Schlagwort: Punk Rock

Downtown Boys

Downtown Boys – Public Luxury

Punk als Medium für Aktivismus und Veränderung – das ist zwar alles andere als neu, in den letzten Jahren aber immer seltener geworden. Downtown Boys hat man das offenkundig nicht gesagt. Das Quintett aus Providence, Rhode Island setzt sich lautstark für Gerechtigkeit in allen Formen ein, stellt sich an die Seite von Arbeitern und Unterpriviligierten und wettert lautstark gegen Unterdrückung. Ihr letztes Album hat allerdings mittlerweile neun Jahre auf dem Buckel. Zwischendurch gab es ein paar Songs und Kleinformate sowie einen Filmsoundtrack, begleitet von einer prominenten Live- und Protest-Präsenz. „Public Luxury“ sucht und findet Kraft und Schönheit im Banalen und Alltäglichen.

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Rat Boy

Rat Boy – CRASH!

Ein zuhause aufgenommenes Mixtape, diverse Newcomer-Award-Nominierungen, Platz 15 in UK für das erste Album: Jordan Cardy aka Rat Boy legte fulminant los. Zwei weitere Platten folgten, ebenso eine Vielzahl von Live-Auftritten in Bandbesetzung. Längst bei Hellcat unter Vertrag, entstand der neueste Longplayer unter kuriosen Umständen. Der Garten von Rock-Legende Suzi Quatro wurde in Beschlag genommen, verteilt auf zwei eigens eingerichtete Recording-Schuppen, unter der Ägide von Tim Armstrong (Rancid), Cardy und Schlagzeuger Booth. „CRASH!“ vertraut einmal mehr auf die gewohnt humorvolle, unmittelbare Mischung aus Punk, Ska, Pop und Rock.

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Elmar

Elmar – Vollgeschissen im Hassklub

Aktuelle und ehemalige Musiker von Abenteuer Auftauen, Mikrokosmos23, drych, Kirre. und Point No Point touren seit über einem Jahrzehnt als Elmar durch die Lande. Der gemeinsame Nenner bewegt sich irgendwo zwischen Punk und Emo, ursprünglich mit Hinweis auf die Meißener Herkunft auch ‚Punk aus Porzellan‘ genannt. Das war 2017, zu Zeiten ihres ersten Albums. Seither erschienen ein paar Kleinformate, man zog nach Dresden um und besetzte den Posten am Schlagzeug neu. Ruppig, live eingespielt und mit einem wachen Auge auf die Gefahren und Abgründe der Zeit, gibt nun der Zweitling „Vollgeschissen im Hassklub“ ordentlich Gas.

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The Bobby Lees

The Bobby Lees – New Self

Das Banddasein kann eine ziemlich teure, undankbare Angelegenheit sein. Für The Bobby Lees war dies Ende 2023 Anlass, eine Pause auf unbestimmte Zeit bekanntzugeben. Wirtschaftlicher Druck und die Herausforderungen des Tourens inmitten aller Unsicherheiten wurden als Gründe genannt. Was folgte, war eine Welle der Solidarität. Unter anderem bot ‚Aquaman‘ Jason Momoa höchstpersönlich an, eine neue Platte zu finanzieren. Nun ist das US-Trio tatsächlich zurück, konnte sämtliche Energie in die kreative Seite der Band stecken und kam zudem bei Epitaph unter. „New Self“ ist ihr nunmehr viertes Studioalbum.

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Abramowicz

Abramowicz – Joy Of Missing Out

Das Heartland-Herz schlägt endlich wieder in Hamburg, und das lauter denn je: Abramowicz haben nach über sechs Jahren wieder neue Musik im Gepäck. Nach der Tour zum 2019 erschienen „The Modern Times“ war erst einmal Ruhe. Für einen Nachfolger ließ man sich bewusst Zeit, erarbeitete alles nach und nach im Proberaum und integrierte mit Nico Thiel einen dritten Gitarristen, der den Sound noch größer klingen lässt. Von Dankbarkeit ist die Rede, vom Blick zurück auf die Reise der Jugend zur erwachsenen Gegenwart, vom Gemeinsamen und von Tiefgang in einer Welt voller Oberflächlichkeiten. „Joy Of Missing Out“ lehnt sich zurück und lässt doch nie locker.

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Hysterese

Hysterese – Hysterese

Understatement bleibt das Motto von Hysterese. Keine großen Worte, keine Werbung, wenig Social-Media-Aktivität und Minimalismus bei der Benennung ihrer Alben zeichnen das Quartett aus Tübingen seit seienr Gründung 2009 aus. Ihre letzte Platte hat mittlerweile knapp fünf Jahre auf dem Buckel, auch der Nachfolger verzichtet auf einen Titel. Die Musik soll für sich sprechen, und das gelingt einmal mehr. „Hysterese“ (das fünfte Album, das den Namen der Band trägt) erweitert den Sound ein weiteres Mal, spielt mehr und mehr mit klassischeren Alternative- und Hard-Rock-Mustern, bleibt dem Punk in verschiedenen Spielarten treu und schielt gerne mal in Richtung Heavyness.

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Twin Serpent

Twin Serpent – True Norwegian Blackgrass

Folk Punk mag alles andere als neu sein, doch finden Twin Serpent dennoch eine Möglichkeit, für frischen Wind zu sorgen. Das Quartett aus Trondheim in Mittelnorwegen hat zwar ein Herz für Punk und Folk, bringt aber ebenso Country, Garage Rock und sogar eine kleine Portion Black-Metal-Ästhetik ein. Ihr erstes Album „Feels Like Heaven, North Of Hell“ zeigte bereits, dass hinter dieser Idee so viel mehr als nur eine schräge Kuriosität steckt. Nunmehr bei Svart Records untergekommen, findet der Zweitling die passende Überschrift für den Sound von Twin Serpent: „True Norwegian Blackgrass“.

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Koyo

Koyo – Barely Here

Ein starkes erstes Album, schneller Aufstieg vom lokalen Szene-Act zu dauertourenden Hopefuls, erste Zweifel über das neue Leben on the road und schließlich die Platte danach – so oder so ähnlich lässt sich der Weg von Koyo seit der Veröffentlichung von „Would You Miss It?“ im September 2023 zusammenfassen. Während das Long-Island-Quintett mehr und mehr zur perfekt abgestimmten Einheit reifte, hielten Isolation und erste (fehlplatzierte) Schamgefühle über diesen neuen Alltag Einzug. Das und mehr begleitet „Barely Here“, ein lebendiges, nicht immer ganz einfaches und doch stets mitreißendes zweites Album.

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Users

USERS – Welcome To Civilisation

Laut, schroff, eindringlich und unheimlich wichtig: USERS halten nichts von falscher Zurückhaltung und vermitteln Inhalte mit packendem Lärm. In den letzten beiden Jahren erarbeitete sich das Quartett aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen einen Ruf als packende Live-Band, war unter anderem bereits am Roskilde Festival zu sehen und spielte einzelne Shows in Deutschland. Nun gibt es den ansteckenden Mix aus Punk Rock und Post Punk erstmals auf Platte zu hören: „Welcome To Civilisation“ zeigt sich solidarisch mit der Arbeiterklasse und all jenen, die die Dinge am Laufen halten, während sich große Konzerne und machtgierige Individuen immer mehr Land und Profit unter den Nagel reißen.

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Frachter

Frachter – Es wird gleich besser

Die Dauerkrise treibt vorbei und winkt alles andere als freundlich: Fracht rücken das Rampenlicht auf die Schattenseiten der Zeit, von Klimakrise über fortschreitenden Rechtsruck bis zum kaputten Neoliberalismus. Nach „Bad Sterben“ tourte das Trio fleißig durch das Land, verfeinerte seinen Ansatz zwischen Punk und Emo weiter und arbeitete sich zwischen Wut und Zweckoptimismus am Status Quo ab. „Es wird gleich besser“ darf gerne mal sarkastisch bis zynisch gesehen werden, langt beherzt zu und findet selbst im stets bewusst schroffen DIY-Sound Momente vorsichtiger Hoffnung.

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