Schlagwort: Punk Rock

Team Dresch

Team Dresch – Furthermore

Obwohl sich Team Dresch bereits 1998 aufgelöst hatten, war die Queercore-Institution eigentlich nie so ganz weg gewesen. Binnen fünf Jahren hatten sie zwei Alben sowie diverse Singles und Sampler-Beiträge veröffentlicht, ab 2004 spielte man den einen oder anderen Reunion-Gig und veröffentlichte 2019 und 2020 sogar einzelne neue Songs. Das hier ist aber dennoch ein ganz anderes Kaliber: „Growing Underground“ ist ihr erstes Album seit 30 Jahren und macht das, was das nunmehr mit zwei Drummer:innen operierende Quintett am besten kann. Es setzt Punk, Rock, Songs über queere Kultur und ganz viele Ecken und Kanten für alle.

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The Meffs

The Meffs – Business

Punk muss wehtun, musikalisch wie inhaltlich. The Meffs beweisen aktuell Haltung und thematisieren, wie alles vor die Hunde geht. Das Duo aus Essex macht unheimlich viel Lärm, gepaart mit knackigen Riffs und pointierten Texten – mal verletzlich, mal so unbequem wie menschenmöglich. Der ansonsten im Metal-Umfeld tätige Produzent Dan Weller kümmerte sich darum, den drastischen Live-Sound von Sängerin/Gitarristin Lily Hopkins und Drummer Lewis Copsey einzufangen. Das tut „Business“, dem zweiten Album der Engländer:innen, hörbar gut, und fängt die Qualitäten einer Platte ein, die laut Band von der ersten bis zur letzten Sekunde fest an die Wand drücken soll – wie es Unternehmen eben auch tun.

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Sweet Teeth

Sweet Teeth – The Void That Eats The Heart

Finspångs feinste Söhne rotieren wieder. Sweet Teeth verwalten seit einigen Jahren das Erbe von Hüsker Dü aus der Ferne. Die schwedische Band verbindet Punk, Alternative und etwas Power Pop mit großen Melodien und dreckigen Gitarren. Dass dahinter eigentlich Hardcore- und Metal-Veteranen von Bands wie Disfear und Tormented stecken, muss man dazusagen. Nach einer kleinen Kunstpause setzt es nun das zweite reguläre Album. „The Void That Eats The Heart“ spuckt 13 kurzweilige Songs in einer halben Stunde aus und reist mit seinen Ohrwürmern durch die Jahrzehnte.

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TYNA

TYNA – Allen geht es

Der Weg zum neuen Album stotterte bei TYNA unerwartet. Nach dem kurzweiligen Einstand „PNK“ spielte man erst einmal fleißig. Anfang 2026 stieg Keyboarder Freddie Wiese aus, Produzent:innen brachen wegen Burnout weg, wie auch die erhofften Förderungen. Durch Crowdfunding, stückweise Zusammensetzung neuer Songs quer über Deutschland hinweg, tausende Tourkilometer, den einen oder anderen Streit, aber auch viel Zusammenhalt klappte es doch. „Allen geht es“ ist das Ergebnis der letzten Jahre, der Hochs und Tiefs, der kompromisslosen Auseinandersetzung mit dem eigenen Sound, der eigenen Identität und der Welt rundherum.

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Ceremony

Ceremony – Tell Me Your Dream

Zwischendurch mal eben für sieben Jahre kein neuer Stoff, die eine oder andere Tour, plötzlich wieder auf der Matte: Ceremony hatten sich nach „In The Spirit World Now“ mit neuem Material erst einmal Zeit gelassen. Wohin die Reise nach noch stärkerem Post-Punk-Fokus gehen sollte, musste genau überlegt werden. Die Antwort liegt im Überall und im Nirgendwo, denn man bedient sich aktuell bei so ziemlich allen kreativen Phasen. Einmal mehr gemeinsam mit John Reis erarbeitet, der bereits für das 2015 erschienene „The L-Shaped Man“ hinter den Reglern saß, wollte das Quintett wachrütteln. „Tell Me Your Dream“ kämpft gegen Gleichgültigkeit an.

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Downtown Boys

Downtown Boys – Public Luxury

Punk als Medium für Aktivismus und Veränderung – das ist zwar alles andere als neu, in den letzten Jahren aber immer seltener geworden. Downtown Boys hat man das offenkundig nicht gesagt. Das Quintett aus Providence, Rhode Island setzt sich lautstark für Gerechtigkeit in allen Formen ein, stellt sich an die Seite von Arbeitern und Unterpriviligierten und wettert lautstark gegen Unterdrückung. Ihr letztes Album hat allerdings mittlerweile neun Jahre auf dem Buckel. Zwischendurch gab es ein paar Songs und Kleinformate sowie einen Filmsoundtrack, begleitet von einer prominenten Live- und Protest-Präsenz. „Public Luxury“ sucht und findet Kraft und Schönheit im Banalen und Alltäglichen.

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Rat Boy

Rat Boy – CRASH!

Ein zuhause aufgenommenes Mixtape, diverse Newcomer-Award-Nominierungen, Platz 15 in UK für das erste Album: Jordan Cardy aka Rat Boy legte fulminant los. Zwei weitere Platten folgten, ebenso eine Vielzahl von Live-Auftritten in Bandbesetzung. Längst bei Hellcat unter Vertrag, entstand der neueste Longplayer unter kuriosen Umständen. Der Garten von Rock-Legende Suzi Quatro wurde in Beschlag genommen, verteilt auf zwei eigens eingerichtete Recording-Schuppen, unter der Ägide von Tim Armstrong (Rancid), Cardy und Schlagzeuger Booth. „CRASH!“ vertraut einmal mehr auf die gewohnt humorvolle, unmittelbare Mischung aus Punk, Ska, Pop und Rock.

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Elmar

Elmar – Vollgeschissen im Hassklub

Aktuelle und ehemalige Musiker von Abenteuer Auftauen, Mikrokosmos23, drych, Kirre. und Point No Point touren seit über einem Jahrzehnt als Elmar durch die Lande. Der gemeinsame Nenner bewegt sich irgendwo zwischen Punk und Emo, ursprünglich mit Hinweis auf die Meißener Herkunft auch ‚Punk aus Porzellan‘ genannt. Das war 2017, zu Zeiten ihres ersten Albums. Seither erschienen ein paar Kleinformate, man zog nach Dresden um und besetzte den Posten am Schlagzeug neu. Ruppig, live eingespielt und mit einem wachen Auge auf die Gefahren und Abgründe der Zeit, gibt nun der Zweitling „Vollgeschissen im Hassklub“ ordentlich Gas.

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The Bobby Lees

The Bobby Lees – New Self

Das Banddasein kann eine ziemlich teure, undankbare Angelegenheit sein. Für The Bobby Lees war dies Ende 2023 Anlass, eine Pause auf unbestimmte Zeit bekanntzugeben. Wirtschaftlicher Druck und die Herausforderungen des Tourens inmitten aller Unsicherheiten wurden als Gründe genannt. Was folgte, war eine Welle der Solidarität. Unter anderem bot ‚Aquaman‘ Jason Momoa höchstpersönlich an, eine neue Platte zu finanzieren. Nun ist das US-Trio tatsächlich zurück, konnte sämtliche Energie in die kreative Seite der Band stecken und kam zudem bei Epitaph unter. „New Self“ ist ihr nunmehr viertes Studioalbum.

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Abramowicz

Abramowicz – Joy Of Missing Out

Das Heartland-Herz schlägt endlich wieder in Hamburg, und das lauter denn je: Abramowicz haben nach über sechs Jahren wieder neue Musik im Gepäck. Nach der Tour zum 2019 erschienen „The Modern Times“ war erst einmal Ruhe. Für einen Nachfolger ließ man sich bewusst Zeit, erarbeitete alles nach und nach im Proberaum und integrierte mit Nico Thiel einen dritten Gitarristen, der den Sound noch größer klingen lässt. Von Dankbarkeit ist die Rede, vom Blick zurück auf die Reise der Jugend zur erwachsenen Gegenwart, vom Gemeinsamen und von Tiefgang in einer Welt voller Oberflächlichkeiten. „Joy Of Missing Out“ lehnt sich zurück und lässt doch nie locker.

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