Zoomies – Zoomies

Zoomies
(c) Alex Ostrovskis

Obwohl er in den verschiedensten Bands spielt – bevorzugt Punk und vor allem an den Drums – wollte Max Tschernych solo in eine komplett andere Richtung gehen. Der bekennende Autodidakt brachte sich so ziemlich alles via YouTube bei und sieht seine Einflüsse neben Folk-Klängen beim Pop-Ansatz der Prinzen, die er liebevoll – und mehr als nachvollziehbar – als ‚ostdeutsche Beach Boys‘ bezeichnet. Als Zoomies ist Tschernych bevorzugt tiefenentspannt unterwegs, ein wenig verwaschen, doch stets charmant und einprägsam. Das erste Album heißt ebenfalls „Zoomies“ und wärmt das Herz.

Das sachte Flattern der „Bats Of America“ wirft sanften Schatten. Reduzierte Instrumentierung, die gemächlich Fahrt aufnimmt, sowie die beruhigende, sympathische Stimme Tschernychs finden für eingängige Weirdness zusammen. Ein gewisser Mut zum eigenbrötlerischen Dasein ist vorhanden und nimmt zugleich in den Arm. Aus dem leichten Tänzeln schält sich „Whales“, mit etwas mehr Tempo, gedankenverlorenen Gitarrenklängen und dem ebenso sehr locker gehaltenen Gesang, recht unscheinbar und doch so kraftvoll. Letztlich passt das zum Song selbst, der viel Energie aufbringt und zugleich locker mitläuft.

Unerwartet zwingend gestaltet sich „Too Cool“ und bewegt sich federnd durch Indie-Gefilde, von vorwitziger Melodik bis hin zu einem Hauch Slacker-Charme. Im konstanten Fluss darf man zu lässig für die Schule sein – halb Hilfeschrei, halb gezückte Sonnenbrille. Viel Echo und sanftes Nachhallen stattet „Bone Marrow“ aus, das sich traumwandelnd durch dreieinhalb gedankenverlorene Minuten bewegt, Shoegaze mit Strand-Pop kreuzt und daran seine helle Freude findet. Die dominanten Drums und psychedelischen Untertöne von „Sam McGee“ rücken das Scheinwerferlicht auf eine weitere aufregende musikalische Facette, die gerne weiter verfolgt werden darf.

An diesem hochgradig sympathischen Album hört man sich nur schwer satt. Wie im Flug vergeht diese halbe Stunde, bereitet ganz viel Freunde und geht zugleich nah. Ein Überangebot an Melodien, so unaufdringlich wie mitreißend, zaubert ein dickes Lächeln auf die Lippen, vom konstanten Fluss dieses Einstands ganz zu schweigen. Locker gehaltene Einblicke in das Leben, der eine oder andere beherzte Schwank, poppiges Feingefühl und obligatorische Weirdness machen Zoomies zum kleinen Gustostückerl im Indie-Folk-Umfeld. Und weit, weit darüber hinaus. Das hier ist Musik für die lauen Sommertage des Herzens.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 08.05.2026
Erhältlich über: Staatsakt (Bertus)

Bandcamp: zoomiesmusic.bandcamp.com
Instagram: www.instagram.com/zoomies__music