Schlagwort: Post Rock

WU LYF

WU LYF – A Wave That Will Never Break

Die World Unite Lucifer Youth Foundation nimmt wieder Mitglieder auf. Besser bekannt als WU LYF, tauchte das Quartett vor gut 15 Jahren mit seinem eigenen Club auf, verwendete die dadurch finanzierten Aufnahmen für das erste, 2011 erschienene Album „Go Tell Fire To The Mountain“ und war Ende 2012 schon wieder Geschichte. Seither beschäftigte man sich mit diversen Nebenschauplätzen (u. a. Lost Under Heaven, das gemeinsame Projekt von Ellery Roberts und Partnerin Ebony Hoorn), bevor ausgerechnet am 1. April 2025 ein neuer Song erschien, begleitet von ein paar Tourdaten. Wieder ein Jahr später gab es tatsächlich das zweite Album: „A Wave That Will Never Break“ tastet sich durch kunstvollen Indie Rock mit Stadion-Charme und ausdrucksstarken Emotionen.

Weiterlesen
Red Dwarf Star

Red Dwarf Star – LP1

Seit seinem Umzug von den USA in die Schweiz läuft das Leben bei Coley Dennis etwas anders. Der Alltag ist von Familie und Beruf geprägt, seine Band Maserati veröffentlichte sein letztes Album vor über sechs Jahren und schraubt seit geraumer Zeit an einem Film-Soundtrack, der heuer erscheinen soll. Zwischenzeitlich schrieb er eigene Songs, inspiriert durch den Alternative- und Post-Hardcore-Sound der 90er, jedoch zusehend krautig und elektronisch verfremdet. Red Dwarf Star wachsen aktuell vom Solo-Projekt zur kompletten Band an (u. a. mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Jeffk, Kruger, Orso und Lenore), der Einstand heißt schlicht und ergreifend „LP1“.

Weiterlesen
American Football

American Football – American Football (LP4)

Neue Alben von American Football verlangen Geduld, nicht nur aufgrund der zwischenzeitlichen Auflösung. Ihre dritte selbstbetitelte Platte hat aber tatsächlich über sieben Jahre auf dem Buckel. Nach der letzten Tour 2019 plante man eine Pause, die sich pandemiebedingt deutlich verlängerte. Steve Lamos war zwischenzeitlich ausgestiegen, um sich auf Beruf und Privatleben zu konzentrieren, die Zoom-Sessions waren alles andere als fruchtbar. Stattdessen gab es Nachschub diverser Kinsella-Nebenschauplätze, wie Owen und LIES. Und dann klappte es doch noch – mit Sonny DiPerri als treibende und zugleich beruhigende Kraft hinter den Reglern sowie ordentlich Vorarbeit von Nate Kinsella. „American Football (LP4)“ klingt entsprechend mächtig und intensiv, bei aller Intimität.

Weiterlesen
Anger MGMT.

Anger MGMT. – Anger Is Eternal

Wut kann vieles sein, das weiß Nik Petronijevic nur zu gut. Der Sänger von Anger MGMT. sang auf dem ersten Album „Anger Is Energy“ über seine Depressionen und Angsterkrankung, ist Mental-Health-Aktivist und hilft Menschen mit seiner Offenheit. Der Weg nach vorne ist jedoch ein stetes Auf und Ab, verläuft nicht linear. Exakt das thematisiert das Trio aus Winterthur einmal mehr und stellt sich musikalisch weiterhin breit auf – rockig, finster, zentnerschwer, stellenweise erstaunlich drückend und frontal. „Anger Is Eternal“ befasst sich mit alten Verletzungen, neuen Herausforderungen und steten Kämpfen, verpackt in abermals richtig gute Musik.

Weiterlesen
The Twilight Sad

The Twilight Sad – It’s The Long Goodbye

Das erste Album seit über sieben Jahren und eine Band, die auf das Kern-Songwriting-Duo – Sänger James Alexander Graham und Gitarrist Andy MacFarlane – geschrumpft ist: Der Hintergrund für die lange Wartezeit und Veränderungen bei The Twilight Sad sind tragischer Natur. Als die Schotten 2016 von einer Support-Tour für The Cure hingekehrt waren, wurde Grahams Mutter mit früh einsetzender frontotemporaler Demenz diagnostiziert, die fortan das Band- und Privatleben mehr als entscheidend mitbestimmte. Eine weitere Tour mit The Cure sieben Jahre später wurde abgebrochen, wenig später verstarb Grahams Mutter. Der Großteil von „It’s The Long Goodbye“ entstand während dieser Zeit.

Weiterlesen
JeGong

JeGong – Gomi Kuzu Can

Nach zwei hochspannenden, vielschichtigen Alben feierten JeGong beim Roadburn Festival endlich ihre Live-Premiere. Dabei ergaben sich spannende Erkenntnisse für den eigenen Sound. Zum einen rückte der Bass in den Mittelpunkt, zum anderen entdeckte man Vertrauen in das Bandgefüge, in dem man sich aufeinander verlassen konnte. Und dann ist da noch das Faible für Vintage-Equipment aus den 70ern, das sich wesentlich auf den Sound auswirken sollte. „Gomi Kuzu Can“ bleibt den krautig-experimentellen Wurzeln treu und beschreitet zugleich neue, deutlich lebhaftere und hellere Pfade.

Weiterlesen
ZAHN

ZAHN – Purpur

Bunt. Üppig. Unwirklich. Ausdrucksstark. ZAHN planen Großes für ihr drittes Album. Das Trio aus der Hauptstadt zeigte sich auf „Adria“ von seiner vielfältigen, gerne mal unwirklichen und dabei stets spannenden Seite. Urlaubende Getriebenheit transportierte sie durch verschiedenste Kraut-, Noise- und Elektro-Gefilde. Daran soll der Nachfolger anknüpfen und zugleich neue Pfade beschreiten, zugleich rockiger und elektronischer klingen. Mit Gästen wie Kjetil Nernes (Årabrot) und Fabian Bremer (Radare, Aua) sowie Magnus Lindberg (Cult Of Luna) am Mix und Mastering geht „Purpur“ in jeder Hinsicht in die Vollen.

Weiterlesen
Maitland

Maitland – Falling Into Place

Hinter Maitland stecken fünf Musiker aus Münster, deren Background unter anderem in Hardcore, Indie, Noise und Electronica liegt. Der gemeinsame Nenner liegt bei atmosphärischen, melodischen, gerne mal treibenden und durchaus melancholischen Indie-Rock-Songs, mit Pop-Schlagseite, Post-Rock-Epik und durchaus tanzbaren Einschüben. Was sich abstrakt und nahezu überladen liest, wird auf Platte jedoch richtig gut. Und eine eben solche legt das Quintett nun erstmals vor: Nach diversen Song-Releases ist „Falling Into Place“ das erste komplette Album.

Weiterlesen
The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Dreams Of Being Dust

Die Mission, dem epochalen „Illusory Walls“ einen gebührenden Nachfolger zu stiften, darf gut und gerne als gewaltige Herausforderung bezeichnet werden. The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die verzichten darauf, einfach ’nur‘ nachzulegen, und wagen stattdessen etwas. Einerseits ist das US-Sextett politischer denn je unterwegs, andererseits wurde der Härtegrad spürbar nach oben geschraubt, ohne jedoch alles über den sprichwörtlichen Haufen zu werfen. Somit ist „Dreams Of Being Dust“ Neustart, Weiterentwicklung und Zäsur in einem, und das auf verdammt starke Weise.

Weiterlesen
Pile

Pile – Sunshine And Balance Beams

Bei Pile weiß man nie so genau, was man bekommt, und das trägt letztlich ungemein zum Reiz dieser Band bei. Der einstige Solo-Schauplatz von Rick Maguire häutet sich seit dem ersten, vor nunmehr 18 Jahren veröffentlichen Album mit wunderbarer Regelmäßigkeit, mag seine Experimente ebenso wie den nahezu konstanten Paradigmenwechsel. „Sunshine And Balance Beams“, das mittlerweile neunte Studioalbum und zugleich Einstand für Sooper Records, versucht gleich mehrere Konzepte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es geht um das Streben nach Glück, den Einklang mit der Natur und dem Selbst, und den Ausdruck von Haltung in einer kommerziell geprägten Gesellschaft.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?