The Props – Arrow

Eine The-Band spielt zeitlosen, leicht rückwärtsgewandten Rock, der auch vor 20 Jahren mehr als prima funktioniert hätte: Irgendwo zwischen Indie Rock, Alternative, Post Punk und Pop platzieren sich The Props. Das erst Ende 2023 in Los Angeles gegründete Quartett machte mit ersten Singles, zahlreichen Konzerten und DIY-Ethos auf sich aufmerksam. Blue Grape Music ist nun ihre Heimat und brachte sie mit dem Grammy-prämierten Produzenten Carlos de la Garza zusammen, der bereits mit Paramore und Best Coast arbeitete – das ‚fehlende Puzzlestück‘, wie ihn Sänger Nick Ruiz nennt. Auf der ersten EP „Arrow“ finden sich fünf sympathische Hits.
Der eröffnende Titelsong lebt von seiner treibenden Rhythmusabteilung, einem unerschöpflichen Motor, voller Herz und Energie. Zunächst zurückhaltende Vocals und gemächlich eingestreute Gitarren lassen den Track langsam, aber sicher kommen. Das Warten auf den großen und doch erstaunlich zurückgenommenen Refrain macht sich bezahlt – kein großes Absetzen vom restlichen Song und doch richtig schön groß, eindringlich. Im Anschluss lässt „White Noise“ ab der ersten Sekunde die Saiten singen, nimmt das Tempo ein wenig heraus und zeigt sich lässig, verspielt, tiefenentspannt. Gewisse Vergleiche mit frühen The Killers drängen sich auf, speziell im schillernden Hauptteil, der nicht mehr loslässt.
Im ersten Vorboten „Se Llama (Tell Me What You Want)“ geht es ohne große Umwege in Richtung Chorus, der sich mit erstaunlicher Wucht entfaltet. Ruiz arbeitete an diesem Song seit seiner frühen Jugend, die damit verbundene Nostalgie trifft auf Unvorhersehbarkeit und eine zuckersüße Melodie. Hingegen erinnert „Camel Blues“ eher an die poppigen, gemächlichen Rocker von Scams, die aus dem Nichts eine mächtige Hook aus dem Ärmel schütteln und dabei Unmengen an Charme mitbringen. „Hexes & Ghosts“ beschließt diesen ersten Appetithappen mit hibbeliger, nervöser Energie, scharfkantigen Gitarren und dem nächsten packenden Refrain, den man nach ein paar Wiederholungen mitsummt.
Das nennt man dann wohl eine Talentprobe. Klar, in den 2000ern wäre das hier ohne große Umwege durch die Decke gegangen, etatmäßiger Hype in der Blogosphäre inklusive. Doch auch im Hier und Jetzt geben The Props eine richtig gute Figur ab. Jeder einzelne der fünf Songs verbreitet beste Laune, trägt Nostalgie und Zeitlosigkeit in sich, hat eine gewisse angepoppte Post-Punk-Hibbeligkeit im Gepäck und lebt doch von seinen beherzten Gitarren, der kraftvollen Rhythmusabteilung und einer ebenso kraftvollen Stimme – Zutaten, die immer gehen. „Arrow“ bringt großen Unterhaltungswert mit und könnte der Startschuss für etwas Großes sein. Ein Album in ähnlicher Qualität könnte steil gehen.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 10.04.2026
Erhältlich über: Blue Grape Music
Facebook: www.facebook.com/wearetheprops
