Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Oddjobmen – Urban Focus

Schräg, schräger, Oddjobmen. Bei den fünf Berlinern passt der Bandname wie Arsch auf Eimer. Ihr wilder, rockiger Stilmix klingt wie der Soundtrack zu einem abgefahrenen, leicht kaputten Hollywood-Streifen, der Schock, Schwulst und Sex miteinander vermischt. Auf dem nunmehr zweiten Album „Urban Focus“ passiert verdammt viel, denn die Herren aus der Hauptstadt schütteln ihre Groove-, Desert- und Radio-Rock-Granaten in zackiger, schräger Abfolge aus dem Ärmel und schrecken keineswegs vor Ausflügen in besonders entlegene Soundscapes zurück.

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Chain Wallet – Chain Wallet

Der Soundtrack zur Traumwelt der 1980er Jahre stammt aus Bergen. Chain Wallet verstehen sich auf einen charmant poppigen Mix aus New Wave, Synth und Shoegaze – entspannt und doch treibend. Zwischen Verletzlichkeit und eitel Sonnenschein malen sie faszinierende Bilder – mal schroff und abstrakt, mal mit Weichzeichner und Pastellfarben. Existentielle Krisen und zerbrochene Träume begleiten das schlicht „Chain Wallet“ betitelte Debütalbum.

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Albert Mudrian – Choosing Death

Musik, insbesondere Metal, ist stets auf der Suche nach neuen Ideen, Ansätzen und Extremen. Mitte der 1980er Jahre begann der Siegeszug von Death Metal und Grindcore in den USA bzw. Großbritannien. Bis heute ist die Faszination für diese Stilrichtungen und zig darauf aufbauende Subgenres ungebrochen.“Decibel“-Chefredakteur Albert Mudrian veröffentlichte bereits 2004 seine Chronologie „Choosing Death“ und präsentiert nun die erweiterte, auf Deutsch vorliegende Fortsetzung mit dem Untertitel „Die unglaubliche Geschichte von Death Metal und Grindcore geht weiter…“ – drei neue Kapitel, über 100 neue Seiten und 50 neue Interviews.

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Nightstalker – As Above, So Below

Seit fast einem Vierteljahrzehnt veröffentlichen die Griechen Nightstalker regelmäßig neue Alben und bedienen sich Retro-Riffs, die sich bis auf die 60s und 70s zurückverfolgen lassen. Von musikalischen Schubladen hält das Quartett jedoch nichts, gerade mit dem in jüngerer Vergangenheit bemühten Stoner-Vergleich kann man nichts anfangen. Und doch lassen die zwischen Black Sabbath und Kyuss verorteten Riffs auf „As Above, So Below“ kaum anderweitig zuordnen.

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Matt Boroff – Grand Delusion

Seine Wahlheimat mag mittlerweile Österreich sein, doch musikalisch ist Matt Boroff nach wie vor tief in den Vereinigten Staaten verhaftet. Auf seinem dritten Soloalbum versucht er sich ein wenig von Desert-Rock-Klängen zu lösen, was zumindest bedingt gelingt. Mehr Americana, mehr Singer/Songwriter – und Wüstenprominenz hinter den Kulissen. Kein Geringerer als Josh Homme-Intimus Alain Johannes produzierte „Grande Delusion“, während Jack Irons (Red Hot Chili Peppers, Pearl Jam) am Drumhocker Platz nahm.

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Apothek – Apothek

Morten Myklebust und Nils Martin Larsen würden jeweils für sich nicht funktionieren. Also musikalisch. Als Apothek verbinden Popmusik mit Elektronik und ein wenig Avantgarde. Quasi James Blake auf Kollisionskurs mit Everything Everything, wenn man so will. Die Songs auf ihrem eponymen Album vermengen poetische Texte – Myklebusts Domäne – mit Larsens Hang zur Soundtüftlerei. Beide setzen auf komplett konträre musikalische Ansätze und kollidieren herrlich kurios miteinander.

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The T.S. Eliot Appreciation Society – Turn It Golden!

Tom Gerritsen wuchst auf einem Jahrmarkt auf und kam früh mit den mythischen Geschichten von Künstlern und Predigern in Berührung. Ihre fantastischen Ausführungen beeinflussen ihn bis heute. Mittlerweile im niederländischen Utrecht heimisch, gibt er unter dem Pseudonym The T.S. Eliot Appreciation Society einen Singer/Songwriter mit Faible für ausgefallene Arrangements und Texte. Mit dem Zweitling „Turn It Golden!“ entfernt er sich zwar ein wenig vom rohen Sound des Debüts, denkt sich dafür umso faszinierender in seine Kindheit zurück.

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Ultimate Painting – Dusk

Wenn Coolness wehtun würde, wären Ultimate Painting ununterbrochen auf Schmerzmitteln; zumindest auf musikalischer Ebene. Der lässige, kunstvolle Pop-Sound von Jack Cooper und James Hoare erinnert ein wenig an Velvet Underground, wirkt mal verträumt, dann wieder psychedelisch, stellenweise sogar folkig. Mit ihren ersten beiden in kurzer Abfolge erschienenen Alben sicherten sich die Briten wohlverdiente Aufmerksamkeit, und auch an „Dusk“ wurde nicht lange geschraubt. Dass die zehn neuen Songs dennoch so stylish klingen, spricht für die kreative Energie der Londoner.

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God Damn – Everything Ever

Kaum zu glauben, dass sich die Musiker hinter God Damn einst als Indie-Pop-Band versuchten. Der rohe, schroffe, punkige gegenwärtige Sound deutet keinesfalls daraufhin. Ein lebensgefährlicher Kollaps von Dave Copson führte einst zum Reset und dem mächtigen Debüt „Vultures“. Auf den durchaus sensationellen Einstand folgt nun „Everything Ever“, das einmal mehr Riffgewalt mit Melodik, bärtigen Rock mit eingängiger Punk-Dynamik koppelt.

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All diese Gewalt – Welt in Klammern

Wenn Max Rieger nicht gerade mit Die Nerven Krawall und Noise mit Pop-Ideen kreuzt, widmet er sich experimentellen Solo-Platten. Als All diese Gewalt vermengt er Post Rock, Elektronik, Avantgarde und unterschwellige Pop-Melodien mit durchaus literarischem Anspruch. Zwischen Drone und Easy-Listening spielt „Welt in Klammern“ mit Erwartungen, Hörgewohnheiten und Songwriting-Ansätzen.

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