) und versteht sich als klaustrophobes, aufwühlendes Werk, in dem man sich verlieren, über das man sich aber ebenso austauschen soll. Wie ein Versammlungsplatz, ganz dem Titel entsprechend.

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Masha Qrella

Masha Qrella – Woanders

Der Roman „Ab jetzt ist Ruhe“ ließ Masha Qrella den 2001 verstorbenen Schrifsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch entdecken. Die Auseinandersetzung mit seinen Gedichten brachte gebannte Inspiration mit sich, die in besagtem Buch geschilderte persönliche Sicht Braschs Schwester Marion schaffte frische Perspektiven und ermutigte Qrella zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Ostidentität. Bereits im Dezember 2019 führte sie gemeinsam mit Schlagzeug-Veteran Chris Imler und Multi-Instrumentalist Andreas Bonkowski sowie einigen ausgewählten Gästen 17 Songs auf, nun gibt es die passende Studioversion als „Woanders“.

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Mush

Mush – Lines Redacted

Ausnahmesituationen verlangen nach Ausnahmealben. Nur ein Jahr nach dem Release ihres Debüts sind Mush schon wieder da. Das Trio aus Leeds treibt mit seinem kauzigen, direkten und zugleich überschwänglich anstrengenden Art-Rock-Ansatz durchaus kuriose Blüten. „Lines Redacted“ stellt nun den Soundtrack zu den vielen kleinen Weltuntergängen dar, die man täglich durchlebt, und verbindet eindringliche Botschaften mit bitterbösem Sarkasmus.

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TV Priest

TV Priest – Uppers

Sie spielten im November 2019 ihren ersten Gig, als wäre es in einer anderen Zeitrechnung gewesen. TV Priest waren kurz davor, durchzustarten, als die globale Pandemie die Bühnen leer fegte. Davon zeigten sich die Londoner unbeeindruckt, veröffentlichten erste Singles und kamen bei Sub Pop unter, wo der schroffe, fordernde Post Punk in bester The Fall-Manier bestens aufgehoben ist. TV Priest fügen sich mit ihrem Erstling „Uppers“ nahtlos in die Riege furioser Upstarts ein, die den klassischen Sound mit wachsender Begeisterung zu neuen Ufern tragen.

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Billy Zach

Billy Zach – Struggle On

„Shallow“ – ein Begriff, der mit der Musik von Billy Zach nichts zu tun hat, dennoch die perfekte Überschrift für ihr Debütalbum war. Die schrubbende Düsternis ihrer Post Punk-Visionen, gepaart mit Garage-Gitarren und finsteren Wave-Exkursen, erzeugte direkt einen Sturm im Wasserglas. Nun wird nachgelegt, und zwar in besonders ausladender Form. 73 Minuten Musik bäumen sich auf, wenn „Struggle On“ landet. Ist es tatsächlich ein Kampf, mit dieser Unmenge an neuem Material zu Rande zu kommen? Ja, aber eigentlich nein, so die etatmäßig uneindeutige Antwort.

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Shame

Shame – Drunk Tank Pink

Vor ziemlich exakt drei Jahren schlugen Shame erstmals auf mit ihrem kurzweiligen Mix aus kauziger Aggression und tanzbarem Fatalismus. Der Einstand „Songs Of Praise“ bediente sich großzügig bei allerlei Post-Punk-Pionieren und kreierte dabei dennoch etwas komplett Eigenständiges. Seit ihrer Gründung tourten die Briten beinahe ununterbrochen, wurden im Frühjahr 2020 allerdings aus pandemischen Gründen jäh ausgebremst. Diese neue Realität, gepaart mit Frontmann Charlie Steens Psychose, drückte Shame zunächst an den Rand des Erträglichen, nur um schließlich eine kreative Explosion auszulösen. Das Ergebnis hört auf den Namen „Drunk Tank Pink“ und wagt sich weiter hinaus als sein Vorgänger.

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Viagra Boys

Viagra Boys – Welfare Jazz

Das neue Musikjahr streut blaue Satirepillen aus: Viagra Boys sind wieder da. Wo die Schweden 2018 mit „Street Worms“ begannen, lauert nun ein weiterer bizarrer Husarenritt, der abermals mit den Grenzen des Machbaren und Erwartbaren Schlitten fährt. Eine aufgrund von Drogen und Arschlochverhalten gescheiterte Beziehung ist der Ausgangspunkt von „Welfare Jazz“, das sich in weiterer Folge zu surrealistischen Sozialkommentaren und bitterböser Zerlegung überholter Klischees aufschwingt. Umgeben ist all das selbstverständlich von mittlerweile vertraut kauzigen Klängen zwischen Post Punk, Kraut, Alternative und Schießmichtot.

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