Fake Names – Punk Ruins

Fake Names
(c) Fake Names

Fake Names hätten sich problemlos auf den Lorbeeren ihrer früheren und aktuellen Bands (u. a. Bad Religion, Refused, Minor Threat) ausruhen können, schreiben aber viel lieber mitreißende Songs, die weit über den gemeinsamen Hintergrund hinausgehen. Wie schon beim selbstbetitelten Einstand ging es – dieses Mal gemeinsam mit Neo-Drummer Mario Rubalcaba (u. a. Rocket From The Crypt, Off!) nach Chicago in die Electrical Audio Studios, wo binnen fünf Tagen zwölf Songs fertiggestellt wurden. Ursprünglich als Demos gedacht, stimmten Qualität und Dringlichkeit aber sofort. Das Ergebnis landet nun als „Punk Ruins“ und lehnt sich musikalisch noch ein klein wenig weiter aus dem Fenster.

Da wäre beispielsweise der drückende, ruppige Titelsong „Punk Ruins“, der den Tellerrand in Richtung Hardcore erweitert und aus dem Nichts eine melodische Mini-Hook aus dem Ärmel schüttelt. Der hymnische Chorus brennt sich ein, rundherum diktiert wütender Druck das Geschehen. Auch „Language Lost“ verfügt über einen ähnlich gelagerten Hintergrund, garniert diesen jedoch vermehrt mit mächtigen Rock-Riffs und lässt eine kleine, aber feine Prise Power Pop zu. „Little Wonders“ lässt die Muskeln spielen, nur um im Hauptteil klassischen Rock’n’Roll anzureißen und binnen Sekunden ins Ohr zu gehen. Speziell Dennis Lyxzén wirkt hier bestens aufgelegt.

Die kurzen Stakkato-Attacken des eröffnenden „Until It’s Normal“ machen auf ganz andere Weise Laune, langen ebenso beherzt zu wie die giftigen, kantigen Strophen. Fake Names haben aber zu keiner Zeit Bock aufs Gaspedal. Stattdessen baut sich ein kleiner Wall auf und geht erneut direkt ins Ohr. Dort hat es sich bereits das lässige, zurückgelehnte „Diamond Buzz“ gemütlich gemacht und serviert magische Melodien in schleppendem Tempo. Das strengt erst einmal an, bis sich der Refrain nach der zweiten, spätestens nach der dritten Wiederholung ebenso festbeißt wie der schrubbende Bass. Und dann sind da auch noch die kraftvollen Gitarren eines „If You Could See Me Today“, ein kleines Riff-Fest der gemächlichen Art.

Insgesamt lehnt sich dieser dritte Longplayer noch eine Spur weiter zurück, was Fake Names recht gut bekommt. Der Fokus auf mehr Gitarren und Melodie, die lockere Präsentation und die spannende Mischung aus spontaner Energie und gut ausgearbeiteten Arrangements hat tatsächlich etwas Besonderes an sich. „Punk Ruins“ liebt die (Post-)Hardcore-Wurzeln der beteiligten Musiker ebenso wie hymnischen Rock und alle Zwischentöne, die sich eben auftun können. Stimmungsvolle Songs, die eine oder andere scharfe Kante, dazu Hooks und Riffs in rauen Mengen sowie Veteranen und Legenden, die sich durch Spielfreude auszeichnen – ein von vorne bis hinten richtig unterhaltsames neues Album einer hervorragend aufgelegten All-Star-Truppe.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 23.10.2026
Erhältlich über: Epitaph Records (Indigo)

Website: fakenamesofficial.com
Facebook: www.facebook.com/fakenamesofficial