The Rasmus – The Rasmus

The Rasmus

Die Erfolgsgeschichte der finnischen Rockband The Rasmus beginnt keineswegs erst 2003, als sie mit „In The Shadows“ ganz Europa im Sturm eroberten. Im Gegenteil: Bereits 1994 im zarten Alter von 15 Jahren machten Leadsänger Lauri Ylönen und seine drei Kollegen in der hauseigenen Garage ihre ersten musikalischen Gehversuche. 18 Jahre später kann das Gespann in ihrer Heimat mit vier Nr. 1-Alben und fünf Nr. 1-Singles eine schier unglaubliche Bilanz ziehen. Und auch international läuft es seit Hits wie „First Day Of My Life“, „No Fear“ oder dem oben genannten prächtig. Nach einer langjährigen Pause kehrt die Gruppe 2012 wieder auf die große Bühne zurück und veröffentlicht nach ihrer Single „I’m A Mess“ nun den dazugehörigen selbstbetitelten Longplayer, der poppigere Töne anschlägt und die große Rockshow ein wenig vermissen lässt.

Schon der Einstiegssong „Stranger“ fällt durch sein unorthodoxes und zugleich spannendes Grundgerüst auf. Eine klare Struktur à la Strophe-Refrain-Strophe-Refrain sucht man hier vergebens, vielmehr legt man den Wert auf langgezogene Verse und Ylönens nach wie vor brillante Stimmfarbe. Trotzdem hätte der Titel als Rausschmeißer wohl besser funktioniert. Melancholisch und voller Weltschmerz präsentieren sich die balladesken Nummern „Save Me Once Again“ sowie das mit fünfeinhalb Minuten fast schon epische „Somewhere“, die besonders instrumental und choral überzeugen können. Ob das mit zehn Tracks ohnehin nur dünn besetzte Album mit „End Of The Story“ dann noch eine weitere Ballade gebraucht hätte, sei dahingestellt, allerdings handelt es sich dabei tatsächlich um den schwächsten Song der Platte.

Ein wenig mehr zur Sache geht es bei den schnelleren und vor allem bandtypischeren Titeln „You Don’t See Me“ und „It’s Your Night“. Besonders letztgenannter lässt Erinnerungen an die musikalischen Anfänge der Finnen aufflammen. Für einen recht gelungenen Abschluss sorgt schließlich das hymnenartige „Sky“, das nach ruhigem Beginn zunehmend an Kraft gewinnt und zurecht als Grande Finale ausgewählt wurde. Wie bei so vielen Songs von The Rasmus spürt man auch diesmal wieder eine nachdenkliche und bisweilen düstere Atmosphäre, die melodisch wie textlich gekonnt zum Ausdruck gebracht wird. Dank dieser qualitativen Stärke verleiht die Band selbst eher mittelmäßigen Songs ihre ganz persönliche Note.

Mit ihrem mittlerweile neunten Studioalbum präsentieren sich The Rasmus in allen Belangen durchschnittlich. Weder einen Totalausfall noch einen bedeutsamen Ausreißer nach oben wird man darauf finden, wenngleich ein wenig mehr schmutziger Alternative Rock dem Longplayer und besonders den Fans durchaus gut getan hätte. So jedoch liegt der Schwerpunkt auf größtenteils radiotauglichen Sounds gepaart mit vorsichtigen Experimenten, die für ein wenig Frische innerhalb des knapp 40-minütigen Werkes sorgen. Das größte Ohrwurmpotenzial liegt dabei in der bereits ausgekoppelten ersten Single „I’m A Mess“, während Songs wie „Someone’s Gonna Light You Up“ oder eben „Stranger“ den Fokus auf die instrumentalen Parts legen. Trotz alledem müssen die Anhänger vorerst weiterhin auf rockige Knaller wie „In The Shadows“ warten. Es bleibt zu hoffen, dass die Gruppe auch so genügend Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann.

VÖ: 20.04.2012
Universal Music

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