Schlagwort: Punk Rock

Koyo

Koyo – Barely Here

Ein starkes erstes Album, schneller Aufstieg vom lokalen Szene-Act zu dauertourenden Hopefuls, erste Zweifel über das neue Leben on the road und schließlich die Platte danach – so oder so ähnlich lässt sich der Weg von Koyo seit der Veröffentlichung von „Would You Miss It?“ im September 2023 zusammenfassen. Während das Long-Island-Quintett mehr und mehr zur perfekt abgestimmten Einheit reifte, hielten Isolation und erste (fehlplatzierte) Schamgefühle über diesen neuen Alltag Einzug. Das und mehr begleitet „Barely Here“, ein lebendiges, nicht immer ganz einfaches und doch stets mitreißendes zweites Album.

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Users

USERS – Welcome To Civilisation

Laut, schroff, eindringlich und unheimlich wichtig: USERS halten nichts von falscher Zurückhaltung und vermitteln Inhalte mit packendem Lärm. In den letzten beiden Jahren erarbeitete sich das Quartett aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen einen Ruf als packende Live-Band, war unter anderem bereits am Roskilde Festival zu sehen und spielte einzelne Shows in Deutschland. Nun gibt es den ansteckenden Mix aus Punk Rock und Post Punk erstmals auf Platte zu hören: „Welcome To Civilisation“ zeigt sich solidarisch mit der Arbeiterklasse und all jenen, die die Dinge am Laufen halten, während sich große Konzerne und machtgierige Individuen immer mehr Land und Profit unter den Nagel reißen.

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Frachter

Frachter – Es wird gleich besser

Die Dauerkrise treibt vorbei und winkt alles andere als freundlich: Fracht rücken das Rampenlicht auf die Schattenseiten der Zeit, von Klimakrise über fortschreitenden Rechtsruck bis zum kaputten Neoliberalismus. Nach „Bad Sterben“ tourte das Trio fleißig durch das Land, verfeinerte seinen Ansatz zwischen Punk und Emo weiter und arbeitete sich zwischen Wut und Zweckoptimismus am Status Quo ab. „Es wird gleich besser“ darf gerne mal sarkastisch bis zynisch gesehen werden, langt beherzt zu und findet selbst im stets bewusst schroffen DIY-Sound Momente vorsichtiger Hoffnung.

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Death Lens

Death Lens – What’s Left Now?

Death Lens haben aktuell einen Lauf. Zwei Jahre nach ihrem Epitaph-Einstand „Cold World“ meldet sich das Quartett aus Südkalifornien zurück und beweist weiterhin viel Herz. Seit ihren Garage-Punk-Anfängen hat sich die Band in verschiedenste Richtungen entwickelt, schreibt weiterhin grandiose Hooks und Texte, die gegen Unterdrückung ankämpfen, Außenseiter unterstützen und dabei stets das Gemeinsame betonen. „What’s Left Now?“ gibt all jenen eine Stimme, die glauben, keine zu haben, und setzt zugleich den kreativen Höhenflug der US-Band mehr als deutlich und spektakulär fort.

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Anger MGMT.

Anger MGMT. – Anger Is Eternal

Wut kann vieles sein, das weiß Nik Petronijevic nur zu gut. Der Sänger von Anger MGMT. sang auf dem ersten Album „Anger Is Energy“ über seine Depressionen und Angsterkrankung, ist Mental-Health-Aktivist und hilft Menschen mit seiner Offenheit. Der Weg nach vorne ist jedoch ein stetes Auf und Ab, verläuft nicht linear. Exakt das thematisiert das Trio aus Winterthur einmal mehr und stellt sich musikalisch weiterhin breit auf – rockig, finster, zentnerschwer, stellenweise erstaunlich drückend und frontal. „Anger Is Eternal“ befasst sich mit alten Verletzungen, neuen Herausforderungen und steten Kämpfen, verpackt in abermals richtig gute Musik.

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SALÒ

SALÒ – Hardcore

Eine Welt, die längst endgültig desensibilisiert sind, braucht Musik, die keinerlei Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten nimmt. SALÒ legt die Antithese zu Wohlfühlmusik vor. Auf seinen bisherigen Alben und EPs vermischte der mittlerweile in Wien ansässige Steirer Punk, Rock, Electro, Pop, Alternative und bewusst deutliche, knackige Texte. Die permanente Eskalation der Gegenwart, das Doomscrollen als Freizeitvertreib und fast omnipräsente Aussichtslosigkeit begleiten auch den neuesten Streich. „Hardcore“ zerlegt den Status Quo mit ausgesuchter Präzision und reißt dabei in aufgehende Gräben hinab.

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Joyce Manor

Joyce Manor – I Used To Go To This Bar

Als es nach mehrjähriger Pause endlich wieder auf Tour ging, waren Joyce Manor sofort in ihrem Element. Mit „40 oz. To Fresno“ im Gepäck, ging es in noch größere Venues sowie unter anderem in den Support für Weezer. Die Arbeiten an einem Nachfolger begannen bereits Anfang 2023, sollten sich jedoch ziehen. Gleich mit dem ersten fertigen Demo konnten sie jedoch kein Geringeren als Bad Religion-Legende Brett Gurewitz – ihren Label-Boss – als Produzenten verpflichten. Für das Trio aus Kalifornien erfüllte sich damit ein Traum. Und das hört man dem neuen Longplayer „I Used To Go To This Bar“ selbstverständlich ab der ersten Sekunde an.

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Teen Jesus And The Jean Teasers

Teen Jesus And The Jean Teasers – Glory

Wenn es läuft, dann so richtig: Teen Jesus And The Jean Teasers schweben auf einer Welle des Erfolgs, gerade in ihrer australischen Heimat. Ihr erstes Album platzierte sich in den Top 10, 2024 nahmen sie den prestigeträchtigen ARIA Award als beste Newcomer entgegen, zudem supporteten sie unter anderem Foo Fighters und Pearl Jam. Für den Nachfolger konnte man die mit drei Grammys ausgezeichnete Catherine Marks gewinnen, die unter anderem bereits Boygenius und Wolf Alice produzierte. „Glory“ bleibt jedoch dem geschmackvoll drastischen, angepunkten und zugleich drückenden Sound des Vorgängers treu.

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Maria Iskariot

Maria Iskariot – Wereldwaan

Man muss kein Wort der niederländischen Sprache verstehen, um Maria Iskariot zu verstehen. Das Quartett aus dem belgischen Gent verwendet Punk als wütende, furiose Ausdrucksform der eigenen, alles andere als einfachen Existenz und sucht nach Hoffnung, nach Zusammenhalt, selbst wenn alles um sie herum den Bach heruntergeht. Nach 180 Live-Shows in den letzten beiden Jahren, unter anderem als Support von Tropical Fuck Storm, einer EP und einer millionenfach geklickten Live-Session landet mit „Wereldwaan“ nun ihr erstes, erwartungsgemäß lautes und forsches Album.

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Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

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