Schlagwort: Post Rock

Anger MGMT.

Anger MGMT. – Anger Is Eternal

Wut kann vieles sein, das weiß Nik Petronijevic nur zu gut. Der Sänger von Anger MGMT. sang auf dem ersten Album „Anger Is Energy“ über seine Depressionen und Angsterkrankung, ist Mental-Health-Aktivist und hilft Menschen mit seiner Offenheit. Der Weg nach vorne ist jedoch ein stetes Auf und Ab, verläuft nicht linear. Exakt das thematisiert das Trio aus Winterthur einmal mehr und stellt sich musikalisch weiterhin breit auf – rockig, finster, zentnerschwer, stellenweise erstaunlich drückend und frontal. „Anger Is Eternal“ befasst sich mit alten Verletzungen, neuen Herausforderungen und steten Kämpfen, verpackt in abermals richtig gute Musik.

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The Twilight Sad

The Twilight Sad – It’s The Long Goodbye

Das erste Album seit über sieben Jahren und eine Band, die auf das Kern-Songwriting-Duo – Sänger James Alexander Graham und Gitarrist Andy MacFarlane – geschrumpft ist: Der Hintergrund für die lange Wartezeit und Veränderungen bei The Twilight Sad sind tragischer Natur. Als die Schotten 2016 von einer Support-Tour für The Cure hingekehrt waren, wurde Grahams Mutter mit früh einsetzender frontotemporaler Demenz diagnostiziert, die fortan das Band- und Privatleben mehr als entscheidend mitbestimmte. Eine weitere Tour mit The Cure sieben Jahre später wurde abgebrochen, wenig später verstarb Grahams Mutter. Der Großteil von „It’s The Long Goodbye“ entstand während dieser Zeit.

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JeGong

JeGong – Gomi Kuzu Can

Nach zwei hochspannenden, vielschichtigen Alben feierten JeGong beim Roadburn Festival endlich ihre Live-Premiere. Dabei ergaben sich spannende Erkenntnisse für den eigenen Sound. Zum einen rückte der Bass in den Mittelpunkt, zum anderen entdeckte man Vertrauen in das Bandgefüge, in dem man sich aufeinander verlassen konnte. Und dann ist da noch das Faible für Vintage-Equipment aus den 70ern, das sich wesentlich auf den Sound auswirken sollte. „Gomi Kuzu Can“ bleibt den krautig-experimentellen Wurzeln treu und beschreitet zugleich neue, deutlich lebhaftere und hellere Pfade.

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ZAHN

ZAHN – Purpur

Bunt. Üppig. Unwirklich. Ausdrucksstark. ZAHN planen Großes für ihr drittes Album. Das Trio aus der Hauptstadt zeigte sich auf „Adria“ von seiner vielfältigen, gerne mal unwirklichen und dabei stets spannenden Seite. Urlaubende Getriebenheit transportierte sie durch verschiedenste Kraut-, Noise- und Elektro-Gefilde. Daran soll der Nachfolger anknüpfen und zugleich neue Pfade beschreiten, zugleich rockiger und elektronischer klingen. Mit Gästen wie Kjetil Nernes (Årabrot) und Fabian Bremer (Radare, Aua) sowie Magnus Lindberg (Cult Of Luna) am Mix und Mastering geht „Purpur“ in jeder Hinsicht in die Vollen.

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Maitland

Maitland – Falling Into Place

Hinter Maitland stecken fünf Musiker aus Münster, deren Background unter anderem in Hardcore, Indie, Noise und Electronica liegt. Der gemeinsame Nenner liegt bei atmosphärischen, melodischen, gerne mal treibenden und durchaus melancholischen Indie-Rock-Songs, mit Pop-Schlagseite, Post-Rock-Epik und durchaus tanzbaren Einschüben. Was sich abstrakt und nahezu überladen liest, wird auf Platte jedoch richtig gut. Und eine eben solche legt das Quintett nun erstmals vor: Nach diversen Song-Releases ist „Falling Into Place“ das erste komplette Album.

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The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Dreams Of Being Dust

Die Mission, dem epochalen „Illusory Walls“ einen gebührenden Nachfolger zu stiften, darf gut und gerne als gewaltige Herausforderung bezeichnet werden. The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die verzichten darauf, einfach ’nur‘ nachzulegen, und wagen stattdessen etwas. Einerseits ist das US-Sextett politischer denn je unterwegs, andererseits wurde der Härtegrad spürbar nach oben geschraubt, ohne jedoch alles über den sprichwörtlichen Haufen zu werfen. Somit ist „Dreams Of Being Dust“ Neustart, Weiterentwicklung und Zäsur in einem, und das auf verdammt starke Weise.

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Pile

Pile – Sunshine And Balance Beams

Bei Pile weiß man nie so genau, was man bekommt, und das trägt letztlich ungemein zum Reiz dieser Band bei. Der einstige Solo-Schauplatz von Rick Maguire häutet sich seit dem ersten, vor nunmehr 18 Jahren veröffentlichen Album mit wunderbarer Regelmäßigkeit, mag seine Experimente ebenso wie den nahezu konstanten Paradigmenwechsel. „Sunshine And Balance Beams“, das mittlerweile neunte Studioalbum und zugleich Einstand für Sooper Records, versucht gleich mehrere Konzepte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es geht um das Streben nach Glück, den Einklang mit der Natur und dem Selbst, und den Ausdruck von Haltung in einer kommerziell geprägten Gesellschaft.

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Albert af Ekenstam

Albert af Ekenstam – Ghost In Us

Sechs Jahre voller kreativer Stille und intensiver Sinnsuche – so wird die jüngste Ruhephase in der Karriere von Albert af Ekenstam genannt. Der schwedische Klangmagier und Songwriter machte sich zuletzt rar, meisterte allerlei persönliche Herausforderungen und launcht nun den Neustart. Und der bemüht sich um noch mehr Tiefgang als zuletzt, mit bewusst lose zusammengehaltenen Strukturen, dem Post Rock nahe und doch folkig. „Ghost In Us“ kämpft sich durch Verlust, durch die Suche nach neuen Ufern und bemüht sich um Kraft im vermeintlich leeren Raum.

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No Body

No Body – Loves You

Nach dem Ausstieg bei Musa Dagh hat der umtriebige Aydo Abay die nächste Band am Start – und die ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Im Sommer 2021 wurde er von Sascha Wiercinski, der als Old Nobody instrumentalen Post Rock macht, angeschrieben, er hätte Musik mit Abays Stimme im Kopf geschrieben. Der lehnt zwar aus Zeitgründen erst einmal ab, bleibt von den Songs fasziniert. Letztlich entschied man sich, ein komplettes Album zu machen. Am Schlagzeug sitzt Thomas Götz (Beatsteaks), mit dem Abay bereits auf der ersten Musa Dagh-Platte zusammenarbeitete. Gemeinsam nennt sich das Trio No Body, der Einstand heißt „Loves You“.

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The New Mourning

The New Mourning – Songs Of Confusion

Die Lust am Live-Sound wuchs bei Thomas Pronai in den letzten Jahren, unter anderem durch seine Tour als Teil der Live-Band von Pete Astor inspiriert. Diese spontane Unmittelbarkeit wollte er auch mit seiner aktuellen Formation The New Mourning einfangen. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Release des Einstands „When The Light Fades“ war man dieser Aufgabe gewachsen, nun aufeinander eingespielt und durch die kürzliche Hinzunahme eines Bass VI im Sound noch wuchtiger und breiter aufgestellt. „Songs Of Confusion“ will vielleicht nicht erwachsener sein, zeigt jedoch eine Band, die sich endgültig gefunden hat.

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