Schlagwort: Post Punk

fluppe

fluppe – beest

Was bloß tun mit dem Gesang? Das fragen sich fluppe, als sie an ihrem dritten Album arbeiteten, und nachdem ihre bisherige Stimme Josef Endicott ausgestiegen war. Produzent Tobias Siebert (u. a. Klez.e) empfahl als Inspiration die Hamburger Musikerkneipe Mutter. Gefunden wurde mit Oscar Pursch der Barkeeper des Lokals, der auf den zehn neuen Songs eine richtig gute Figur abgibt. „Beest“ hält ansonsten aber herzlich wenig davon, einfach alles umzuwerfen. Das Quartett um Christian Klindworth, Antoine Laval und Lars Brunkhorst bleibt seinem Sound zwischen Post Punk, Wave und Indie Rock treu und sucht wieder und wieder nach dieser feinen Prise Hoffnung, wenn die Krise gerade doppelt heftig zuschlägt.

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shatten

shatten – Gegenwart

Es herrscht Aufbruchsstimmung, weil es nicht anders geht, wenn alles den Bach hinuntergeht. shatten haben die Zeichen der Zeit erkannt und brechen ihren Sound auf. Das Quartett aus Hamburg ringt mit einer Welt der verhärteten Fronten und eskalierenden Konflikte und antworten darauf mit nahezu verspielten Klängen – etwas melodischer, getragener und selbst inmitten aller gebotener Fröhlichkeit gerne mal düsterer. „Gegenwart“ verschiebt Perspektiven, ringt mit der Introspektive und sucht nach Wegen, um das Hier und Jetzt ein wenig schöner zu machen. Auch wenn dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt sein mag.

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IST IST

IST IST – Dagger

Harte Arbeit und Mundpropaganda brachten IST IST das verdiente Scheinwerferlicht ein. In den letzten zehn Jahren erschienen vier Alben, fünf EPs und mehr als zehn Live-Platten. Zuletzt gelang mit „Light A Bigger Fire“ sogar erstmals der Einstieg in die britischen Top 40. Und doch widersteht das Quartett aus Manchester weiterhin dem Ruf größerer Labels, veröffentlicht abermals über die eigene Plattenfirma und bleibt komplett selbstbestimmt. Diese kreative Freiheit macht sich auch auf ihrem mittlerweile fünften Studiowerk bezahlt: „Dagger“ bewegt sich einmal mehr in vertrauten Gefilden zwischen düsterem Post Punk, funkelndem Wave-Pop und zügellosen Indie-Gitarrenwänden.

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Lone Assembly

Lone Assembly – Knots & Chains

In den vergangenen Monaten sah es doch sehr danach aus, dass die große Retrowelle des 80er-Jahre-New Wave- und -Synthpop-Sounds ihren Zenit überschritten hätte. Doch wie so oft bei musikalischen Revivals gilt: Wenn der erste Hype abebbt, trennt sich die Spreu vom Weizen – und genau hier betreten Lone Assembly die Bühne. Das Quartett aus der Schweiz liefert den Beweis, dass man das Rad musikalisch nicht neu erfinden muss, sofern man Gespür für Stil und Atmosphäre besitzt. Ihr Sound ist eine tiefe Verbeugung vor den großen Ikonen der melancholischen Elektronik: Wer bei den ersten Takten an die kühle Eleganz von Camouflage, die dunkle Erhabenheit von Depeche Mode oder die düstere Atmosphäre der Sisters Of Mercy denkt, liegt goldrichtig. Nach einigen Singles erscheint dieser Tage endlich das Debütalbum „Knots & Chains“, welches die zeitlosen Einflüsse der Band zu einem beeindruckenden Gesamtwerk bündelt.

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Volores

Volores – Shores Of Scorpio

Das Ehepaar Shelby und Nathen Maxwell (Bassist bei Flogging Molly) bemüht sich als Volores um spannende, emotional aufgeladende Indie- und Alternative-Klänge mit einer gesunden Prise Goth, Post Punk und Americana. Nach einem immersiven ersten Album stellte eine kapitale Enthüllung das Leben von Sängerin Shelby auf den Punkt: Ihr leiblicher Vater war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Daraus ergab sich die Suche nach einem eigentlichen Zuhause für eine Person, die sich stets fehl am Platze gefühlt hatte. „Shores Of Scorpio“ begleitet die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

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Katarsis

Katarsis – Žiedlapis tau

Inmitten eines betont bunten Wettbewerbs trugen sie Grauschattierungen ins Finale: Katarsis traten für Litauen beim Eurovision Song Contest 2025 mit dem Post-Punk-Track „Tavo akys“ an. Auf einen sehr respektablen 16. Platz für eine beim ESC mehr als unterrepräsentierte Musikrichtung folgten eine kleine Tour durch Europa sowie mehrere Singles. Für das ehemalige Ein-Mann-Projekt von Lukas Radzevičius, der im Gründungsjahr 2019 noch zur Schule ging, ist das mehr als beeindruckend. Das erste Album „Žiedlapis tau“ (dt. „Ein Blütenblatt für dich“) nimmt den Rückenwind gekonnt mit.

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Dry Cleaning

Dry Cleaning – Secret Love

Chicago. Dublin. Das Loiretal. Dry Cleaning kamen bei den Arbeiten an ihrem dritten Album viel herum. Mit den ersten beiden Alben rannte das Londoner Quartett offene Türen ein, zwischen zuweilen stoischen Post-Punk-Arrangements, kauzigem No Wave und bewusstseinserweiternden Spoken-Word-Texten. Sessions wurden bei Jeff Tweedy von Wilco, Alan Duggan und Daniel Fox von Gilla Band sowie in der Black Box von Cate Le Bon abgehalten, die das neue Album schlussendlich produzierte. Im Songwriting rückte die Band enger zusammen, Florence Shaw ließ sich und ihre oft spontan anmutenden Texte gerne mal etwas lenken. „Secret Love“ hievt zwielichtige Gestalten in ungewohnte Umgebungen.

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Hyperdog

Hyperdog – Dog Days

Das geht ohne Frage als Meilenstein einer noch jungen Band durch: Kein Geringerer als Henry Rollins wurde auf Hyperdog aufmerksam und spielte einen Song der Linzer in seiner Radioshow. Das kommt auch nicht ungefähr, denn seit dem Release ihres ersten Albums „Frog Mountain“ im Vorjahr schwimmt das Quartett auf einer kleinen Erfolgswelle. Ihr bewusst ungewöhnlicher wie mitreißender Sound, der Punk, Hardcore, Post Punk, Indie-Klänge und bekömmliche Synthetik verbindet, schwingt sich abermals auf eine wunderliche Reise durch Schubladen und Jahrzehnte: „Dog Days“ ist hier, um zu bleiben.

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False Lefty

False Lefty – Time Will Tell

Drei Drums, eine dreisaitige Gitarre und zwei Wahlkölner, die ihr eigenes Ding durchziehen – das hört sich erst einmal wunderbar schräg an. False Lefty, das sind Veva und Thomas, verstehen sich auf einen treibenden, eigenwilligen Indie- und Alternative-Sound, der sympathische Melodien mit mächtig Volumen verbindet und dabei schon mal an July Talk erinnert. Eine erste EP landete mitten im Herz, diverse Support-Gigs und Festival-Auftritte im Anschluss unterstrichen die Qualitäten des Duos. Nun wagen sie sich mit „Time Will Tell“ höchst erfolgreich an ein erstes komplettes Album.

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Leatherette

Leatherette – Ritmo Lento

Durchatmen, Luft holen, weitermachen: Leatherette hatten sich binnen kürzester Zeit in ihrer neuen Rolle als Indie-Darlings eingelebt. Das italienische Quintett tourte fleißig durch Großbritannien und ganz Europa, spielte diverse Festivals, doch mussten sie irgendwann langsamer machen. Aus exakt dieser Absicht heraus entstand ihr drittes Album und reflektiert dieses Verlangen musikalisch. „Ritmo Lento“, zu Deutsch „langsamer Rhythmus“, wurde erst nach einer kleinen Kunstpause geschrieben, wollte den Fokus wieder auf die Musik an sich richten und zugleich ein gewisses Maß an Veränderung bemühen. Das ist vollumfänglich gelungen.

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