Death Lens – What’s Left Now?

Death Lens
(c) Derek Perlman

Death Lens haben aktuell einen Lauf. Zwei Jahre nach ihrem Epitaph-Einstand „Cold World“ meldet sich das Quartett aus Südkalifornien zurück und beweist weiterhin viel Herz. Seit ihren Garage-Punk-Anfängen hat sich die Band in verschiedenste Richtungen entwickelt, schreibt weiterhin grandiose Hooks und Texte, die gegen Unterdrückung ankämpfen, Außenseiter unterstützen und dabei stets das Gemeinsame betonen. „What’s Left Now?“ gibt all jenen eine Stimme, die glauben, keine zu haben, und setzt zugleich den kreativen Höhenflug der US-Band mehr als deutlich und spektakulär fort.

Eine Akustikgitarre und spanische Zeilen eröffnen „Monolith“, erinnern an den Sound der Kindheit der Protagonisten. Dahinter verbirgt sich jedoch, ganz dem Titel entsprechend, ein mächtiges Bollwerk mit ein wenig Post-Punk-Finsternis, aus dem sich schließlich der überlebensgroße Refrain schält und schon mal – wohlgemerkt im besten Sinne – an spätere Linkin Park erinnert. Mit Nu Metal und Radio-Rock haben Death Lens aber herzlich wenig zu tun, wenngleich Ohrwürmer wie „Saints In The Panic Room“ durchaus nach Airplay riechen. Kleinere Widerhäkchen, der schroffe Basslauf und verlassen um das Arrangement tänzelnde Vocals steuern dagegen.

Darf es ein wenig energischer sein? „Pulling Teeth“ schraubt die Schlagzahl nach oben, legt Punk gleichzeitig eingängig und wütend aus, mit Singalongs und einem Hauch Hardcore. Auch „Power“ beherrscht den Spagat zwischen Härte und Charme, schwingt die Fäuste ein wenig und packt eine große Hook aus. „Am I A Drug To You?“ fällt mit Shoegaze-Melancholie aus dem Rahmen und kleidet Herzschmerz in erstaunlich luftige Schwere. Für „Waiting To Know“ tat sich das Quartett mit Ian Shelton von Militarie Gun zusammen – gesucht und gefunden, denn der unverschämt eingängige wie kantige Track lässt nicht los. Dass zum Abschluss „Debt Collector“ nach einer ruppigen Abrissbirne erneut die Akustikgitarre erklingen lässt, passt ins Bild.

So packende, vielschichtige und beherzte Songs schreiben aktuell nur wenige: Death Lens machen klar, wo sie stehen und wo sie hingehören, hauen Mini-Hits in rauen Mengen raus und verbinden das mit sympathischer Evolution auf allen Ebenen. „What’s Left Now?“ bringt willkommene Härte mit, passt sich stellenweise dem schwindenden Licht der Gegenwart an und ruft gleichzeitig zum Kampf auf. Und dann sind da noch die innigen Umarmungen, die überlebensgroßen Melodien und die sympathischen Singalongs, die förmlich danach verlangen, sich in den Armen zu liegen und von einer besseren Zukunft zu träumen. Death Lens setzen ihren rasanten Aufstieg gekonnt fort.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 24.04.2026
Erhältlich über: Epitaph Records (Indigo)

Website: www.deathlensband.com
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