Spacey Jane – Exit Wounds

Spacey Jane schwimmen weiterhin auf einer Erfolgswelle. Das vor 13 Monaten erschienene „If That Makes Sense“ erreichte erneut Platz 2 in Australien und war das meistverkaufte australische Album des Jahres. Bevor es in der Heimat auf eine große Tour gibt, setzt es – glücklicherweise international – noch ein wenig Nachschlag. Die sechs Songs der EP „Exit Wounds“ waren ebenfalls während der Album-Sessions entstanden, passten für die Band jedoch nicht zur restlichen Platte. Dass diese Tracks nicht unter Verschluss gehalten werden, ist ein absoluter Gewinn.
Vorwitzige Gitarren, beherztes Uptempo und eine freche Gesangsmelodie … über eine anstehende Trennung: „I Never See Her“ stellt Erwartungen auf den Kopf und bastelt einen Ohrwurm rundherum. Drei charmante Minuten mit unwiderstehlichem Pop-Charme zeigen Spacey Jane in bestechender Form. „Watch Me Break The News“ liebt seinen Jangle-Sound, tänzelt schwerfällig durch die Szenerie und zwinkert leicht verstörend zurück. Die Gitarre brennt sich ebenso ein wie die Melancholie von „It’s Not Lost On Me“, ein kompletter Bruch nach den beiden Openern. Dichte Keyboard-Klänge und Druck auf der Brust machen sich breit.
Nur langsam erholt sich „East Village“ davon. Das Tempo bleibt gemächlich, verspielte Melodien treffen auf einen doppelten Boden, im Refrain schweift der Blick hingegen in die Ferne ab und verliert sich. Von „Sleeping Pills“ lässt man bestenfalls im übertragenen Sinne die Finger. Der gleichnamige Song mit seiner vergnügt gepfiffenen Melodie beißt sich auf erstaunlich unaufdringliche Weise fest, blüht erst spät auf und weckt zwischenzeitlich angenehme Erinnerungen an ruhigere Future Islands. Zum Abschluss geht „Do You Really Love Her“ in die verträumten Vollen, hat eigentlich ordentlich unter der Haube und vermischt das mit Dream-Pop und Gaze. Kann man machen, wird zum absoluten Ohrwurm.
Viel zu schnell geht dieser kleine Nachschlag vorbei und untermauert einmal mehr, dass Spacey Jane momentan unheimlich stark unterwegs sind. Jeder der sechs Songs macht Laune, erweitert den Album-Sound ein wenig und macht als eigenes Ding doch mehr Sinn. Natürlich hätte das Material auch auf „If That Makes Sense“ funktioniert, passt prima als Fortsetzung bzw. Begleiter, doch steht das Material auf „Exit Wounds“ wunderbar für sich. Mal schnell und hibbelig, dann sonnig und entspannt, später melancholisch und erdrückend – alles dabei, garniert mit gewohnt packenden Melodien. Wer noch nicht auf den Spacey Jane-Zug aufgesprungen ist, hat spätestens jetzt keine Ausrede mehr.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 12.06.2026
Erhältlich über: Concord Records
Website: spaceyjane.com.au
Facebook: www.facebook.com/JaneySpace
