Kategorie: Alben

Apocalyptica – Wagner Reloaded – Live in Leipzig

Die Zeit, in der Apocalyptica die internationale Metalszene mit ihren Cello-Cover-Versionen von Metallica-Songs in Verzückung versetzten, ist lange vorbei. Zwei Dekaden fiedeln sich die Finnen mittlerweile durch die Lande und durften dabei mit Till Lindemann, Corey Taylor oder Sandra Nasic zusammenarbeiten. Das letzte reguläre Album „7th Symphony“ erschien 2010, danach wurde es nach ausgedehnten Live-Aktivitäten zunächst einmal ruhig um das Quartett. Nicht ganz, denn zum 200. Geburtstag des Komponisten Richard Wagner brachte man gemeinsam mit Gregor Seyffert das Tanz-, Theater- und Konzert-Event „Wagner Reloaded“ in Leipzig auf die Bühne. Den musikalischen Beitrag von Apocalyptica gibt es nun als Live-Mitschnitt zu kaufen.

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Blue Rodeo – In Our Nature

In ihrer kanadischen Heimat sind sie Stars und verdiente Mitglieder der nationalen Music Hall of Fame, in Europa 29 Jahre nach Gründung immer noch bloß ein Geheimtipp: Blue Rodeo um die beiden Sänger und Haupt-Songwriter Jim Cuddy und Greg Keelor ließen seit ihrem letzten Album ungewohnt lange vier Jahre verstreichen. Das lag vor allem an Keelors Problemen mit dem Gehör, die eine lange Auszeit, einhergehend mit kleinen Veränderungen in Sound und Herangehensweise, mit sich brachten. Die prominente E-Gitarre rückt ein wenig in den Hintergrund, der smarte, bewegende Country Rock ist dem 13. Studioalbum „In Our Nature“ erhalten geblieben.

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Lady Gaga – ARTPOP

„Ist das Kunst oder kann das weg?“: Die Hohepriesterin des Electro-Pop ist zurück! Mit der einer Regentin angemessenen Selbstverständlichkeit ruft Lady Gaga das Zeitalter des „ARTPOP“ aus, und spielt damit unübersehbar auf die Pop Art-Welle der 50er- und 60er-Jahre rund um Andy Warhol und Co. an. Von ebenjenem hätte auch das Cover ihres mittlerweile dritten Studioalbums sein können, für das jedoch der Künstler Jeff Koons im wahrsten Sinne des Wortes verantwortlich zeichnete. Musikalisch erlebt man beim sicherlich meisterwarteten wie -beachteten Album des Jahres die gewohnt gagaeske Achterbahnfahrt. Psychedelische Klänge, wilde Rhythmen, aber auch die ein oder anderen nachdenklichen Stücke machen „ARTPOP“ zu einem kurzweiligen Hörvergnügen.

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Satellite Stories – Pine Trails

Vier Finnen versuchen die ersten November-Tage einigermaßen zu erhellen. Satellite Stories debütierten im vergangenen Herbst mit „Phrases To Break The Ice“, gingen medial ein wenig in der Veröffentlichungsflut baden, konnten sich dafür über anständige Blog-Werte und ansehnliche Gigs freuen. Wenige Monate später zog sich das Quartett nach Schweden aufs Land zurück, um zehn neue Songs zu schreiben, die bei Sessions in London und Manchester vollendet wurden. Einige Festival-Gigs erscheint nun „Pine Trails“, das locker an seinen Vorgänger anknüpft.

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Aloe Blacc – Lift Your Spirit

Durch den Hit „I Need A Dollar“ und das ebenfalls erfolgreiche „Loving You Is Killing Me“ lernte Deutschland den smarten Retro-Soul von Aloe Blacc kennen. Das dazugehörige Album „Good Things“ konnte mit diesen Platzierungen zwar nicht mithalten, hielt sich aber immerhin über ein halbes Jahr in den Top 100 – durchaus ein Erfolg. Und dann war da noch Avicii, der Blacc für seinen weltweiten Hit „Wake Me Up“ rekrutierte. Nachdem die beiden Herren mit Edelmetall nur so überhäuft wurden, gab der Soul-Sänger bekannt, eine eigene Akustik-Version des Dance-Tracks und ein neues Album mit dem Titel „Lift Your Spirit“ veröffentlichen zu wollen. Nimmt da etwa jemand Abschied vom Wohlfühl-Soul-Sound?

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Yuck – Glow & Behold

Mit ihrem furiosen, eponymen Debüt gelang Yuck vor zwei Jahren eine Noise-Punktlandung. Seither musste sich das Trio aus London neu orientieren. Sänger und Gitarrist Daniel Blumberg hat die Band verlassen, um sich auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Max Bloom kümmert sich nun um den Gesang, mit Ed Hayes hat man kürzlich einen zweiten Gitarristen gefunden. Musikalisch bauen die Briten ihre kauzige Aggressivität ein wenig ab und legen den Fokus stärker auf die dahinter verborgene Schönheit des Momentes. „Glow & Behold“ ist ein schwieriges, zweites Album im besten Sinn.

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Motörhead – Aftershock

Es gab eine Zeit, da schien Lemmy unzerstörbar – ein Image, dass durch die gesundheitlichen Probleme in diesem Jahr, die unter anderem zu einem frühzeitigen Abbruch des Wacken-Auftritts führten, mehr als bloß den einen oder anderen Kratzer genommen hat. Mittlerweile hat sich der 67jährige wieder halbwegs erholt und bringt das 21. Studioalbum seiner Hauptband Motörhead an den Mann. Der Nachfolger zu „The Wörld Is Yours“ – unterbrochen durch zwei Live-Platten und HeadCat-Nachschub – hört auf den Namen „Aftershock“ und klingt, na klar, nach Motörhead.

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Morcheeba – Head Up High

Irgendwie sind sie alle wieder Zuhause. Sängerin Skye Edwards kehrte auf dem letzten Album „Blood Like Lemonade“ zurück zu Morcheeba, Ross Godfrey verließ sein kalifornisches Exil, wo er als Filmkomponist arbeitete, und Paul Godfrey arrangierte sich mit Depressionen und seiner Diabetes-Diagnose. Gemeinsam nahm man die neue Platte „Head Up High“ auf, die den Vorgänger ganz locker überflügelt, mit ein paar durchaus prominenten Gästen aufwarten kann und Morcheeba endgültig in der Neuzeit ankommen lässt.

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Baby Lou – Stagediving Into Total Darkness

Mit Biss, Herzblut und DIY-Ethos erspietlen sich Baby Lou vor zwei Jahren einen Platz im Punk-Feld. Oder ist das schon Anti-Punk? Überhaupt noch Punk? Wenn es um die Kategorisierung der mittlerweile zum Trio gewachsenen Saarbrückener geht, tut man sich schwer. Man kommt aus dem Punk, gewisse Bausteine sind noch als solche erkennbar, doch mit einer Mischung aus Hardcore, wahnwitziger Elektronik und Prog-Pop zählen Baby Lou zu den einzigartigsten Bands der Gegenwart. „Fresh Water In A Dirty Glass“ teilte wechselweise in alle Richtung aus, „Stagediving Into Total Darkness“ knüpft daran an und wirkt doch – wohlgemerkt in Relation gesetzt – einen Tacken linearer.

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Sub Focus – Torus

Zehn Jahre hat es gedauert, bis Nick Douwma aka Sub Focus angekommen war. Seit einer Dekade veröffentlicht er Dance-Kompositionen, in seiner britischen Heimat nahm man den heute 31jährigen erst nach seiner Tour mit Pendulum und dem Producer-Credit für den Example-Hit „Kickstarts“ wahr. Auftritte beim diesjährigen Glastonbury sowie ein Headliner-Slot bei Reading & Leeds 2012 gingen Hand in Hand mit der einen oder anderen Single, für die der eine oder andere nicht gänzlich unbekannte Gast gewonnen werden konnte. All das und mehr erscheint nun auf „Torus“, Douwmas zweitem Album, das in UK denkbar knapp die Top 10 verpasste.

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