Kategorie: Alben

Kamelot – Silverthorn

Neuer Sänger, neues Glück. Was manchen Bands schon das Genick gebrochen hat, scheint bei Kamelot kein größeres Problem darzustellen, denn schon zum zweiten Mal erhebt sich die Band wie Phönix aus der Asche. Nach dem Sängerwechsel von Mark Vanderbilt zu Roy Khan präsentierten sich Kamelot 1998 stärker denn je, und wie es aussieht, scheint sich Geschichte zu wiederholen. Doch während Kamelot damals neben dem Sänger auch gleich noch ihren Stil ausgetauscht haben – an die Stelle von deftigem US Power Metal trat symphonisch angehauchter Melodic Metal – haben sie auf „Silverthorn“ einfach nur all ihre Stärken in einen Topf geworfen und liefern gemeinsam mit ihrem neuen, aus Schweden stammenden Sänger Tommy Karevik eines der stärksten Alben ihrer bisherigen Karriere ab.

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Jonathan Jeremiah – Gold Dust

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Jonathan Jeremiah schob Nachtschichten im Sicherheitsdienst der Londoner Wembley Arena, um sein Debütalbum zu schreiben und sich die Orchester-Aufnahmen dafür leisten zu können. In „A Solitary Man“ stecken viele Jahre an Arbeit, die sich hörbar ausgezahlt haben und dem Briten entsprechenden Zuspruch brachten. Singles wie „Heart Of Stone“ und das auf dem Soundtrack zu „What A Man“ enthaltene „Happiness“ summt man immer noch im Radio mit. Nur 14 Monate später erscheint der Nachfolger „Gold Dust“.

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Manowar – The Lord Of Steel

So kann’s auch kommen. Waren Manowar 2002 mit „Warriors Of The World“ nicht zuletzt dank ihrer Spaß-Auftritte bei Stefan Raab in aller Munde (der ausgekoppelte Titeltrack entwickelte sich gar zum Top 20-Chartbreaker), stank der 2007 veröffentlichte Nachfolger „Gods Of War“ so richtig ab. Die kurzzeitige Platz 2-Platzierung konnte nämlich nicht verbergen, dass die krude Mischung aus übertriebenem Bombast, massenhaft eingestreuten Textfetzen und ein wenig Metal bei den Fans ganz und gar nicht ankommen wollte. Doch bei „The Lord Of Steel“ sollte in diesem Jahr alles anders werden – mehr Druck, mehr Härte, mehr Metal! Was folgte, war zunächst jedoch ein ziemliches Veröffentlichungschaos und das Werk erschien im Sommer erst mal nur als digitaler Download inklusive Spar-Coverartwork. Musikalisch haben Manowar jedoch Wort gehalten, denn das Werk stellte sich tatsächlich als phänomenale Rückkehr zu alten Tugenden heraus. Ab sofort werden sich endlich auch die Freunde der klassischen Silberscheibe an „The Lord Of Steel“ erfreuen können.

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Disco Ensemble – Warriors

Was sich über die letzten Jahre hinweg angedeutet hat, wird nun deutlich: Disco Ensemble machen endlich den großen Schritt nach vorne. Dabei waren die vier Finnen schon lange auf dem Sprung, sind in ihrer Heimat längst etabliert und haben es hierzulande mit „Black Euro“, „Bad Luck Charm“ und „Drop Dead, Casanova“ auf sämtliche Rock-Playlists geschafft. Laut wird es auf dem unter der Regie von Jukka Immonen (Sunrise Avenue) entstandenen fünften Album „Warriors“ nur selten, die Post-Hardcore- und Screamo-Elemente rücken in den Hintergrund, was den Finnen jedoch gut bekommt.

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Lena – Stardust

Das Leben von Lena Meyer-Landrut fand in den letzten zwei Jahren fast ausschließlich in der Öffentlichkeit statt: Nachdem sie 2010 in Oslo sensationell den Eurovision Song Contest gewonnen hatte, war schnell klar, dass „Lovely Lena“ in Düsseldorf ein Jahr später ihren Titel verteidigen sollte. Dieses Unterfangen scheiterte, doch der Popularität der 21-jährigen Hannoveranerin tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil. Ihre beiden Alben „My Cassette Player“ und „Good News“ erreichten die Spitze der Charts, verkauften sich zusammen über 700.000 Mal. Ende 2011 wollte sie es verdientermaßen ruhiger angehen lassen und ein Studium der Sprachen und Kulturen Afrikas sowie der Philosophie in Köln aufnehmen. Doch daraus wurde nichts, stattdessen begab sie sich der Liebe zur Musik wegen erneut ins Studio. Das Resultat ist ihr mittlerweile dritter Longplayer „Stardust“, mit dem sie nahtlos an ihre bisherigen Erfolge anknüpft.

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Captain Planet – Treibeis

Erde, Feuer, Wind, Wasser und Punkrock – mit der Kinderserie aus den 90ern haben Captain Planet nur den Namen gemein, nicht aber den grünen Vokuhila. Den vier Mannen aus Hamburg sei es gedankt, denn während es fußballerisch mit der Stadt im hohen Norden langsam aber sicher wieder bergauf geht, setzt intelligenter Punkrock zwischen Hot Water Music, Dackelblut und Turbostaat die richtigen Zeichen. Mit dem Wechsel zu Zeitstrafe ging es nicht etwa in die Penalty Box, sondern direkt ins Studio, wo „Treibeis“, ihr drittes und bislang bestes Albums, eingespielt wurde.

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House Of Dolls – Welcome To The Department Of Nuclear Medicine

Aus den Tiefen Irlands – wahlweise auch mitten aus Dublin; je nachdem, was man bei diesem Typus Musik für romantischer und passender befindet – schlagen House Of Dolls auf, die weder etwas mit Puppenhäuschen noch mit NS-Freudenhäusern zu tun haben. Das Quartett aus – eh wissen – versteht sich auf bissigen, treibenden Rock’n’Roll mit psychedelischer Schlagseite und einem Hauch Shoegaze. Wer sich auf Black Rebel Motorcycle Club, My Bloody Valentine und This Love Is Deadly versteht, wird an „Welcome To The Department Of Nuclear Medicine“ seine Freude haben.

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Metz – Metz

So eine Band kann nur via Sub Pop erscheinen: Metz aus Toronto putzten geraume Zeit Klinken in kleinen Clubs, erspielten sich im Laufe der letzten drei Jahre Support-Gigs für Mudhoney, Mission Of Burma und Death From Above 1979, und ernteten unter anderem Lob von Einstürzende Neubauten-Bassist Alexander Hacke. Das Konzept des Trios ist relativ simpel: Verstärker laut aufdrehen, einfach darauf los spielen und in den eigenen Feedback-Schleifen ersaufen. „Metz“ heißt das von Graham Walsh (Holy Fuck) und Alexandre Bonenfant produzierte Debüt, das den guten alten Rock’n’Roll durch Noise und Punk zerrt. Fans von Shellac, Public Image Ltd., The Pixies und The Jesus Lizard sollten Augen und Ohren weit aufsperren.

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Lilabungalow – Lilabungalow

Unglaublich aber wahr: Lilabungalow gibt es seit 2004 als Soloprojekt (vier Jahre später wurde eine dreiköpfige Band mit zusätzlichen Live-Gästen daraus), man war unter anderem mit Herbert Grönemeyer und Northern Lite auf Tour, eine Platte gab es aber bislang nicht. Zumindest prangert man bei analogsoul diesen Missstand an und behebt ihn gleichzeitig. Das nennt man wohl ‚guten Service‘. Die Erfurter um den studierten Musiklehrer Patrick Föllmer verstehen sich auf Popsongs, die mit herkömmlicher Radioware herzlich wenig zu tun haben und eine Vielzahl an Soul-, Electro- und Rock-Einflüssen mitnehmen. Wie das klingt, veranschaulicht das Debütalbum „Lilabungalow“.

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Michael Jackson – Bad (25th Anniversary Edition)

Totgesagte leben länger, und sei es nur in den Herzen der Fans. So oder so ähnlich könnte man wohl die posthume Karriere, die Michael Jackson seit seinem Tod am 25. Juni 2009 macht, am ehesten beschreiben. Freuen dürften sich vor allem die Nachlassverwalter sowie die Hinterbliebenen des einstigen King Of Pop, der bereits ein Jahr nach seinem Ableben mehr als eine Milliarde (!) Dollar auf der Habenseite verbuchen konnte. Inwiefern der Rekordvertrag mit Sony Music über zehn weitere Alben bis ins Jahr 2017 moralisch vertretbar ist, steht auf einem anderen Blatt Papier; und egal ob man nun von Profitgier oder gar Leichenfledderei sprechen möchte: der Mythos lebt weiter. So ist es auch durchaus nachvollziehbar, dass pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum seines Kultalbums „Bad“ ebenjenes in einer „25th Anniversary Edition“ veröffentlicht wird, das in der Tat mal wieder sämtliche nur denkbare Grenzen sprengt.

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