Sean Solomon – The World Is Not Good Enough

Zwei Alben lang unterstrichen Moaning ihre Ambitionen, im Post-Punk- und Indie-Rock-Sektor steil zu gehen, bevor die Band 2023 eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Sänger und Gitarrist Sean Solomon begann daraufhin, Solosongs zu schreiben und zu sammeln, stolze zwei Jahre lang, und verband diese mit kreativen Ideen von seinem zweiten Standbein als Animator. In Jarvis Taveniere (u. a. Whitney, Purple Mountain, Waxahatchee) fand er einen Gleichgesinnten, der die Produktion, den Bass und etwas Percussion übernahm. „The World Is Not Good Enough“ ist Solomons Versuch, die Welt um ihn herum zu begreifen, und sich eine Gemeinschaft aufzubauen.
Acht sympathische Songs haben es auf diese Platte geschafft, strahlen alle auf unterschiedliche Weise. Da wäre beispielsweise „Shooting Star“, dessen ruhiger, fast zaghafter Aufbau schnell durch beherzte Lautstärke ad absurdum geführt wird. Solomon bringt ordentlich Kraft mit, ebenso die sehr präsenten Bläser, die dem Track Rückenwind verleihen, bis zum kantigen Uptempo-Finale. Dass im direkten Anschluss mit „Overdose“ eine der ruhigsten Nummern folgt, passt natürlich ins Bild. Kompletter Fokus auf die klassische Singer/Songwriter-Schule, ein paar Folk-Einflüsse und die exzellenten Backings von Shannon Lay treffen mitten ins Herz.
Diese Reduktion steht Solomon wunderbar zu Gesicht – siehe und höre „Blackhole“, das einzig aus Gesang und Gitarre besteht, dennoch immer lauter und intensiver wird. Stellenweise scheint er nur darauf zu warten, sich die Seele aus dem Leib zu brüllen, verzichtet aber darauf. Doch auch der Band-Sound von „Remember“ macht Laune. Herrlich beiläufige Indie-Klänge, ein bisschen Odd-Charme und sogar vereinzelte AOR-Einschübe unterhalten. „Car Crash“ ist hingegen definitiv keiner, wird immer größer und sackt doch wiederholt in sich zusammen. Die abermals auftretenden Blechbläser runden gekonnt ab.
Selbstverständlich muss man über die Spielzeit sprechen, denn bei unter einen halben Stunde fällt „The World Is Not Good Enough“ definitiv zu kurz aus. Klar, jeder Song trifft mitten ins Herz, und doch kriegt man von diesem Einstand einfach nicht genug. Was es hier zu hören gibt, ist aber richtig gut. Sean Solomon hat ein Händchen für sympathische Arrangements und Texte, die sich einbrennen. Zugleich macht der Wechsel zwischen Bandsound und intimer Singer/Songwriter-Präsentation richtig Laune. Von seinen vorwitzigen Animationen unterstützt, ergibt sich ein kurzweiliges Gesamtbild, natürlich ganz anders als bei seiner früheren Band, aber weiterhin richtig gut. Diese Labour of Love zaubert ein mächtiges Lächeln auf die Lippen.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 17.04.2026
Erhältlich über: ANTI- Records (Indigo)
Website: foreversean.com
Facebook: www.facebook.com/foreverseansolomon
