Schlagwort: Punk Rock

Smile And Burn – Action Action

Hymnenhafter, hitverdächter Punk Rock mit einem nicht zu verhehlenden Faible für Popmusik ist spätestens seit dem großen Erfolg der Beatsteaks ein populäres Rezept. Konsequent und ansprechend wird der Stiefel allerdings nur selten durchgezogen, selbst die erwähnten Giganten haben ihren Sound nach „Smack Smash“ bis zur Unkenntlichkeit ent- und verfremdet. Diese Lücke könnten nun die Berliner Smile And Burn schließen, denen auf ihrem dritten Album „Action Action“ der Schritt in Richtung Entertainment endlich gelungen ist.

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Karies – Seid umschlungen, Millionen

Es zuckt wieder im schönen Schwabenland. Über die Definition von Post Punk ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Neben der tanzbaren, chartstürmenden Fraktion der zweiten Welle (Franz Ferdinand, Maximo Park, Bloc Party) gibt es noch die schroffen Originale rund um Killing Joke und Crass, bei denen tatsächlich der Punk im Mittelpunkt steht. Karies stammen aus dem Dunstkreis von Die Nerven, deren Schlagzeuger auch hier mitwirkt, und orientieren sich an den erwähnten Pionieren wie auch an NDW-Lautmalern wie Abwärts. Nicht umsonst beschwört „Seid umschlungen, Millionen“ einen Sound, der wie die deutsche Antwort auf den jüngsten Output von xBOMB FACTORY wirkt.

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Beatsteaks – Beatsteaks

Der Anfang wäre beinahe zum Ende geworden: Nach einem Produktionstreffen zum DVD-Projekt „Muffensausen“ stürzte Schlagzeuger Thomas Götz über eine Wendeltreppe und brach sich den Schädel. Die Rhythmusmaschine der Beatsteaks hat sich nach langer Reha-Phase mittlerweile komplett erholt und verprügelt die Schießbude mit gewohnter Vehemenz. Für die Band wurde dieser Unfall zum Weckruf: Nach den schier endlosen Arbeiten an „Boombox“ wurde das siebte, schlicht „Beatsteaks“ betitelte Album in aller Kürze eingespielt. Elf Songs in zehn Tagen – ein spontanes Statement der ungemein populären Berliner Rocker.

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xBOMB FACTORY – No

Kollateralschäden in der britischen Provinz, oder: Diese Band kann nur aus Warboys kommen. Warboys, das ist eine kleine Ortschaft in der Grafschaft Cambridge, bestenfalls für ihren eigenwilligen Namen sowie die Städtefreundschaft mit dem Kreis Viersen bekannt. Aus eben jener Gemeinde kommen xBOMB FACTORY (schon wieder solch ein martialischer Name), die die Schäden der Post Punk-Revivalwelle vor einem Jahrzehnt nun endlich aufräumen und das Genre zu seinem Ursprung zurückführen. Soll im Fall von „No“ heißen: The Fall statt Franz Ferdinand, Crass statt Maximo Park und doch ein wenig Gang Of Four-Ursuppe.

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PUP – PUP

Kann man binnen 35 Minuten der internationalen Punk-Prominenz mit wachsender Begeisterung den Allerwertesten versohlen? Noch dazu mit Ferngruß? Die neuen Scenester kommen aus Kanada und wollen alles, nur keine Szene machen. PUP („Pathetic Use of Potential“) aus Toronto als reine Punk-Band zu bezeichnen, wäre allerdings falsch, aber um diese vier Herren zu erklären, muss man sie entweder live erlebt haben oder sich ersatzweise den längst überfälligen Deutschland-Release des eponymen Debütalbums sichern, das mit ein wenig Verzögerung über den großen Teich schwappt.

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KMPFSPRT – Jugend mutiert

KMPFSPRT, das ist nicht etwa Musik für Vokalverweigerer. Hinter dem Quartett stehen unter anderem ehemalige Mitglieder von aufgelösten Größen wie Fire In The Attic und Days In Grief. „Das ist doch kein Name für ’ne Band“, fand man, und veröffentlichte im Mai 2012 eine erste EP mit genau diesem Titel. Seither war man Dauergast auf diversen Festivals und durfte sich von Rival Schools-Ikone Walter Schreifels mit Hot Water Music und Title Fight vergleichen lassen. Das Debütalbum „Jugend mutiert“ steht nun in den Startlöchern und wird seinen Vorschusslorbeeren gerecht.

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Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Jegliche Fragen, wie es musikalisch für Against Me! weitergehen würde, nachdem man mit „White Crosses“ auf eine Sackgasse zuzusteuern drohte, wurden von Tom Gabels Transgender-Coming-Out im Mai 2012 überschattet. Seither unterzieht sie sich Hormon- und Elektrolysebehandlungen, und hat den Namen Laura Jane Grace angenommen. Die Band, in der Zwischenzeit wieder ohne Major-Vertrag unterwegs, stellte sich neu auf, begrüßt nun Atom Willard (ex-The Offspring, -Social Distortion, –Angels & Airwaves) und Inge Johansson (The (International) Noise Conspiracy) an Bord. Entsprechend spannend erwartet wurde „Transgender Dysphoria Blues“, der Beginn einer neuen Zeitrechnung für Against Me! und Laura Jane Grace.

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Baby Lou – Stagediving Into Total Darkness

Mit Biss, Herzblut und DIY-Ethos erspietlen sich Baby Lou vor zwei Jahren einen Platz im Punk-Feld. Oder ist das schon Anti-Punk? Überhaupt noch Punk? Wenn es um die Kategorisierung der mittlerweile zum Trio gewachsenen Saarbrückener geht, tut man sich schwer. Man kommt aus dem Punk, gewisse Bausteine sind noch als solche erkennbar, doch mit einer Mischung aus Hardcore, wahnwitziger Elektronik und Prog-Pop zählen Baby Lou zu den einzigartigsten Bands der Gegenwart. „Fresh Water In A Dirty Glass“ teilte wechselweise in alle Richtung aus, „Stagediving Into Total Darkness“ knüpft daran an und wirkt doch – wohlgemerkt in Relation gesetzt – einen Tacken linearer.

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Kate Nash – Fri-End?

Nach zwei Alben mit Major-Unterstützung hat sich Kate Nash dazu entschlossen, kleinere Brötchen zu backen. „Girl Talk“ erschien im März nach einer Pledgemusic-Kampagne auf ihrem eigenen Label, verpasste in Großbritannien die Top 75 und schaffte es in Deutschland immerhin auf Platz 55. Einen wirklichen Single-Erfolg sucht man jedoch vergebens, was wohl mit daran liegt, dass die Nash vom Material auf „Made Of Bricks“ und „My Best Friend Is You“ mittlerweile weit entfernt ist. „Fri-End?“, die mittlerweile dritte Auskopplung ihres dritten Albums, hat mehr von Punk und Riot Grrrl als von „Foundations“.

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In Extremo – Kunstraub

Im Oktober 2012 stahlen zwei Rumänen sieben Kunstwerke aus der Rotterdamer Kunsthalle, darunter Gemälde von Picasso, Matisse und Gauguin. Ein Zufallsdeal – sie wussten augenscheinlich nicht, was sie mitnahmen. Die beiden Männer wurden gefasst, die Gemälde sollen verbrannt worden sein, der Prozess wurde im August diesen Jahres erst einmal vertagt. Zumindest musikalisch hat dieser bizarre Coup nun ein Nachspiel. Dr. Pymonte kam diese Meldung unter die Augen, das Wort „Kunstraub“ wurde zum Titel des elften Albums seiner Band In Extremo.

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