Schlagwort: Punk Rock

Donots – Lauter als Bomben

Donots und Stillstand, das gibt es schon seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, als man sich häutete und klassischen Pop-Punk durch modernere Alternative-Klänge ersetzte. Vor drei Jahren wagte man sich auf „Karacho“ schließlich erstmals an die Muttersprache – solide, aber noch ein klein wenig unter den Möglichkeiten. Für den Nachfolger „Lauter als Bomben“ holte man sich Kurt Ebelhäuser ins Studio, der bereits den ersten großen Stilwechsel in Form von „Coma Chameleon“ produzierte. Und siehe da, es funktioniert.

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Hey Ruin – Poly

Punktlandung mit rohem Biss: Hey Ruin debütierten im März 2016 gar erfolgreich mit „Irgendwas mit Dschungel“ und verpassten der deutschsprachigen No-Wave-Szene einen wichtigen Arschtritt. Nun möchte die Band aus Köln und Trier mehr. Mittlerweile zum Quintett angewachsen, öffnete man den Songwriting-Prozess für alle Musiker und verhandelte gerne auch schon mal über einzelne Wörter. Die Mühe lohnt sich: „Poly“ gibt sich auf allen Ebenen deutlich souveräner, erwachsener und bissiger.

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Anti-Flag – American Fall

Nach reihenweise gutklassigen Alben explodierten Anti-Flag vor zweieinhalb Jahren (endlich) wieder und legten mit „American Spring“ mal eben eine der stärksten Platten ihrer Karriere hin. Nicht nur deshalb schauen aktuell besonders viele Punk-Fans auf das große Politbewusstsein der Szene, schließlich erwarten sich viele eine bitterböse Abrechnung mit den ersten Monaten der mehr als streitbaren Trump-Administration und damit verbundenen gesellschaftlichen Unruhen. „American Fall“ ist genau das geworden und zeigt Anti-Flag von ihrer souveränen, musikalisch mutigen Seite.

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Iron Chic – You Can’t Stay Here

Musikgewordene Trauerarbeit – ein an sich schwieriges Feld, weil sehr persönlich und für Außenstehende oftmals schwer nachvollziehbar. Wüsste man jedoch nicht, dass Iron Chic sich auf ihrem dritten Album mit dem unerwarteten, plötzlichen Tod ihres wenige Monate zuvor ausgestiegenen Ex-Gitarristen Rob McAllister befassen, man käme angesichts der bärbeißigen, eingängigen Punk-Hymnen wohl kaum auf etwaige Gedanken. „You Can’t Stay Here“ vollbringt den seltenen Spagat zwischen weitestgehend konträren musikalischen und textlichen Bedeutungsebenen gar fabulös.

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Lyvten – Bausatzkummer

„…sondern vom Mut, mit dem du lebst“ – ein Album wie ein Nackenschlag. Vor ziemlich genau zwei Jahren debütierten die Schweizer Lyvten mit diesem kleinen Punk-Kunstwerk samt dezentem Hardcore-Charme. Ihren Sinn für düsteren Tiefsinn behielt sich das Quartett, neuer Bassist hin, verfeinerter Sound her. „Bausatzkummer“ ist alles, nur nicht generisch, und verbindet Wut und Eingängigkeit mit einem Hauch von Emo-Chic.

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Otherkin – OK

Sie waren bereits auf Tour mit Fall Out Boy, Guns N‘ Roses und Red Hot Chili Peppers, nun kommt das eigene Album: Otherkin sind drauf und dran, die britische Rockszene zu erobern. Mit einem rotzigen und doch eingängigen Sound, der an US-Punk und britischen Garage Rock erinnert, tanken sich ihre Singles bereits seit geraumer Zeit durch gute Streamzahlen und Radio-Airplay. „OK“ verspricht nun kurzweilige Unterhaltung in zwölf Kapiteln.

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The Prosecution – The Unfollowing

Seit Jahren setzen sich The Prosecution vehement für soziale, gemeinnützige Projekte ein, sind Paten des Projektes „Schule Ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und spendeten ihre Verkaufserlöse unter anderem für die Initiative Pro Asyl. Die sieben Punk-Rocker mit Ska-Charme aus Bayern bemühen sich um positive Grundstimmung und geben, ganz nebenbei, auch auf der Bühne ordentlich Gas. „The Unfollowing“ ist ihre bislang stärkste Platte.

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Itchy – All We Know

Arsch abgewischt: Itchy streichen nach 15 Jahren das Poopzkid aus ihrem Namen und beschreiten neue Pfade. Dazu passen auch das neue Label – nach drei Veröffentlichungen in Eigenregie ist das Trio nun beim Nuclear Blast-Ableger Arising Empire unter Vertrag – und der deutlich differenziertere Sound, der ein wenig an das Erwachsenwerden der Donots erinnert. „All We Know“ folgt auf das Top-5-Album „Six“ und hat das Zeug dazu, die bisherige Diskographie in den Schatten zu stellen.

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Captain, We’re Sinking – The King Of No Man

In Zeiten wie diesen kann man nicht genug aufmunternde Songs hören. Wer unbedingt positive Vibes braucht, sollte sich jetzt besser die Ohren zuhalten. Captain, We’re Sinking behandeln seit über einem Jahrzehnten die Probleme des Alltags, und diese Probleme sind, gemeinsam mit der Band, erwachsen geworden. „The King Of No Man“ geht auf Sinnsuche zwischen Punk und Emo, und packt Singalongs neben manische Dissonanzen.

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Free Throw – Bear Your Mind

Free Throw legen nach. Fünf Jahre nach Bandgründung ist das Quintett aus Nashville, Tennessee drauf und dran, sich als Experten für emotional aufwühlenden Punk Rock mit Pop-Untertönen zu etablieren. Nebenbei packen die US-Amerikaner zig Pokémon-Referenzen in ihre Songs und Songtitel, greifen aber ebenso ernste Themen an. Das neue Album „Bear Your Mind“ entwickelt sich schnell zur aufreibenden Tour de Force.

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