Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Sonny Vincent

Sonny Vincent – Snake Pit Therapy

Schon in den 70ern spielte Sonny Vincent mit den Testors im legendären CBGB. Seither ackerte sich der New-York-Punk-Veteran durch diverse Band- und Soloplatten, zuletzt im Frühjahr mit The Limit um die legendäre Pentagram-Stimme Bobby Liebling. Nahezu zeitgleich erschien Vincents Buch „Snake Pit Therapy“, das sich mit seiner bewegten Kindheit und Jugend zwischen Heimen, Psychiatrie und Kriegsdienst in Vietnam befasst. Das liefert selbstverständlich starkes Material für packende Songs, und so steht nun eine neue Soloplatte in den Startlöchern. Diese heißt – natürlich – ebenfalls „Snake Pit Therapy“ und zelebriert Proto-Punk der kurzweiligen Art.

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Lurk

Lurk – Around The Sun

Das Leben ist an sich bereits stressig und zäh genug, also warum nicht einfach einmal etwas locker machen? Lurk vertreten die absurde Seite des Punk und sind, so die eigene Auffassung, einzigartig in ihrer Chicagoer Heimat. Zwischen kernigen Akkorden, tanzbarem New Wave und beißendem Post-Hardcore verpacken sie skurrile Ideen in griffige Hooks und kernigen Drive. „Around The Sun“, so der Titel des Debütalbums, probt den Ausbruch aus dem Alltag und versucht sich gleichzeitig in einer neuen, sich stetig verändernden Welt irgendwie zurechtzufinden.

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Iron Lizards

Iron Lizards – Hungry For Action

Einfach mal auf die Kacke hauen und Dampf machen: So oder so ähnlich starten Iron Lizards durch. Das französische Power Trio mag es gerne laut und schnell, lose zwischen Garage Rock, 90s-Alternative-Klängen und ruppigem Punk mit Hardcore-Einschlag angesiedelt. Eine erste EP erschien 2016, später spielte man unter anderem mit Zeke und Mammoth Mammoth. Bei The Sign Records, ohnehin ausgewiesene Retro-Feinschmecker, finden die eisernen Echsen nun ein neues Zuhause und veröffentlichen ihr Debütalbum. Der Titel „Hungry For Action“ ist Programm.

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The Vaccines

The Vaccines – Back In Love City

Der Urknall aus der Garage hat bereits knapp elf Jahre auf dem Buckel. Mit „Wreckin‘ Bar (Ra Ra Ra)“ begann der unvermeidliche Aufstieg von The Vaccines, vier vielschichtige Alben sollten folgen. Nach „Combat Sports“ musste man sich erst einmal neu orientieren, die Aufnahmen gestalteten sich besonders mühevoll. Sänger Justin Young und Multi-Instrumentalist Timothy Lanham fanden im Nebenprojekt Halloween frische Energie, dann zog Young für das Songwriting nach Los Angeles. In El Paso stieß der Rest der Band dazu, bereits Anfang 2020 war „Back In Love City“ fertiggestellt. Und das zeigt die Vaccines eine kräftige Portion poppiger und lebenslustiger.

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Please Madame

Please Madame – Angry Boys, Angry Girls

Ein neues Album von Please Madame ist stets ein Grund zum Feiern, selbst wenn dieses von Wut unterspült wird. Wobei, so ganz kann man das nicht stehen lassen, denn das Salzburger Quartett verschreiben sich dem schöpferischen Charakter dieser Emotion, die – richtig kanalisiert und bewusst eingesetzt – zum Motor für Veränderungen werden kann. Musikalisch blieben sich die Salzburger treu und bemühen sich um poppigen Indie Rock, der noch vielfältiger strahlt. Seit 2019 arbeiteten sie an ihrem dritten Album „Angry Boys, Angry Girls“, nun ist die Zeit dafür endlich gekommen.

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We Were Promised Jetpacks

We Were Promised Jetpacks – Enjoy The View

Geschwindigkeit war nie die Sache von We Were Promised Jetpacks. Dieses Mal liegt allerdings ein kleiner Umbruch zwischen den beiden Alben. Nach dem Release von „The More I Sleep The Less I Dream“ erfolgte die freundschaftliche Trennung von Gitarrist Michael Palmer, seither machen die Schotten zu dritt weiter. Die erzwungene Pandemie-Pause entpuppte sich die Band letztlich als eine Art Glück im Unglück, denn man konnte in Ruhe an neuen Songs schreiben, was über die Distanz zu einem deutilch gemeinschaftlicheren Werk führte. „Enjoy The View“ bringt Aufbruchsstimmung mit und rückte den Fokus ausnahmsweise auf die Studioarbeit, anstatt gleich über die Live-Umsetzung nachzudenken.

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I Feel Fine

I Feel Fine – The Cold In Every Shelter

I Feel Fine richten den Blick nach innen und tragen das Er- sowie Gelebte nach außen. Das Quartett aus Brighton macht seinem mehrdeutigen Namen, der sowohl Zufriedenheit ausdrücken, aber auch zwischen Sarkasmus und Abtun des aufgewühlten Gemütszustands pendeln kann, alle Ehre. Und genau das spiegelt sich in den Lyrics von Gitarrist Nathan Tompkins widerspiegeln. Entsprechend fragil und kraftvoll zeigt sich der Sound, der Alternative Rock, Emo, Math, Post Rock und neuerdings sogar ein wenig Alternative Country mitbringt. Nach einer kurzweiligen EP ist „The Cold In Every Shelter“ das Debütalbum der vier Briten.

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Slow Leaves

Slow Leaves – Holiday

Der Ausbruch aus dem eigenen thematischen Mikrokosmos entwickelte sich für Grant Davidson zum Motor für neue Höchstleistungen. Als Slow Leaves widmete sich der kanadische Singer/Songwriter auf den letzten Platten vor allem Variationen des Themas Ehrlichkeit, fühlte sich nach einer Zeit jedoch leer und suchte sogar nach einem neuen Job. Das gestaltete sich während der Pandemie nicht so einfach, also nahm er einfach zum Spaß neue Musik auf, komplett ohne den bisherigen Zwang, erneut ein persönliches Thema zu verarbeiten. Daraus entstand „Holiday“, das nach einer kräftigen Verschiebung endlich zur Landung ansetzt.

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The Picturebooks

The Picturebooks – The Major Minor Collective

Unverhofft rockt oft: Für ihr letztes Album „The Hands Of Time“ nahmen The Picturebooks einen fantastischen Track mit Chrissie Hynde auf. Fynn Grabke und Philipp Mirtschink ließen sich davon inspirieren, reisten zunächst nach Schweden für etwas prominente Unterstützung und setzten sich schließlich mit allerlei Szenegrößen in Verbindung. Das Ergebnis ist „The Major Minor Collective“, eine Platte mit allerlei prominenten Gästen sowie mit Bassläufen von Dave Dinsmore (Brant Bjork) und Ryan Sinn (The Distillers). In zwölf Akten setzt es das größte Rockfest in der bis dato bereits mehr als ansehnlichen Karriere des Power-Duos.

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Ropes Of Night

Ropes Of Night – Impossible Space

Für geschmackvolle Finsternis ist immer etwas Platz. Ralph Schmidt verfolgt diese unter anderem bei Ultha, die für ihre Extreme zwischen Black-, Death- und Post-Metal sowie Grindcore bekannt sind, um nur einige der geschmackvoll chaotischen Einflüsse zu nennen. Vor zwei Jahren gründete er Ropes Of Night, das mit derlei Ideen jedoch herzlich wenig am Hut hat und stattdessen klassischen Post Punk mit einer feinen Prise Gothic-Blei serviert. Auf „Impossible Space“ erkunden die Kölner, wie viel Traurigkeit die menschliche Seele verkraften und wie mutig der menschliche Geist sein kann.

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