Schlagwort: Post Rock

sleepmakeswaves

sleepmakeswaves – It’s Here, But I Have No Names For It

Australiens Post-Rock-Veteranen sleepmakeswaves hatten, wie in den letzten Jahren so viele andere Bands auch, gewisse Probleme, ihre Musik entsprechend vorzustellen. Für das Jahr 2020 hatten sie sich den Release einer EP-Trilogie unter dem Namen „These Are Not Your Dreams“ vorgenommen, die dazugehörige Tour verzögerte sich bekanntermaßen, was sich wiederum auf die Aufnahmen eines neuen Albums auswirkte. Ein Teil war bereits fertig, als man 2022 für drei Monate on the road unterbrach und im Folgejahr fortsetzte. Dass „It’s Here, But I Have No Names For It“ dennoch wie aus einem Guss klingt und diese besondere sleepmakeswaves-Atmosphäre entfacht, passt ins Bild.

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Midas Fall

Midas Fall – Cold Waves Divide Us

Midas Fall können eigentlich nur aus Schottland kommen, möchte man glauben und meinen. Der gerne mal kühle, dennoch stets emotional aufgeladene Sound des Trios baut Brücken zwischen fragilen, progressiven und aufbrausenden Gefilden, als würden Mogwai, Chelsea Wolfe und Sigur Rós gemeinsame Sache machen. Und doch wird man den Veteranen, die aktuell bereits ihr fünftes Studioalbum veröffentlichen, mit dieser Beschreibung nicht annähernd gerecht. Auch ihr neuester Streich „Cold Waves Divide Us“ spielt mit widersprüchlichen Gefühlen, mit komplexen Rock-Gefilden und unterkühlter Elektronik.

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Pawn Painters

Pawn Painters – Pawn Painters 1

So schnell ihr Stern aufgegangen war, so schnell wäre er beinahe wieder verglüht. Pawn Painters fanden sich 2016 und erarbeiteten sich in kürzester Zeit einen guten Ruf als kompetente Liveband. Vier Jahre später sah die Situation schon ganz anders aus. Man suchte nach einem neuen Sound, experimentierte zunehmend und verrannte sich. Irgendwann macht es ‚Klick‘, „Pawn Painters 1“ war entstanden. Der rocklastige Sound in diesen 44 Minuten versucht bewusst viel, gibt sich ungeschönt und lässt das bayrische Quartett auf eine Rundreise durch verschiedenste ruppige bis kunstvolle Ideen gehen.

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Another Sky

Another Sky – Beach Day

Es gibt Alben, auf die man ein ganzes Leben lang gewartet hat, ohne es zu wissen. Gefühlt nehmen Another Sky andauernd solche Musik auf. Das erste Full-Length-Werk versuchte den ungewöhnlichen Sound zwischen Alternative, Indie, Prog, Post und Shoegaze abzustecken, begleitet von einer der interessantesten Stimmen der Gegenwart. Weitere EPs davor und danach trieben die Entwicklung voran. „Beach Day“, der Nachfolger, entstand unter widrigsten Umständen, nachdem die Band ihr altes Studio verlor und mit einem schwerwiegenden Zwischenfall auf persönlicher Ebene zu kämpfen hatte.

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Drive Moya

Drive Moya – The Great End

Es war zuletzt eine Spur ruhiger um das Trio Drive Moya geworden, nachdem ihr herrlich 90s-lastiger Einstand „The Light We Lost“ Ende 2019 vollends eingeschlagen war. Die Ruhe vor dem Sturm, wenn man so will, denn nun melden sich die Wiener zurück und zeigen dem vermeintlich schweren zweiten Album die kalte Schulter. Musikalisch widmet man sich nach wie vor der Zeitlosigkeit – Grunge, Indie und Alternative treffen auf Dream-Pop und Shoegaze, von endlosen Weiten und scharfkantigen Gitarren umspült. Und doch klingt „The Great End“ tatsächlich noch eine ordentliche Spur größer und mächtiger.

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le_mol

le_mol – J_LLY G__D _iME

Starker Tobak mit Leerstellen rundet den bislang vielleicht interessantesten Releasezyklus von le_mol ab. Das Wiener Duo setzt sich mit einem instabilen Europa auseinander, das für die Kinder der 90er doppelt unwirklich erscheint, während die nächste existenzielle Krise bereits vorstellig wird. Etwas Ironie und der eine oder andere Schmunzler werden bewusst gesetzt, um nicht komplett zu zerfallen. „J_LLY G__D _iME“ fasst die beiden EPs des vergangenen Jahres zusammen, packt etwas neues Material hinzu und bringt gängige, erwartbare Post-Rock-Konventionen einmal mehr unterhaltsam an ihre Grenzen.

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Voodoo Beach

Voodoo Beach – Wonderful Life

Voodoo Beach standen vor dem Abgrund. Nach mehreren Line-up-Wechseln stand der harte Kern um Drummerin Josephine Oleak und Bassist John-H. Karsten plötzlich ohne Sängerin und Gitarristin da, wollte die Band schon zu Grabe tragen. 18th Day-Gründungsmitglied Heike Rädeker bekam davon Wind, schloss sich dem Duo sofort an und sorgte für die erhoffte Rettung. Nicht nur das, in dieser neuen Besetzung sprudelten die Ideen geradezu aus Voodoo Beach heraus und hievten den ohnehin offenen Sound in neue Sphären. „Wonderful Life“ gibt sich experimenteller und zugänglicher denn je.

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Sigur Rós

Sigur Rós – ÁTTA

Ein komplettes Jahrzehnt ohne neues Album, das ist dann doch eine etwas sehr lange Durststrecke. Abgesehen von einzelnen Songs sowie verschiedenen Spezial-Releases hielten sich Sigur Rós zuletzt im Hintergrund auf, was nicht zuletzt an personellen wie auch rechtlichen Problemen lag. Umgeben von einer Welt, die sich vermehrt selbst zerstört, suchte man nach Möglichkeiten, die eigentlich von Schönheit geprägte Musik in einem alles andere als schönen Umfeld zu platzieren. „ÁTTA“ tauchte letztlich recht überraschend auf, unter anderem in den legendären Abbey Road Studios sowie mit Orchester und Blechbläsern aufgenommen, und kleidet Nihilismus sowie Ohnmacht in zumindest auf den ersten Blick zauberhafte Töne.

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JeGong

JeGong – The Complex Inbetween

Klang als Forschungselement im freien Raum, so oder so ähnlich begehen JeGong ihre Musik. Der Einstand des Duos entpuppte sich als nuancierte Auseinandersetzung mit Krautrock, elektronischen Anfängen und dem Post-Präfix. Exakt das verfolgen Dahm Majuri Cipolla und Reto Mäder nun weiter und wagen sich mehr denn je in die selbstgewählten Untiefen vor. „The Complex Inbetween“ meditiert über Sein und Schein in treibenden sowie gemächlichen Soundscapes, die sich mit wachsender Begeisterung zwischen den Grenzen des Vorhersehbaren platzieren.

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Lausch

Lausch – Love & Order

Längere Studio-Pause, längere Live-Pause, aber alles andere als eine kreative Pause. Zwar machten sich Lausch in jüngerer Vergangenheit etwas rar – ihr letztes reguläres Album erschien im Herbst 2017 – doch zeigt sich ihr vertrackter, intelligenter Rock-Ansatz so energisch und kreativ wie eh und je. Das Wiener Trio ist mittlerweile bei Noise Appeal Records gelandet und präsentiert nach einigen Singles nun ihr sechstes Studioalbum. „Love & Order“ konsolidiert vertraute Stärken, die handfesten Alternative-Sound erneut in Richtung Prog und Post verschrieben, Anspruchsvolles mit Eingängigem verbinden.

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