Kategorie: Alben

Sportfreunde Stiller – New York, Rio, Rosenheim

WM-Hymne, Edel-Metall, Udo Jürgens – die Sportfreunde Stiller waren 2009 mit der Veröffentlichung ihres Unplugged-Albums am Karriere-Olymp angekommen. Was folgte, war eine (angekündigte) lange Pause, die Schlagzeuger Flo Weber unter anderem für seinen zweiten Roman „Grimms Erben“ und Aushilfsarbeit bei den legendären Noise-Rockern Harmful nutzte. Die Zeit der Stille ist nun vorbei, mit „New York, Rio, Rosenheim“ erscheint, im Sog des Top-10-Einstiegs des Vorboten „Applaus, Applaus“, das erste reguläre Studioalbum seit 2007.

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French Films – White Orchid

Legt man „White Orchid“, das zweite Album von French Films, ein, wähnt man sich in einem sonnendurchfluteten Raum mit offenen Fenstern, vielleicht im Garten, möglicherweise sogar im Strand – Hauptsache wohlig warm. Dass dieses Quintett aus Finnland kommt, verwundert allerdings. Auf dem Sprung sind die Mannen aus dem Norden schon lange, debütierten vor zwei Jahren mit „Imaginary Future“ überaus erfolgreich und waren seither stets unterwegs. Auf „White Orchid“, eben jenem Zweitling, spielen die Finnen mit psychedelischen Klängen und wollen ihren Gitarrenpop ein wenig erwachsener klingen lassen.

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Sodom – Epitome Of Torture

Seit Mitte der 80er halten die Ruhrpott-Metaller von Sodom nun schon die Thrash Metal-Fahne hoch. Auch im dreißigsten Jahr ihres Bestehens denkt das Dreigestirn um Shouter Tom Angelripper gar nicht daran, nachzulassen. Sodom gehören zu den wenigen Thrash Metal-Bands, die auch in der schwierigen Phase in den 90er Jahren auf Kurs geblieben sind. In einer Zeit, in der sich Kreator in seichtere Gefilde begeben und Destruction sich aufgelöst hatten, waren es Sodom, die ihrem knüppelharten Sound treu geblieben waren. Dieser Tage ist Thrash Metal aus deutschen Landen glücklicherweise wieder ziemlich angesagt. Man denke nur an Kreator, die im letzten Jahr mit „Phantom Antichrist“ ordentlich abgeräumt haben. Im Zuge dieses Revivals lassen nun auch Sodom wieder von sich hören – und das mit Nachdruck, denn das neue Album „Epitome Of Torture“ gehört zu den stärksten Scheiben der Gelsenkirchener.

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Vicious Rumors – Electric Punishment

Bewegte Zeiten mussten die US Power Metaller von Vicious Rumors nach dem Tod ihres Sängers Carl Albert im Jahr 1994 durchmachen. Drei mittelmäßige bis schwache Alben verließen das Presswerk, bevor sich die Band im Jahr 2006 endlich wieder aufrappeln konnte und mit „Warball“ eine zumindest ordentliche Scheibe ablieferte. Der Nachfolger „Razorback Killers“ war ebenfalls nicht von schlechten Eltern, doch von ihren Glanztaten Ende der 80er, Anfang der 90er, waren Vicious Rumors nach wie vor meilenweit entfernt. Glücklicherweise sieht die Situation im Jahr 2013 um einiges besser aus, denn mit „Electric Punishment“ veröffentlichen die Kalifornier ihr bestes Album seit nunmehr fast 20 Jahren.

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The Pigeon Detectives – We Met At Sea

Mit zwei Top-5-Alben, vier Top-20-Singles sowie Gold- und Platin-Auszeichnungen in ihrer britischen Heimat starteten The Pigeon Detectives überaus erfolgreich in ihre Karriere, blieben hierzulande jedoch ein reines Spezialistenthema. Vor zwei Jahren folgte der erste größere Rückschlag, als die dritte Platte „Up, Guards And At ‚Em!“ mit Ach und Krach die Top 30 erreichte, überdies von den Kritikern nicht selten verrissen wurde. Anstatt sich von dadurch entstandenen Selbstzweifeln, wie es Gitarrist Oliver Main nennt, zerfressen zu lassen, schrieb man einfach darauf los. „We Met At Sea“, das Ergebnis dieser freien Arbeitsweise, kann sich hören lassen.

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Gentleman – New Day Dawn

Wenn das Stichwort „deutscher Reggae“ fällt, assoziiert der geneigte Musikfreund damit neben der Berliner Combo Seeed vor allem einen: den Osnabrücker Sänger Gentleman. Seine Karriere begann mit einer Zusammenarbeit mit der HipHop-Band Freundeskreis und dem Song „Tabula Rasa“, der ihn quasi über Nacht berühmt machte. Sein zweites Studioalbum „Journey To Jah“ konnte 2002 mit Platz 14 einen ersten Achtungserfolg erzielen, der deutschlandweite Durchbruch gelang ihm jedoch zwei später mit seinem Nr. 1-Album „Confidence“ und der ebenfalls erfolgreichen Single „Superior“. Auch die beiden Nachfolger belegten mindestens Platz 2 in den Albumcharts. Nach einer knapp dreijährigen Auszeit kehrt er nun ohne seine Far East Band, dafür jedoch mit dem brandneuen 12 Tracks starken Longplayer „New Day Dawn“ zurück, das seinen bisherigen Werken qualitativ in nichts nachsteht.

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Guards – In Guards We Trust

Was derart lässig klingt, dass New York verblasst und die Westküste wie vor einem liegt, sind Guards. Das Trio aus NYC gibt sein Indie Debüt, reichlich nostalgisch, jedoch ohne wild auf Retrowellen zu reiten. Vielmehr zeigen Leader Richie Follin an Gitarre und Mikro, Drummer Loren Humphrey und Keyboard/Sängerin Kaylie Church auf „In Guards We Trust“, dass sich spiralenförmig eindrehende Gitarrenlinien und ein psychedelisch angehauchter Chor vortrefflich eignen, um der Welt ihre Farben zurückzugeben. Alles nur die Tricks einer Momentaufnahme oder nachhaltiges Feingefühl?

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Volbeat – Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Jahre harter Arbeit haben Volbeat an die Spitze der (nicht mehr ganz so) jungen Garde des Rock und Metal gebracht. Ihr letztes Album „Beyond Hell/Above Heaven“ bedeutete den Durchbruch für die Dänen, schaffte es in Deutschland in die Top 3 und erreichte Platin, die dazugehörige Live-Platte konnte sich ebenfalls in den Top 10 platzieren. Nach der Trennung von Lead-Gitarrist Thomas Bredahl – live wurde man von Mercyful Fate-Veteran und Band-Intimus Hank Shermann unterstützt – ging man als Trio ins Studio unter der Aufsicht von Jacob Hansen und Ex-Anthrax-Saitenhexer Rob Caggiano. Letzteren konnte Frontmann Michael Poulsen schließlich dazu überzeugen, fix bei Volbeat einzusteigen. Nicht nur deswegen sind die Erwartungen an „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ besonders hoch.

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OMD – English Electric

Unter den Comeback-Versuchen der letzten Jahre stach die Veröffentlichung des letzten OMD-Albums „History Of Modern“ definitiv heraus. Auch wenn sich die Scheibe nichts zum Charts-Dauerbrenner entwickeln konnte, so war der fünfte Platz in den deutschen Charts – immerhin die beste Notierung, die OMD in Deutschland je erreichen konnten – doch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Briten mit ihrem klassischen Synthiepop auch heuer noch zu begeistern wissen. 2010 leiteten sie in Originalbesetzung gar eine regelrechte Comeback-Welle der New Wave-Größen ein, Kim Wilde, Alphaville, Human League und Ultravox folgten. Glücklicherweise belässt es das Quintett nicht bei diesem Erfolg, denn mit „English Electric“ wandert endlich neues Futter für 80er-Fans in die Läden.

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Baby Universal – Slow Shelter

Zeit für den Neuanfang: Baby Universal debütierten 2010 mit ihrem eponymen Erstling durchaus eindrucksvoll, schoben noch ein knackiges Live-Album hinterher, ehe man sich von Bassist und Schlagzeuger trennte und im Tandem erneut loslegt. Conny Ochs, der kürzlich ein neues Soloalbum veröffentlicht hat, und Hannes Scheffler verschanzten sich im Studio, unterstützt durch Crowdfunding, und sorgten dafür, dass der Stecker bei Baby Universal erst einmal nicht gezogen wird. „Slow Shelter“ zeigt, dass dies die richtige Entscheidung war.

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