Schlagwort: Punk Rock

PUP

PUP – The Unraveling Of PUPTHEBAND

Raus aus dem Keller, rein in … eine schäbige Villa? PUP gönnten sich für ihr viertes Album immerhin ein Mini-Upgrade – nach Awards und Fernsehauftritten rund um „Morbid Stuff“ ist das durchaus vertretbar. Auch musikalisch wagen die Kanadier ein kleines Update. Sie erkannten, dass nicht alleine die Instrumentierung PUP-Songs zu PUP-Songs macht, und packten einfach mal ein paar neue Ideen dazu. Zudem holte man sich diverse Freund*innen ins Studio, um in der Isolation richtig Spaß zu haben. Und doch bleibt das Chaos, die Lust am Scheitern im Mittelpunkt, wofür bereits der Titel steht: „The Unraveling Of PUPTHEBAND“.

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Lyten

Lyvten – Offbeast

Im Hause Lyvten bewegt sich einiges: Nach der kurzweiligen EP „Prebeast“ mischt der (nicht mehr ganz so) neue Sänger und Gitarrist Claudio Kaiser erstmals auf Albumlänge mit, die Platte wurde gemeinsam im Proberaum zusammengebastelt, zudem steht eine neue Plattenfirma dahinter. Musikalisch braucht es hingegen keine Sprünge. Punk bleibt weiterhin das Fundament, mit Post-, Rock- und Hardcore-Begleitung wechselnd in Szene gesetzt. „Offbeast“ sollte ursprünglich bereits im Dezember erscheinen, haut aber auch jetzt doppelt und dreifach rein.

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Proper.

Proper. – The Great American Novel

Schwarz und queer in einer überwiegend cis-männlichen, heterosexuellen Szene zu sein, ist – gelinde gesagt – alles andere als einfach. Proper. packen ihre Erfahrungen in kleine Songperlen zwischen Sturm, Drang und Suche. „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ setzte sich vor knapp drei Jahren mit dem Ausbruch aus Erwartungen des eigenen Umfelds auseinander, nun will das Trio gleich ein komplettes Buch vertonen. Jeder Track auf „The Great American Novel“ versteht sich als Kapitel eines Twenty-Something-Protagonisten, der in den 2010er Jahren aufwächst und sich mit der missbräulichen Beziehung seiner Herkunft und seiner Identität auseinandersetzt.

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Hot Water Music

Hot Water Music – Feel The Void

Die 2017 angetretene Bandpause von Chris Wollard hätte Hot Water Music beinahe aus der Bahn geworfen. Während sich der Co-Sänger und Co-Gitarrist eine Auszeit für seine mentale Gesundheit gönnte und sich seither von Live-Auftritten fernhält, kam Chris Cresswell von The Flatliners an Bord. Zum ersten Mal seit 27 Jahren nahmen die Post-Hardcore-Veteranen ein Album als Quintett auf, zudem kehrte Brian McTernan (Battery, Be Well) auf den Produzentenstuhl zurück, den er letztmals 2004 für „The New What Next“ innehatte. Chuck Ragan spricht von einer Art Family-Reunion im Kleinen. Auf „Feel The Void“ klingen die Urgesteine nunmehr deutlich erholt.

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Lazy Queen

Lazy Queen – A Human Reaction

Mit ihren kurzen Appetithäppchen machen Lazy Queen seit einigen Jahren von sich reden. Zuletzt meldete sich das norwegische Quartett vor elf Monaten mit dem charmanten „Get Home Or Die Trying“, schon geht die wilde Reise weiter. Aus Sicherheitsgründen in fragmentierten Slots für sich aufgenommen, ließ die Band ihrem Ärger freien Lauf, konnte diesen aber nicht auf vertraute Weise zum Ausdruck bringen. Also ließ man unter anderem ein wenig Elektronik Einzug halten, die sich vor allem in den Zwischenspielen von „A Human Reaction“ ausdrückt.

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Rotten Mind

Rotten Mind – Unflavored

Im Umkreis von Rotten Mind bleibt es höchst umtriebig. Das letzte Album hat erst zwei Jahre am Buckel, 2021 veröffentlichte Frontmann Jakob Arvidsson zudem einen kleinen Solo-Exkurs. Nun sind die Schweden wieder am Start und treiben die düsteren Entwicklungen der Vorgänger konzentriert voran. Obwohl sie im Herzen weiterhin dem Punk unterstehen, rücken Rotten Mind nun Dark Wave und Post Punk mit Garage- und Alternative-Attitüde in den Vordergrund. „Unflavored“ entpuppt sich erdrückende und doch so verführerische Hit-Maschine.

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Drug Church

Drug Church – Hygiene

Auf „Cheer“ hielt Melodie Einzug in den Sound, nun wachsen die Songs mit: Vor dreieinhalb Jahren legten Drug Church einen kantigen und zugleich hymnischen Leckerbissen vor, der mit den Hardcore-Wurzeln zunehmend Schlitten fuhr, die Punk- und Rock-Einflüsse intensivierte. Genau das passiert nun auch auf dem Nachfolger, ohne dass dies bewusst geplant gewesen wäre. Stattdessen feilte das US-Quintett einfach weiter am eigenen Sound und spricht von einer zufälligen Schönheit, die während den Aufnahmen entstand. „Hygiene“ bietet sich für höhere Weihen an.

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Ruined

Ruined – Everything Is

Solo-Projekt gewinnt Mitglieder für Live-Auftritte und wird schließlich zur vollwertigen Band, das ist die sehr stark vereinfachte Entstehungsgeschichte von Ruined. Sänger und Gitarrist Gian veröffentlichte die erste EP 2019 noch im Alleingang, mittlerweile sind die Schweizer als Quartett unterwegs, spielten zwei weitere Kleinformate ein und nützten die unfreiwillige Bühnenpause, um am eigenen Sound zu arbeiten. Ihr Emo-Punk mit Hardcore- und Punk-Rock-Einflüssen wirft nun das erste komplette Album „Everything Is“ ab. Darauf findet sich nicht nur neuer Stoff, sondern auch Material, das vor der eigentlichen Gründung entstand.

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Go Go Gazelle

Go Go Gazelle – Instinkte

Dämmerschlaf? Nicht mit Go Go Gazelle! Ihren Erstling veröffentlichten die Augsburger am Anfang der Pandemie, mit den erhofften Live-Aktivitäten ging leider nicht ganz so viel. Während die Kulturszene kämpft, schloss sich das Trio im Proberaum ein, um Negativschlagzeilen mit schmissiger Kreativität zu begegnen. „Instinkte“ denkt den Punk-, Indie- und Folk-Ansatz mit Elan weiter, wagt musikalisch noch etwas mehr und schreibt weiterhin kleine Hits, die förmlich nach der Bühne schreien. Und das wird auch irgendwann wieder passieren.

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Shoreline

Shoreline – Growth

Mehr als 200 Shows in ganz Europa mit so illustren Bands wie Hot Water Music, Basement und Spanish Love Songs, dazu eine starke EP und ein nicht minder unterhaltsames Album: Shoreline aus Münster ackern sich seit Jahren nach vorne. Ihr Punk-Sound, der gerne mal in Emo- und Hardcore-Gefilden fischt, ist so zeitlos wie brandaktuell, dazu kommt die Verbindung persönlicher und größerer gesellschaftlicher Themen in den pointierten Texten. Klingt nach den Zutaten für den ganz großen Wurf, und genau diesen hätte sich das Quartett mit „Growth“ mehr als verdient.

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