Mia Aegerter – Chopf oder Buuch

(c) TBA AG

Wer ist dieses unschuldige süße Ding, das da so lieblich vom CD-Cover lächelt? Es ist die Schweizer Stimme des Mundartpops und diese ist mittlerweile – auch wenn man es ihr nicht ansieht – 32 Jahre jung: Mia Aegerter. Und sie lächelt nicht das erste mal von einem Album entgegen, denn mit „Chopf oder Buuch“ legt die Fribougerin bereits ihren dritten Longplayer vor – ob der auch so süß und unschuldig ist?

Der Opener „Land in Sicht“ spiegelt den Sound der Platte recht gut wider: Eingängiger Pop mit Elektro- oder dezenten Rockelementen, selbstgeschriebene Mundarttexte mit gewisser Tiefe, bzw. Ironie und eine angenehme Leichtigkeit, die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. So reiht sich „Du dänksch“ nahtlos ein. Charmant, wie der Titeltrack mit verspielten Reggae-Klängen sich als sommerlicher Ohrwurm entpuppt und inhaltlich auf das Drama anspielt, ob man nun auf den Kopf oder doch den Bauch hören sollte.

Leiser und intimer präsentiert sich das verträumte „Bliib bi dir“, das erste balladeske Lied des Albums. Mit mehr Dynamik erklingt dann „Vulkanier“, dessen Lyrics zum Nachdenken anregen: Der (Mitsing-)Refrain punktet dabei ebenso wie die Aussage des Songs. „Aues ächt“ – das „Ächte“ – tja, Mia Aegerter entpuppt sich wohl nicht etwa als aufgeklärte Sturm-und-Drängerin, die für das Wahrhafte, eben nur für das echte „Ächte“ kämpft. Nicht ganz, aber es geht in der Tat in die Richtung: Hinsichtlich ihrer Optik und ihrem Wesen nimmt sie nämlich bewusst Stellung und kritisiert die „Kasse“ der „Masse“.

Ganz bezaubernd erklingt das rundum seelige „Perfekti Momänt“, selbst wenn der Refrain etwas an akustischer Trivialität andeutet. Allerdings darf die Liebe, ja, die ganz große Liebe an Kitsch besitzen. Für den guten Zweck spielt die schauspielernde Sängerin auch mal im TV Poker – mit großem Erfolg! Ein „Pokerface“ kann dabei recht hilfreich sein. Das unbeschwerte achte Lied aus „Chopf oder Buuch“ lädt zum mitwippen ein, während „Einfach si“ dazu veranlässt die Seele baumeln lassen zu können.

Der rockigste Titel folgt im Anschluss: „Düre Dräck/ düre Schlamm/ düre Scheiße/ durchs Wasser“. Getreu nach dem Motto „Augen zu und durch“ – die Message kommt an. Interessanter ist jedoch „Süsse Huuch“, das dem leeren Geschwafel einer gewissen Gefährtin in witziger Art und Weise entgegnet. Last but not least – das letzte Lied ist der einzige englische Titel: „Sand On Our Feet“ schließt das Album träumerisch und sanft ab.

Darum lächelt sie also zuckersüß. Mit ihrem dritten Album „Chopf oder Buuch“ kann die Schweizerin sehr zufrieden sein. Der ein oder andere Track lädt ja sogar zum mitschmunzeln ein, sicherlich zum mitsummen oder mitträumen. Ihre Wortspiele kommen jedenfalls an. Durch ihre zahlreichen publizierten Kolumnen hat Mia Aegerter sicherlich Blut geleckt, welches anhand des rotgefärbten Albums deutlich wird. Die Zusammenarbeit des Kreativduos Aegerter & Feifel hat sich schließlich abermals ausgezahlt. Zu sagen bleibt: Reife Leistung, junge Dame!

VÖ: 13.03.2009
TBA AG (Nova Media Distribution)
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Mia Aegerter – Land in Sicht