Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Kiasmos – Kiasmos

Die überaus umtriebigen Ólafur Arnalds und Janus Rasmussen ließen ihre verschiedenen Solo-Aktivitäten und weiteren Projekte ruhen, um sich voll und ganz auf die gemeinsame Electro-Spielwiese Kiasmos zu konzentrieren. Was sich bereits auf der gemeinsamen EP „Thrown“ angedeutet hatte, wird nun auf dem eponymen Full-Length-Debüt verdichtet: smarte Electronica, ein wenig Techno und weitläufige, unwahrscheinlich entspannte Klangflächen zwischen Chicane und Underworld.

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Rökkurró – Innra

Nach sieben Jahren Inseldasein kommen die Isländer Rökkurró mit ihrem dritten Album aufs Festland – und noch dazu erstmals in englischer Sprache. Das Sextett um Sängerin Hildur Kristín Stefánsdóttir verankert ihren melancholischen Indie Pop/Rock irgendwo zwischen der nationalen Experimentalschule um Sigur Rós und Björk, nimmt aber ebenso Radiohead und, neuerdings, Synthis statt Cello mit auf die Reise. „Innra“ (dt. „intern“) wurde von Helgi Hrafn Jónsson produziert und gestaltet sich als Wechselbad der Gefühle.

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Stereo MC’s – Collected

Vor 25 Jahren veröffentlichten Stereo MC’s ihr Debütalbum und legten damit den Grundstein für eine Weltkarriere, der britischen HipHop salonfähig machte, als sich die Band selbst schon längst wieder von diesem Sound erfüllt hatte. Gefeiert wird das Jubiläum nicht etwa mit einer Best-of-Platte, sondern mit einer Werkschau der anderen Art. Namentlich an ihr Durchbruchswerk angelehnt, vereinet „Collected“ sämtliche Studioalben, Remixes, Raritäten, unveröffentlichtes und neues Material auf neun CDs und einer DVD.

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Aretha Franklin – Sings The Great Diva Classics

Wenn man keine neuen Ideen hat, bringt man einfach ein ‚Greatest Hits‘-Album oder eine Cover Platte – eine Faustregel, die auf Aretha Franklin nun wirklich nicht zutrifft. Die Queen of Soul hat sich mit ihren 72 Lenzen bereits knapp sechs Jahrzehnte im Musikgeschäft gehalten – stets frisch, stets aufregend, stets überraschend. Wenn die Franklin also klassische und zeitgenössische Songs legendärer Sängerinnen covern möchte, soll sie es tun. „Aretha Frankling Sings The Great Diva Classics“ überrascht – positiv wie negativ.

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Black Moon Circle – Andromeda

Der Weltraum ruft: Black Moon Circle, 2012 von den Gebrüdern Engan gegründet, verstehen sich auf ausgedehnte Jam-Sessions und aggressiv verproggten Spacerock in bestern Monster Magnet-Manier, der sie zu Labelmates von Spidergawd auf Crispin Glover Records machte. Nur kurz nach der Veröffentlichung eines selbstveröffentlichten Minialbums entstand innerhalb eines Tages das Full-Length-Werk „Andromeda“, gespickt mit – wie nicht anders zu erwarten war – ausladenden Songideen, die in ellenlangen Jams ausarteten.

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Hey Rosetta! – Second Sight

Kanadas Hey Rosetta! steuern dem tristen Herbst entgegen. Mit „Seeds“ schaffte das Sextett in der Heimat den Durchbruch, schaffte es in die nationalen Top 10 und wurde für einen JUNO-Award nominiert. Bevor sie im Jänner nach Deutschland kommen, erscheint nun ihr viertes Album „Second Sight“, das von Marcus Paquin (Arcade Fire, Stars, The National) produziert wurde und mit seinem Stilmix zwischen Indie, Folk und Pop dichte Nebelschwaden mit einem frechen Grinsen in die Schranken verweist.

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Elliott BROOD – Work And Love

Country und Roots sind, entgegen dem europäischen Empfinden, nicht ausschließlich amerikanische Domänen. Auch in Kanada kann man diesem Sound durchaus etwas abgewinnen. Zu den bekanntesten Szene-Künstlern des Landes zählt das Trio Elliott BROOD aus Toronto, die erst im vergangenen Jahr mit einem Juno Award – dem kanadischen Grammy – für das beste Roots & Traditional-Album des Jahres ausgezeichnet wurden. Für die Arbeiten zum Nachfolger „Work And Love“ zogen sich Casey Laforet, Mark Sasso und Stephen Pitkin in ein Bauernhaus in Bath, Ontario zurück.

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The Picturebooks – Imaginary Horse

Auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt, begehen The Picturebooks ihr mittlerweile drittes Album. Das dynamische Duo um Fynn Grabke und Maddin zog sich in die Garage zurück, rückte das Schlagzeug in den Vordergrund und ließ selbstgebaute Percussion-Instrumente zentrale Rollen übernehmen. Der Albumtitel stammt aus Fynns Kindheit. Beim „Imaginary Horse“ handelt es sich um Pon Pon, ein imaginäres Pferd, das den Sänger und Gitarristen während dessen Kindheit begleitete.

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Akte Ministry – Die offizielle Autobiographie von Al Jourgensen

Al Jourgensen bezeichnet sich selbst als Alien. Mit Ministry wurde er in den 80er und 90er Jahren zum Gründervater des Industrial Metal. Zwischendrin nahm er Alben mit den verschiedensten Projekten (Revolting Cocks, Lard, Buck Satan) auf und produzierte bzw. remixte fleißig für diverse Künstler. Jourgensen fiel im Laufe seiner Karriere immer wieder durch Exzesse und seltsames Benehmen auf. Ein Blick hinter die Kulissen legt nun Erinnerungen eines Mannes offen, der sich, ginge es nach den Gesetzen der Medizin, an nichts erinnern dürfte und längst tot sein müsste. Seine gemeinsam mit  Jon Wiederhorn entstandende Autobiographie gibt es unter dem Titel „Akte Ministry“ nun auch in deutscher Sprache.

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Haley Bonar – Last War

Es ist eine Geschichte wie aus einem Film – zumindest anfangs. Bei einer Open Mic Night in Duluth, Minnesota entdeckte Low-Sänger Alan Sparhawk die damals 19jährige Haley Bonar und lud sie auf eine gemeinsame Tour ein. Nur eine Woche später begab sie sich auf eine Reise quer durch die USA. Seither sind mehr als zehn Jahre vergangen, in denen Bonar Album über Album veröffentlichte. Der ganz große Wurf gelang ihr zwar nie, der Wandel von Alternative Country und Slowcore hin zu deutlich bekömmlicheren (Indie) Pop/Rock-Klängen ist dafür geglückt. Mit „Last War“ ist sie nun bei Memphis Industries gelandet.

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