Gluecifer – Same Drug New High

Gluecifer
(c) Pål Laukli

Riffs galore mit Ankündigung: 2005 verabschiedeten sich die norwegischen Rocker Gluecifer nach einer ausgedehnten Abschiedstournee, mit einem stattlichen Vermächtnis an Musik und dem einen oder anderen Nachfolgeprojekt im direkten Anschluss. 2018 feierte das Quintett ein Comeback in Fast-Kernbesetzung (einzig Peter Larsson am Tieftöner ist neu dabei), nun gibt es tatsächlich noch einmal neues Material. „Same Drug New High“, das erste komplette Studioalbum seit über 21 Jahren, zeigt eindrucksvoll, warum Gluecifer zu den wichtigsten Scandi-Rock-Vertretern Ende der 90er und Anfang der 2000er zählten, und weiterhin verdammt relevant bleiben.

Bereits die ersten donnernden Töne von „The Idiot“ machen laut und deutlich, dass die Norweger zurück sind. Der kleine Motörhead-Tribute im Intro passt prima ins Bild, danach geht es forsch und energisch nach vorne. Riffs aus der Garage, angepunkter Drive und ein Biff Malibu in bestechender Form üben bekömmlichen Druck aus. Danach holt sich der Titelsong „Same Drug New High“ die eine oder andere Hook hinzu, etwas dreckig und sleazy angehaucht, zugleich so kraftvoll und energisch wie eh und je. Gluecifer haben keine Lust darauf, das Rock-Rad neu zu erfinden, sondern hauen einfach einen Dampfhammer nach dem nächsten raus.

Entsprechend kurzweilig gestaltet sich auch das weitere Album – wie in „Mind Control“, das mit klassischem Hard Rock anbandelt, ein wenig an Velvet Revolver erinnert. Statt überdrehten Soli und einem abgehobenen Frontmann gehen die Norweger den erdigen und doch herrlich wilden Weg weiter. Dieser direkte, bekömmliche Drive äußert sich auch in melodischen Einschüben wie „Pharmacity“, dessen Leitmotiv direkt ins Ohr geht. Hier verirren sich einzelne Sonnenstrahlen in den verschwitzten Club, es zieht direkt auf die offene Straße. „I’m Ready“, erklären Gluecifer an anderer Stelle, was man ihnen sofort abkauft. Mit dem vielleicht besten Chorus der gesamten Platte ist das aber auch eine einfache Sache.

Es mag vielleicht nicht den einen, überlebensgroßen Song geben, der alles überstrahlt, dafür setzt es ein von vorne bis hinten verdammt starkes, kurzweiliges und mitreißendes Album, an dem kein Gramm Fett zu viel haftet. Gluecifer servieren bestens vertraute Kost, und das ist eine gute Sache. Die kleine Scandi-Rock-Zeitreise grüßt selbstverständlich direkt aus der Garage, arbeitet mit Hard-Rock-Motiven, kann ein wenig Glam, Sleaze und Punk, spuckt aber stets richtig gute Riffs und Hooks aus. Auf „Same Drug New High“ klingen die Norweger einmal mehr zeitlos und melden sich in der erhofft starken Form zurück. Mehr braucht es nicht zum nordischen Glück.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 16.01.2026
Erhältlich über: Steamhammer (SPV)

Website: www.gluecifer.net
Facebook: www.facebook.com/glueciferofficial