Schlagwort: Post Rock

Lehnen

Lehnen – Negative Space

Vor einigen Jahren schrieben Die Ärzte ein Lied vom Scheitern. Lehnen machen ein ganzes Album daraus. Die drei Wiener klopfen nach gut sechs Jahren endlich wieder an und betrachten, wie sich die Angst vorm Scheitern in der heutigen Gesellschaft gestaltet, wie man im Konflikt mit sozialen Konstrukten und Erwartungen einen Platz sucht, ob und wie man das eigene Schicksal ändern kann und will. Dabei verbleibt stets etwas leerer Raum, ein „Negative Space“, der gefüllt werden will. Und genau das tun Lehnen mit ihren zehn neuen Tracks.

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I Feel Fine

I Feel Fine – The Cold In Every Shelter

I Feel Fine richten den Blick nach innen und tragen das Er- sowie Gelebte nach außen. Das Quartett aus Brighton macht seinem mehrdeutigen Namen, der sowohl Zufriedenheit ausdrücken, aber auch zwischen Sarkasmus und Abtun des aufgewühlten Gemütszustands pendeln kann, alle Ehre. Und genau das spiegelt sich in den Lyrics von Gitarrist Nathan Tompkins widerspiegeln. Entsprechend fragil und kraftvoll zeigt sich der Sound, der Alternative Rock, Emo, Math, Post Rock und neuerdings sogar ein wenig Alternative Country mitbringt. Nach einer kurzweiligen EP ist „The Cold In Every Shelter“ das Debütalbum der vier Briten.

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Closet Disco Queen & The Flying Raclettes

Closet Disco Queen & The Flying Raclettes – Omelette Du Fromage

Coilguns spielen nicht nur patenten Noise-Math, ihre Nebenprojekte sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Hinter Closet Disco Queen stecken Luc Hess und Jona Nido, die 2014 nach eigenen Angaben als talentfreie Version von The Mars Volta durchstarten wollten. Mit der Talentfreiheit ‚klappte‘ es zwar nicht, dafür setzte es mehrere kurzweilige Platten. Für „Omelette Du Fromage“, eine knuffige Verneigung vor „Dexters Labor“, holte man sich The Flying Raclettes – Kevin Galland, der selbst bei Coilguns spielt, sowie der diplomierte Jazz-Bassist Chadi Messmer – ins Boot für endlose, treibende und kraftvolle Psych-, Prog-, Post- und Punk-Energieleistungen.

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Bicurious

Bicurious – (re)constructed

Guter Post Rock weist faszinierende narrative Qualitäten auf, erzeugt Stimmungen und bemüht sich um dichte, packende Atmosphäre. Genau das zeichnet das irische Duo Bicurious aus, das mit ihren bisherigen Singles und Kleinformaten über fünf Millionen Streams generieren konnen. Ihr seit 2019 erarbeitetes und Covid-bedingt verschobenes Debütalbum widmet sich persönlichen Erfahrungen der Musiker – eine psychotische Episode von Schlagzeuger Gavin Purzell und die plötzliche Vaterschaft in jungen Jahren von Gitarrist Taran Plouzané. „(re)constructed“ spielt auf geschickte Weise mit den Grenzen und Erwartungen instrumentaler Musik.

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/A\

/A\ – /A\

Das Schweizer Festival „Les Transphoniques“ brachte Wunderstimme Emilie Zoé, (Post-)Industrial-Urgestein Franz Teichler und Schlagzeug-Tausendsassa Nicolas Pittet für eine Auftragsarbeit zusammen. Zwar kam die Pandemie der angedachten Residency in die Quere, die ausgearbeiteten Jams durften dennoch keinesfalls in einer Schublade versauern. Also rief das Trio kurzfristig /A\ ins Leben, um die verschiedenen Klangästhetiken der beteiligten Musiker*innen zu einem neuen Ganzen zu verbinden. Genau ist das ist gelungen: Schlicht „/A\“ betitelt, spottet das gemeinsame Album jeder Beschreibung und gibt einen feuchten Kehricht auf Schubladen.

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Jakob Mind

Jakob Mind – The One Who Got Away

Kurz nach den Aufnahmen zu „Rat City Dog Boy“, dem Anfang 2020 erschienenen Album von Rotten Mind, zog es Gitarrist und Sänger Jakob Arvidsson wieder ins Studio. Dort nahm er ein paar Songs auf, ohne ein konkretes Ziel oder Projekt im Sinn zu haben. Ein erstes gepostetes Demostück heimste euphorische Reaktionen ein, und schon lief der kreative Motor heiß. Als Jakob Mind präsentiert Arvidsson nun seine Solo-Spielwiese, die natürlich an die Hauptband erinnert und doch weit über diese hinausgehen. Zwischen den Buzzcocks und Velvet Underground breitet sich „The One Who Got Away“ aus.

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Boundaries

Boundaries – Maidan

Ist das die nahende Apokalypse oder einfach nur kondensierter Schmerz? Boundaries aus Dänemark reihen sich in die aktuell nicht abreißende Welle großer Post-Punk-Talente ein. Seit der ersten EP 2018 zerlegt das Quartett mit seiner brach liegenden Welt gerne mal widersprüchlicher Emotionen so manche Festivalbühne, fand jedoch etwas mehr Zeit als gedacht, um am Debütalbum zu arbeiten. Dieses nennt sich „Maidan“, arbeitet mit allerlei exotischen Instrumenten (u.a. Mandoline und Guzheng) und versteht sich als klaustrophobes, aufwühlendes Werk, in dem man sich verlieren, über das man sich aber ebenso austauschen soll. Wie ein Versammlungsplatz, ganz dem Titel entsprechend.

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LNZNDRF

LNZNDRF – II

So etwas wie Stress kennen LNZNDRF nicht, obwohl sie recht spontan arbeiten. Das Quartett um Mitglieder von The National, Beirut und Grizzly Bear traf sich bereits im September 2019 zu Jam-Sessions für ein zweites Album, die in der Folgezeit bearbeitet und in kurzweilige Form gebracht wurden. Bis zum Release sollte es aber dauern, nicht zuletzt aufgrund mehrerer Verschiebungen aus bekanntem Anlass. Diese widrigen Umstände konnten „II“ allerdings nichts anhaben, denn auch fast eineinhalb Jahre nach den ursprünglichen Sessions klingt die Platte voll und ganz im Hier und Jetzt verankert.

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Alpha Male Tea Party

Alpha Male Tea Party – Infinity Stare

Schwere, schmerzhafte Verluste brachten den kreativen Prozess von Alpha Male Tea Party zum Erliegen. Besonders der Tod ihres guten Freundes Dan Wild-Beesley von der Band Cleft ließ sich nur schwer bewältigen. Erst im Zuge des Covid-Lockdowns entfachten die Briten ihr musikalisches Feuer neu und nahmen Songs auf, die zwischen Euphorie, Melancholie und Hoffnung pendeln. „Infinity Stare“ haucht dem Math Rock des Trios frischen Esprit ein.

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Sigur Rós

Sigur Rós – Odin’s Raven Magic

Geduld ist eine Tugend, die Fans von Sigur Rós mittlerweile perfektioniert haben sollten. Tatsächlich hat das immer noch aktuelle Studioalbum „Kveikur“ bereits sieben Jahre auf dem Buckel, seither setzte es ein paar einzelne Songs, Remix-Arbeiten und Klanginstallation sowie das stete Zusammenschrumpfen der Band, begleitet von einigen suboptimalen News. Kurz nach dem Release des neuen Soloalbums von Frontmann Jónsi folgt nun ein etwas anderer Blick in die Vergangenheit: Für „Odin’s Raven Magic“ graben die Isländer ein etwas anderes Live-Erlebnis aus dem Jahr 2002 aus

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