Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Greta Van Fleet – From The Fires

Ist Rock schon wieder in Nöten? Greta Van Fleet, so heißt es, seien auserkoren, den Dinosaurier zu retten. Über etwaige Notsituationen darf man geteilter Ansicht sein, wohl aber kaum über die Qualitäten der jungen Band. Vier Burschen aus dem beschaulichen Frankenmuth im Bundesstaat Michigan, 18 bis 21 Jahre alt, gelten seit dem Release ihrer Debüt-EP im April als ’next big thing‘ und werden kommendes Jahr unter anderem bei Rock am Ring und Rock im Park auftreten. Das neue Kleinformat „From The Fires“ untermauert den Hype durch musikalische Substanz.

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Klez.e – November

„Desintegration“ – ein fantastischer Auftakt für ein bis dato bewegtes Musikjahr. Klez.e blickten zurück auf die Zeit vor dem Mauerfall samt Cure-Hommage und musikalischem Finetuning. Bei der anschließenden Tour wurden eng umrissene Album-Versionen zu ausladenden Jams und Band-Klassiker in neue Gewänder gekleidet. An insgesamt sechs Orten mitgeschnitten, zeigt das Doppel-Live-Album „November“ das Trio nun in bestechender Höchstform.

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Monkey Fist – Infinite Monkey

Wüstes Kargland, britischer Proto-Riffwahnsinn, proggige Sinnsuche und noch viel mehr: Hinter Monkey Fist steckt die eierlegende Wollmilchsau in Bandform. Bevor das Ende 2014 in Bremen gegründete Quintett allerdings seine heutige Form fand, wollten gewisse Komplikationen überwunden werden. Alles Schnee von gestern, denn pünktlich zu den Aufnahmen stand das heutige Line-up, das mit „Infinite Monkey“ nun ein mächtiges Debüt vom Stapel lässt.

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Anti-Flag – American Fall

Nach reihenweise gutklassigen Alben explodierten Anti-Flag vor zweieinhalb Jahren (endlich) wieder und legten mit „American Spring“ mal eben eine der stärksten Platten ihrer Karriere hin. Nicht nur deshalb schauen aktuell besonders viele Punk-Fans auf das große Politbewusstsein der Szene, schließlich erwarten sich viele eine bitterböse Abrechnung mit den ersten Monaten der mehr als streitbaren Trump-Administration und damit verbundenen gesellschaftlichen Unruhen. „American Fall“ ist genau das geworden und zeigt Anti-Flag von ihrer souveränen, musikalisch mutigen Seite.

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Squalloscope – Exoskeletons For Children

Eine der sympathischsten Stimmen österreichischer Electro-Eingängigkeit meldet sich mit neuem Material zurück. Die in Wien lebende, ehemals unter dem Pseudonym Paper Bird firmierende Anna Kohlweis ließ sich für ihr zweites Squalloscope-Album von ihrer eigenen Kindheit und Adoleszenz in der Kärntner Provinz, gepaart mit Impressionen eines Ausflugs in den US-amerikanischen Mittleren Westen, inspirieren. Herausgekommen sind 13 fragile wie eindringliche Songs, zusammengefasst unter der fantastischen Überschrift „Exoskeletons For Children“.

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Kellermensch – Goliath

Als wären sie nie weg gewesen: Nach dem Release ihres selbstbetitelten Debütalbums und der anschließenden Tour verschwanden Kellermensch erst einmal für mehrere Jahre von der Bühne. Was mit dem dänischen Kollektiv und ihrem magisch-düsteren Sound passiert war, wusste niemand so wirklich. Anfang 2017 tauchten sie ebenso plötzlich wieder auf und veröffentlichten ihr zweites Album in der Heimat. Mit ordentlich Verspätung schafft es „Goliath“ nun auch nach Deutschland.

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Jamie Lenman – Devolver

Mit ihrem hibbeligen und doch eingängigen Post-Hardcore-Sound ging der Stern der Briten Reuben in den Nuller-Jahren blitzschnell auf, verglühte nach drei Alben allerdings viel zu schnell wieder. Frontmann Jamie Lenman, eine Follikel-optimierte Urgewalt in Hosenträgern, macht seither solo weiter und trat 2013 erstmals mit einem Doppelalbum – teils bluesiger Thrash, teils Folk – in Erscheinung. Auf „Devolver“ nähert er sich nun wieder seinen wüsten Wurzeln an, betont jedoch ebenso den experimentellen Aspekt seines Schaffens.

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Farewell Dear Ghost – Neon Nature

Philipp Szalay war schon immer ein Reisender, das ließ er in der Vergangenheit immer wieder in den Texten seiner Band Farewell Dear Ghost anklingen. Und so verwundert es kaum, das es den Grazer nach dem Release des genialen Debüts „We Colour The Night“ in die Welt hinauszog. Von einem Trip nach China im vergangenen Jahr tief beeindruckt, verfeinerte Szalay Line-up und Sound, vergrubt sich samt Band im Studio und legt, nach einem EP-Zwischenschritt, nun das zweite Band-Album „Neon Nature“ nach.

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Eleonora – The Ghost

Im zarten Alter von fünf Jahren entdeckte Eleonora Zaripova ihre Liebe zur Musik und schlug einen entsprechenden Bildungsweg ein. Zehn Jahre später verschlug sie eine schwere, fast tödliche Leukämie-Erkrankung nach Berlin. Die gebürtige Russin überlebte, machte die deutsche Hauptstadt fortan zu ihrer neuen Heimat und widmete sich neuen musikalischen Pfaden. Als Eleonora spielt sie mit TripHop und elektronischen Alternative-Sounds. Klingt sperrig, weiß aber zu faszinieren: „The Ghost“ ist ihr eindrucksvolles Debüt.

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The Bloody Beetroots – The Great Electronic Swindle

Einst holten The Prodigy Rocker und Metaller auf den Dancefloor, später gaben ihnen Underworld Gitarren und clevere Texte. Nach entsprechenden Exkursen von Pendulum sind nun The Bloody Beetroots an der Reihe, um diese nach wie vor etwas ungewöhnliche Beziehung zu intensivieren. Der gebürtige und stets maskierte Italiener Sir Bob Cornelius Rifo arbeitet mit Künstlern aus den verschiedensten Genres – bevorzugt Hard’n’Heavy – zusammen und treibt sie durch Rave- und Drum’n’Bass-Gefilde. Auf „The Great Electronic Swindle“ tobt sich Rifo mit allerlei Prominenz aus.

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