Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Citizens! – European Soul

Als Citizens! vor drei Jahren mit ihrem von Alex Kapranos (Franz Ferdinand) produzierten „Here We Are“ debütierten, schickten sie sich an den guten, alten Gevatter Pop zu retten. So ganz mag das den Londonern zwar nicht gelungen sein, unterhaltsam war der Versuch allemal und zieht nun ein zweites Album nach sich. „European Soul“ wurde von Laurent d’Herbecourt (u.a. Phoenix) produziert und findet neue Inspiration in amerikanischem Soul.

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Villagers – Darling Arithmetic

Nach zwei erfolgreich, mehrfach ausgezeichneten und für den Mercury Prize nominierten Alben entschloss sich Conor O’Brien für ein wenig Umorientierung und nahm seinem Soloprojekt Villagers den vielschichtigen Detailreichtum, um – musikalisch wie textlich – die nackte Songidee offenzulegen. Der Ire gibt auf „Darling Arithmetic“ wesentlich mehr von sich preis als je zuvor und schüttelt neun Perlen zwischen Pop, Indie, Folk und Singer/Songwriter aus dem Ärmel.

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Raglans – Raglans

Als The Fray Ende vergangenen Jahres durch Deutschland tourten, hatten sie vier junge Iren dabei, die mit radiofreundlichen Indie Pop/Rock-Songs ihre Sache als Einheizer gut machten. Besagte Männer von der grünen Insel sind die 2010 gegründeten Raglans, die auch schon mit Haim und den Libertines auftraten, und nun ihr Debütalbum in hiesige Gefilde tragen. Schlicht Raglans betitelt, wird eingängiger Britrock mit einer Prise Folk und großen Pop-Melodien serviert.

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Calexico – Edge Of The Sun

In Mexico City fanden Joey Burns und John Convertino eine neue musikalische Heimat für Calexico. Coyocán, eine stille Oase gesäumt von prächtigen Herrschaftshäusern aus der Zeit der spanischen Konquistadoren, inspirierte zu einer Platte, die den bisherigen kreativen Prozess aufbrechen ließ. Fast jeder Song auf „Edge Of The Sun“ entstand mit einem anderen Kollaborationspartner. Das Ergebnis ist angenehm anders und doch typisch Calexico.

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Blank & Jones – Milchbar // Seaside Season 7

Mit den mittlerweile legendären und in den Verkaufscharts überaus erfolgreichen Compilations konnten Blank & Jones den Milchbar-Sound weit über die Grenzen Norderneys hinaus berühmt machen. Die sechste Ausgabe schaffte es vergangenes Jahr sogar auf Platz 4 der deutschen Hitliste. Was auf „Milchbar // Seaside Season 7“ vielleicht fehlt, sind die ganz großen Namen, doch das stört keineswegs, denn wie jedes Jahr stimmt die Qualität. Zudem gibt es einige neue oder (noch) weniger bekannte Künstler zu entdecken.

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Drenge – Undertow

Der Name Drenge ist angelehnt an das dänische Wort für „Jungs“. Viel mehr sind die britischen Brüder Eoin und Rory Loveless auch nicht, die 2013 mit ihrem eponymen Debütalbum für hochgezogene Augenbrauen sorgten. So erinnerte das Duo mit ihrer Mischung aus Grunge, Punk, Noise und Blues nicht selten an ein Zwischenstück aus Nirvana und The Black Keys. Dieser Eindruck zieht sich auch durch so manche Stelle des Nachfolgers „Undertow“.

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The Prodigy

The Prodigy – The Day Is My Enemy

The Prodigy sind wütend. Besonders Liam Howlett ist über den gegenwärtigen Stand der DJ-Kultur empört und sieht vor allem Plattendreher, die abends ihren USB-Stick einstecken, um für den Rest des Abends möglichst cool aussehen und grenzdebil ins Publikum winken zu können. Entsprechend wütend fällt das neue Album „The Day Is My Enemy“, der direkte Nachfolger des vor sechs Jahren gelandeten „Invaders Must Die“, aus. Die einstigen Rave-Magnaten zieht es endgültig gen Nacht und elektronische Organik.

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Jonathan Jeremiah – Oh Desire

Die Zeiten, in denen sich Jonathan Jeremiah seine Studiostunden hart erarbeiten musste, sind vorbei. Mit seinen beiden Alben „A Solitary Man“ und „Gold Dust“, diversen Soundtrack-Beiträgen und Tour-Aktivitäten konnte sich der Brite auch beim deutschen Publikum einen Namen machen. Aus den geplanten drei Wochen Aufnahmesessions, für die Jeremiah erstmals seine komplette Live-Band einsetzte und gleichzeitig selbst produzierte, wurde ein halbes Jahr;  Zeit, die sich für die Entstehung von „Oh Desire“ lohnte.

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This Love Is Deadly – Want

Vor etwas mehr als drei Jahren debütierten This Love Is Deadly mit ihrer sympathischen eponymen Platte zwischen Rock, Noise, Psychedelic, Pop und außerweltlichen Klängen. Das Trio aus Berlin will mehr und präsentiert dabei weniger, denn für den Release ihres zweiten Albums wählen sie verhältnismäßig unorthodoxe Wege. Kein Stream, kein Download, ja noch nicht einmal eine CD gibt es von „Want“; das neue Kunstwerk wird einzig auf LP via Bekassine Records erhältlich sein.

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Hodja – The Band

Mit dem Umzug von Gamiel Stone nach Kopenhagen wanderte ein Stück New York in die dänische Hauptstadt – Stones erste Aufnahmen fanden einst unter der Ägide von Huey Morgan (Fun Lovin‘ Criminals) statt. Den Soul und Blues dieser Zeit hat er nach Skandinavien mitgebracht, wo er mit Schlagzeuger Matthias Arbo Klein Reverend Shine Snake Oil Co. gründete. Im Zuge der dazugehörigen Aufnahmen freundete sich das Duo mit Boi Holm an, Hodja war gegründet. Auf „The Band“ destilliert das Trio Blues und Rock’n’Roll auf 32 begeisternde Minuten.

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