New Idea Society – Fire On The Hill

New Idea Society
(c) Caleb Gowett

Die dauerbeschäftigten Mike Law (Wild Arrows) und Stephen Brodsky (Cave In, Mutoid Man) machen wieder gemeinsame Sache. Ein letztes Album von New Idea Society hat inzwischen über fünfzehn Jahre auf dem Buckel, zwischendurch erschien zumindest der eine oder andere Song. Aktuell ist man wieder rein als Duo unterwegs und konzentriert sich auf einen gewissen Minimalismus, dessen Lo-Fi-Ansatz an die Anfangstage angelehnt ist. „Fire On The Hill“ befasst sich mit Liebe und all den Formen, die sie annehmen kann – zwischen Schönheit und Schmerz, Hoffnung und Verlust.

„Dancing Horse“ steht stellvertrend für diesen leicht rückwartsgewandten Ansatz, gehen die Wurzeln dieses Songs doch bis ins Jahr 2007 zurück. Überraschende Country- und Americana-Klänge, ganz viel Herz und zartes Anschwellen lassen den Giganten ein ums andere Mal wachsen und gedeihen, bis zum grandiosen mehrstimmigen Finale. Der Opener „Sharing Arrows“ hat ebenfalls eine gewisse Lässigkeit für sich gepachtet, lässt die Gitarren schrammeln und holt wütende Percussion hinzu. Der drückende Ansatz bekommt New Idea Society gut, erinnert an Laws und Brodskys andere Bands und könnte doch kaum weiter davon entfernt sein – roh, dynamisch und angenehm harmoniebedürftig.

Im Vergleich dazu fällt „High And Blue“ nachdenklich aus, fast bluesig, und doch schwingt ab und an eine Form von Heavyness mit, die gekonnt aus vertrauten Parametern ausbricht und mit ein paar Tweaks bei Cave In landen könnten. Im nächsten Moment steuern magische Harmonien in eine komplett konträre, ebenso bezaubernde Richtung. Das ellenlange „Nightbirds“ bemüht die mächtigen, ätherischen Dimensionen von Low und entfernt sukzessive jegliche Form von Schwere, die noch gedakenverloren herumtänzeln könnte. Ähnlich magisch fällt das folkige Singer/Songwriter-Stück „Ladybug Lay“ aus, vorwitzig, frühlingshaft und sogar mit Chamber-Klängen flirtend.

Ob man sich genau das von New Idea Society erwartet hat, sei dahingestellt. Andererseits: Was kann und soll man nach über 15 Jahren auch erwarten? Der kreative Kern mag weiterhin Bestand haben, doch klingt alles hieran unwirklich, etwas unerwartet, leicht verschoben und gleichzeitig vertraut. Wie genau das funktioniert, lässt sich nicht so leicht sagen. Fakt ist jedoch, dass Law und Brodsky als Duo verdammt stark unterwegs sind. „Fire On The Hill“ bemüht leichtfüßige Heavyness im Auge wertiger Reduktion, strahlt Schwere mit übersichtlichen Mitteln aus und ist zugleich bis obenhin voll mit zig magischen Momenten, die nicht aus dem Ohr gehen. Kurios, sympathisch, belebend: New Idea Society versprühen einmal mehr pure Magie.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 15.05.2026
Erhältlich über: Relapse Records (SPV)

Facebook: www.facebook.com/newideasociety