Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Smile And Burn – Action Action

Hymnenhafter, hitverdächter Punk Rock mit einem nicht zu verhehlenden Faible für Popmusik ist spätestens seit dem großen Erfolg der Beatsteaks ein populäres Rezept. Konsequent und ansprechend wird der Stiefel allerdings nur selten durchgezogen, selbst die erwähnten Giganten haben ihren Sound nach „Smack Smash“ bis zur Unkenntlichkeit ent- und verfremdet. Diese Lücke könnten nun die Berliner Smile And Burn schließen, denen auf ihrem dritten Album „Action Action“ der Schritt in Richtung Entertainment endlich gelungen ist.

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Karies – Seid umschlungen, Millionen

Es zuckt wieder im schönen Schwabenland. Über die Definition von Post Punk ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Neben der tanzbaren, chartstürmenden Fraktion der zweiten Welle (Franz Ferdinand, Maximo Park, Bloc Party) gibt es noch die schroffen Originale rund um Killing Joke und Crass, bei denen tatsächlich der Punk im Mittelpunkt steht. Karies stammen aus dem Dunstkreis von Die Nerven, deren Schlagzeuger auch hier mitwirkt, und orientieren sich an den erwähnten Pionieren wie auch an NDW-Lautmalern wie Abwärts. Nicht umsonst beschwört „Seid umschlungen, Millionen“ einen Sound, der wie die deutsche Antwort auf den jüngsten Output von xBOMB FACTORY wirkt.

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Childhood – Lacuna

Was macht man, wenn man mit dem Gedanken spielt, eine Band zu gründen, sich bis dato aber nicht dazu durchringen konnte? Richtig, man erzählt jedem, der es hören will, von den ersten gemeinsamen Songs. So oder so ähnlich wanderten Ben Romans-Hopcraft und Leo Dobsen vor etwas über zwei Jahren über den Campus ihrer Universität und schwärmten Freunden von Childhood vor. Hinter der Großmäuligkeit steckt tatsächlich Substanz, denn wenig später, nach der Veröffentlichung eines gemeinsamen Songs, wurde aus dem Hirngespinst eine Band, die nun einen Plattenvertrag hat und das Debütalbum „Lacuna“ veröffentlicht.

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Combineharvester – Brikks

Vor 38 Jahren brachte der Parodiesong „Combine Harvester“ den Wurzels eine Nummer Eins in Großbritannien. Für den Schotten Marlon McNeill war es sein erstes Wort und ab 1998 auch Bandname, allerdings zusammengeschrieben. Der Wahlschweizer schrieb auf Ahnensuche vor einem Jahr „Brikks“, aufgenommen mit seinen beiden Mitstreitern aus der Schweiz. Hinter dem sperrigen Namen und verwirrenden Artwork steckt eine opulente Mischung aus Kraut-, Prog- und Art Rock – unkonventionell und faszinierend zu gleichen Teilen.

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Oasis – (What’s The Story) Morning Glory?

Im Rahmen der Serie „Oasis: Chasing The Sun“ veröffentlichen die längst aufgelösten Britpopper schrittweise ihre Alben komplett remastered sowie mit Bonusmaterial. Nach dem Debüt „Definitely Maybe“ ist nun „(What’s The Story) Morning Glory?“ an der Reihe, die legendäre Hitplatte mit 22 Millionen weltweit verkauften Exemplaren und zehn Wochen Nummer Eins in Großbritannien. Erhältlich ist die neue Version in den verschiedensten Auflagen, darunter die hier besprochene 3CD-Box mit einer Sammlung diverser B-Seiten sowie seltenem, bis dato unveröffentlichem Material.

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The Drums – Encyclopedia

Der Ausstieg von Connor Hanwick setzte ein dickes Fragezeichen hinter das Fort- und Überleben von The Drums. Jonny Pierce und Jacob Graham nahmen sich eine Auszeit, und machen jetzt als Duo weiter – so wie einst auf der Debüt-EP „Summertime!“. Dennoch ist ihr neues, drittes Album von einer gewissen Düsternis und Schwere umgeben. Auf „Encyclopedia“ kämpfen The Drums mit Verletzlichkeit, Sehnsucht, Verlust und Liebe, und wagen sich musikalisch gen neue Ufer.

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July Talk – July Talk

July Talk sind Kanadas Band der Stunde – und das, obwohl die erste Version ihres Debütalbum in der Heimat bereits 2012, zugleich Gründungsjahr des Quintetts, erschien. An vorderster Front stehen zwei Stimmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Leah Fey ist die besonnene, selbstbewusste Voice of Reason, setzt (oberflächlich) liebliche Akzente, während Peter Dreimanis in bester Tom Waits meets Krümelmonster-Manier grummelt. Das Ergebnis, „July Talk“, lebt vom Spannungsverhältnis der beiden zwischen Indie-Gitarren, schwerem Blues und leichtfüßigem Pop.

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alt-J – This Is All Yours

Das ∆ ist gelandet. Mercury Prize, Ivor Novello Album Award, drei Brits-Nominierungen: alt-J räumten mit ihrem Debütalbum „An Awesome Wave“ so ziemlich alles ab. Als es zurück ins Studio ging, kam den Briten jedoch Bassist Gwil Sainsbury abhanden. Für alt-J sollte das kein Problem sein, man machte kurzerhand zu dritt weiter und erarbeitete sich „This Is All Yours“, eine Platte, die bereits vor Veröffentlichung mit dem Zweitling-Stigma zu kämpfen hat.

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The Flying Eyes – Leave It All Behind Sessions

Nach dem hochtrabenden, mächtigen „Lowlands“ zeigen The Flying Eyes eine andere Seite von sich. Auf Tour und im Rahmen diverser Radio-Sessions war vom mächtigen, wüsten Rock’n’Roll des Baltimore-Vierers nur noch wenig zu hören. Akustik-Gitarre, Blues, Country und Folk gehören ebenso zum Inventar wie die bleierne, getriebene Schwere des Nebenschauplatzes Black Lung. Die Idee zu den „Leave It All Behind Sessions“ eröffnete sich zwischen zwei Alben nach dem Einspielen von „Leave It All Behind“.

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Black Moth – Condemned To Hope

Wenn man von düsterer Gitarrenmusik spricht, richten sich die Augen automatisch nach Großbritannien. Schließlich hat die Insel keine Geringeren als Black Sabbath hervorgebracht, die Metal-Urväter. Auf gewisse Art und Weise zählen auch Black Moth zu jener jungen Generation, die das Erbe der auferstandenen Legenden verwalten. Das Quintett aus Leeds debütierte 2012 mit „The Killing Jar“, einem zu recht gefeierten Album, das sich prima zwischen Doom, Psychedelic und Garage Rock einnistete. „Condemned To Hope“ geht nun noch einen Schritt weiter und lässt die Briten gen Thron schielen.

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