Schlagwort: Post Punk

Kaufmann Frust – Aus Wachs

Was Post-Punk-Deutschland alleine dieses Jahr an Perlen abgeworfen hat, man ringt geradezu mit der Fassung, die Vielfalt und den Elan der Szene auch nur annähernd zu erfassen. Und doch kommt das Beste, so meint man, erst am Schluss. Wobei, sind Kaufmann Frust wirklich ’nur‘ Post Punk? Schubladendenken ist bei den Stuttgartern so und so fehl am Platz, wie ihre ellenlangen Songs, die mit depressiver Düsternis und krautig-epischer Manie kokettieren, unter Beweis stellen. „Aus Wachs“ ist der Titel ihres Full-Length-Debüts, das auch gleich sämtliche Versprechungen in Bausch und Bogen einlöst.

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Lafote – Fin

Genug gewartet: Bereits vor vier Jahren wurden Lafote zum musikalischen Hoffnungsträger auserkoren – übrigens gemeinsam mit den recht fleißigen Isolation Berlin. Abgesehen von einem Sampler-Beitrag zum Die Sterne-Tribute gab es aber herzlich wenig vom Hamburger Trio zu hören. Zeit ist somit relativ für die Band, und doch kommt ihr Debütalbum „Fin“ jetzt gerade recht. In elf Post-Punk-Kapiteln mit feinsinnigen Indie-Untertönen handeln sie das schnelllebige, viel zu hektische Jetzt und so manchen geifernden Mob ab.

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Holygram

Holygram – Modern Cults

Wie so viele andere Künstler (momentan) auch, tauchen Holygram tief in die 80er Jahre ein. Die Kölner beziehen ihre Inspiration aus Post Punk und New Wave, mit etwas Shoegaze und Krautrock gestreckt. Zwischen Düsternis, Tanzbarkeit und etwas Fernweh gefangen, bauen die fünf Newcomer erfolgreich auf ihrer erst 2016 erschienenen ersten EP auf. „Modern Cults“ ist der passende Titel ihres Debütalbums.

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Karies – Alice

Mit ihren ersten beiden Alben etablierten sich Karies im Nu als Fixstern am deutschsprachigen Post-Punk-Himmel. Die schroffe, leicht nihilistisch veranlagte Präsentation von „Seid umschlungen, Millionen“ und „Es geht sich aus“ ging im besten Sinne an die Substanz. Die musikgewordene Schwermut scheint nun aber verschwunden zu sein. Erneut von Max Rieger produziert, lässt „Alice“ neue Finesse und beinahe so etwas wie Verspieltheit erkennen.

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Teksti-TV 666 – Aidattu tulevaisuus

Krautrock, Post Punk, Synth und Psychedelic auf einer Platte – und das alles auch noch in finnischer Sprache und mit gleich vier bis fünf Gitarren. Teksti-TV 666 gehören sicherlich nicht zu jenen Bands, die man mal so locker zwischendurch hören kann. Und doch gestaltete sich „1, 2, 3“, eine Zusammenstellung ihrer längst ausverkauften ersten drei EPs, recht unterhaltsam. „Aidattu tulevaisuus“, was auf Deutsch so viel wie ‚eine gepflegte Zukunft‘ bedeutet, geht nun als erstes reguläres Album des wilden Septetts durch.

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Deaf Wish – Lithium Zion

Einfach mal kratzbürstig sein und gegen den Strich werkeln – von linearer Präsentation hielten Deaf Wish so und so noch nie was. Das DIY-Quartett aus Melbourne lebt für die Musik und erreichte mit dem Sub Pop-Deal bereits Ungeahntes. „Pain“ war vor drei Jahren ein hartes Stück Arbeit und auch der Nachfolger „Lithium Zion“ suhlt sich abermals in gekonnt kaputten Noise-Gefilden. Bloß treffen die Songs dieses Mal ihr Ziel deutlich besser.

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Self Defense Family – Have You Considered Punk Music

Ein neues Album der Self Defense Family ist ein Erlebnis für sich. Wer ist neben Sänger Patrick Kindlon zu hören? Wer aus dem großen Künstlerkollektiv begleitet ihn demnächst auf Tour? Sieben Musiker sind auf dem aktuellen Bandfoto zu sehen, auf Platte klingt das – wie üblich, möchte man mittlerweile sagen – deutlich reduzierter. „Have You Considered Punk Music“ folgt abermals dem Prinzip der narrativen One-Take-Präsentation, von einem lyrischen Stream of Consciousness und geschickt inszeniertem musikalischen Kargland begleitet.

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Holy Esque – Television/Sweet

Aus dem absoluten Nirgendwo traf „At Hope’s Ravine“ vor knapp zweieinhalb Jahren ins Schwarze. Der auf beste Weise eigensinnige Sound Holy Esques – glockenhelle Vocals mit Wu Lyf-Schlagseite, schroffer Post Punk und energische Indie-Attitüde – schuf eine Reihe kleiner Songperlen, wie „Rose“ und das unkaputtbare „Hexx“. Quasi aus dem Nirgendwo erscheint nun der Nachfolger. „Television/Sweet“ erforscht zunehmende Isolation in Zeiten geradezu aggressiver Hyperkonnektivität und trägt den Sound der Band in deutlich düstere Gefilde.

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Moaning – Moaning

Die schiere Frequenz und Wucht, mit der neue Rock-Hoffnungsträger aktuell aus dem Boden schießen, macht beinahe Angst. Fast monatlich schlägt ein weiteres Powerhouse auf und verlangt volle Aufmerksamkeit. Dieses Mal sind Moaning aus Los Angeles dran. Das US-Trio versteht sich auf eine schrammelige, bissige und doch eingängige Mischung aus Post Punk und Indie Rock. Harmonien treffen auf gelebte Dissonanz und pointierte Selbstaufgabe, auf ihrem eponymen Debütalbum in zehn Kapiteln vertont.

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Isolation Berlin – Vergifte dich

Was ist eigentlich wirklich, was noch echt? Lügen, Fake News und Alltagsentfremdung sind stete Begleiter für Isolation Berlin. Ihr „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ war vor zwei Jahren entscheidender Impuls für die stagnierende deutsche Alternative-Gitarrenrock-Szene, die gemeinsame Platte mit Der Ringer ein kurioses Experiment zwischen Freundschaft und Verweigerungshaltung. 2018 wirft das Quartett einen ungefilterten Blick auf Liebe und Verzweiflung, und tauft diesen auf den angenehm bissigen Namen „Vergifte dich“.

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