Vug – Onyx

Vug
(c) Noisolution

Nach ellenlanger Anlaufzeit erschien im Frühjahr 2018 schließlich das selbstbetitelte Debütalbum von Vug, geraume Zeit zuvor aufgenommen. Der ewige Geheimtipp bestätigte seine eindrucksvolle Form zwischen bluesigem Hard Rock und druckvoll-metallischen Klängen. Drummer Nick DiSalvo ging in der Zwischenzeit von Bord, um sich seiner Hauptband Elder zu widmen, man ist sich aber nach wie vor freundschaftlich verbunden. Leonard Vaessen von den aufgelösten White Dukes übernahm den Posten hinter der Schießbude und brauchte auch gleich ein eigenes Studio mit. Schon war der Nachfolger „Onyx“ fertig.

Musikalisch setzt das Quartett den Weg zwischen Proto und Retro fort. Deutliche 70s-Einflüsse treffen auf wuchtige NWOBHM-Momente im bekömmlichen Format, und „Easy“ macht das unverschämt gut vor. Was erdig und direkt beginnt, gibt sich mit zunehmender Spieldauer sympathisch verspielt, durchaus fies und breitbeinig. Selbst für einige ruhige Momente bleibt Zeit. Im direkten Anschluss folgt „Tired Of“, bereits vor einigen Monaten in einem alternativen Mix vorausgeschickt. Auch hier spielen Vug ihre ganze Klasse aus, heben vor allem in der anspruchsvollen zweiten Hälfte wiederholt ab.

Neben kurzen, bissigen Tracks, wie dem kauzigen „Inferno“ und dem spielfreudigen „Blue Onyx“, ragt vor allem „Palace Of Sin“ heraus. Für den Neunminüter nimmt Nick DiSalvo ein weiteres Mal hinterm Schlagzeug Platz und treibt seine Kumpels zu einem überlebensgroßen Husarenritt an. Was leicht proggig, dann sogar verhalten doomig beginnt, entwickelt schnell ein kraftvolles Eigenleben. Furiose Drumsalven treffen auf ein Labyrinth aus Soli, Riffs und lässigen, dezent psychedelisch angehauchten Mini-Breaks – vielleicht sogar der bislang beste Track des Quartetts.

Das leicht umgestellte Line-up scheint die Kreativität Vugs nur weiter befeuert zu haben. Auf ihrem zweiten Album rocken die Herrschaften kraftvoll, energisch und von jeglichen Konventionen befreit. Laufend docken sie in vertrauten Gefilden an – mal bluesig, mal metallisch, mal schweißtreibend – und finden letztlich ihren ureigenen Zugang zu sämtlichen Wahnsinnstaten. „Onyx“ entpuppt sich als weiterer Leckerbissen retrolastiger Gitarrenkunst und wirft zudem das neue Opus Magnus der Band ab. „Palace Of Sin“ rechtfertigt für sich alleine bereits den Kauf dieser kurzweiligen Platte.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 29.11.2019
Erhältlich über: Noisolution (Soulfood Music)

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