Kategorie: Alben

Hookworms – Microshift

Wenn eine Band, die selbst bevorzugt mit Konventionen bricht, urplötzlich gegen zuvor etablierte eigene Konventionen verstößt, beißt sich die Psych-Katze dann in den eigenen Schwanz? Hookworms stellen keine abstrusen Fragen, liefern aber auch keine Antworten. Das Quintett aus Leeds erklärte das Aufnahmestudio kurzerhand zum zusätzlichen Instrument und konzentrierte sich auf experimentelle musikalische Küche. „Microshift“ ist Psych und Pop, Kraut und Indie zu gleichen Teilen.

Weiterlesen

Calexico – The Thread That Keeps Us

Joey Burns ging im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres unter die Wanderer. Während den Aufnahmen zum neuen Calexico-Album streifte er durch den Norden Kaliforniens, ließ sich vom weit offenen Land zu musikalischen Höchstleistungen inspirieren. Und doch ist dieses „The Thread That Keeps Us“ von privaten Ängsten und Hoffnungen gezeichnet, wie auch vom schwerfälligen und bedrohlichen politischen Klima – und zugleich so abwechslungsreich und kraftvoll wie schon lange nicht mehr.

Weiterlesen

Tocotronic – Die Unendlichkeit

Im Nachhinein betracht, hatte das „Rote Album“ seine Schwächen. Tocotronics Flirt mit Pop pendelte zwischen Sternstunden und so mancher Schwäche. Für das mittlerweile zwölfte Studioalbum traut man sich erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder an (auto-)biographisches Material. „Die Unendlichkeit“ hört sich wie eine große Indie-Coming-of-Age-Geschichte, gekleidet in das etatmäßige Indie-Rock-Soundgewand aus der Ära vor der faszinierenden „Berlin“-Trilogie. Anders gesagt: retro, aber nicht zu retro.

Weiterlesen

Nightmares On Wax – Shape The Future

George Evelyn ist unkaputtbar. 30 Jahre nach seinem Debüt als DJ und Breakdancer revolutioniert er als Nightmares On Wax nach wie vor die Electro-Szene. Mit seinem Mix aus Club, Dub, HipHop und Soul setzt die britische Legende einmal mehr Maßstäbe. Für „Shape The Future“, das mittlerweile achte Studioalbum, lud Evelyn allerlei Nachwuchshoffnungen zu einer gewaltigen Jam-Session ein.

Weiterlesen

Tiny Moving Parts – Swell

Im Mai 2016 packten Tiny Moving Parts mit „Celebrate“ einen kleinen Leckerbissen für Emo-Fans aus, schön über verschiedenste Genres und Epochen gestreckt. Es war bereits das dritte Album der Herren aus Minnesota und zugleich ein mächtiges Versprechen für die Zukunft. Dieses löst das Trio nun in Form von „Swell“ ein. Noch kürzer als zuletzt – knapp 32 Minuten Spielzeit -, noch schroffer, noch eingängiger, noch gefühlvoller, noch verkopfter.

Weiterlesen

Brother Grimm – Home Today, Gone Tomorrow

Manche Filme werden mit Warnhinweisen begleitet, beispielsweise was Altersbeschränkungen und mögliche gesundheitliche Auswirkungen betrifft. Vielleicht wäre dies bei „Home Today, Gone Tomorrow“ auch nicht so verkehrt. Wenn Dennis Grimm, dieser bärtige Zwei-Meter-Hühne mit langen Haaren und dunklem Anzug, die Bühne betritt, erzittert das Gebälk. Nur mit einer Gitarre und zig Effektgeräten bewaffnet, kehrt er das Innerste des Blues nach außen und dekonstruiert Schwermut in seiner pursten Form. Selbst Nick Cave dürften die Knie schlottern.

Weiterlesen

Turin Brakes – Invisible Storm

Zwei Stimmen und eine Band für feinsinnigen Pop/Rock-Sound mit Indie-Flair – längst sind Turin Brakes aus ihrer ursprünglichen Acoustic-Formel ausgebrochen und loten ihre einstmals engen musikalischen Grenzen immer weiter aus. Nach dem soliden „Lost Property“ wollte man eigentlich etwas kürzer treten, auf Tour sprudelten die Idee dann förmlich aus Olly Knights und Gale Paridjanian heraus. „Invisible Storm“ nimmt den Aufwind mit.

Weiterlesen

Nathan Gray – Feral Hymns

Das hatte sich angekündigt: Seit Jahren wollte Nathan Gray ein Solo-Album veröffentlichen, The Casting Out sollten ursprünglich schon vor zehn Jahren sein Alleingang werden. So rackerte sich eine der wichtigsten Post-Hardcore-Stimmen aller Zeiten zuletzt durch verschiedenste Projekte, trug diese wieder zu Grabe und ist nun doch endlich ganz alleine unterwegs. „Feral Hymns“ vereint brandneue Songs mit neuaufgenommen Klassikern von Grays diversen Band-Projekten.

Weiterlesen

Van William – Countries

Schon immer schlugen zwei Herzen in Van Williams Brust. Als leidenschaftlicher Musiker bereiste er mit Port O’Brien und Waters die Welt, als Sohn eines Fischers in Alaska träumt er davon, einmal seines Vaters Job zu übernehmen. Als Papa William jedoch nach 49 Sommern sein Boot verkaufte und obendrein Vans langjährige Beziehung zerbrach, stand der Musiker erst einmal vor einem Scherbenhaufen. Statt Selbstaufgabe setzt es nun allerdings „Countries“, ein cleveres Folk-Solo-Album, das zugleich auch als Kommentar zur aktuellen soziopolitischen Lage in den USA durchgeht.

Weiterlesen

Get Cape. Wear Cape. Fly – Young Adult

Eigentlich hatte Sam Duckworth seinen Künstlernamen Get Cape. Wear Cape. Fly begraben, nur um zuletzt als Recreations mit elektronischen Klängen positiv zu überraschen. Und jetzt? Ist plötzlich wieder alles anders. Duckworth kramt sein Cape aus der Mottenkiste hervor und wagt den Sprung zwischen den musikalischen Welten. Zwischen dem fragilen Singer/Songwriter-Sound der Anfangstage und jüngeren, etwas moderneren Elementen sucht „Young Adult“ nach musikalischer Identität.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?