Kategorie: Alben

A5 Richtung Wir – Für immer diese Stadt

Musik für die Autobahn – das kennt man ja, quasi als Soundtrack für lange, anstrengende Autofahrten durch das betonierte Nirgendwo. Musik entlang der Autobahn ist jedoch ein relativ neues Konzept. A5 Richtung Wir haben sich nach eben jener Strecke vom Hattenbacher Dreieck in Hessen bis zur Schweizer Grenze in der Nähe von Basel benannt, weil die drei Bandmitglieder entlang jener verstreut sind. Musikalisch setzen sie auf angenehm unaufgeregten Indie Pop/Rock mit deutschen Texten, der angenehm an Tele und die frühen Fotos erinnert. Nach zwei EPs erscheint nun das von Kurt Ebelhäuser (Blackmail) produzierte Debütalbum „Für immer diese Stadt“.

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Melanie C – The Sea

Während ihrer Spice-Girls-Zeit war sie die Sportliche, bekannt für ihre Flickflacks und sorgte nicht zuletzt mit ihren Outfits für einen recht maskulinen Touch innerhalb der erfolgreichsten Girlband unserer Zeit. Doch kaum einer hätte der toughen Melanie Chisholm trotz ihrer einzigartigen Röhre eine erfolgreiche Solo-Karriere zugetraut. Zehn Jahre und fünf Millionen verkaufte Platten später weiß man es besser: Mit vier Top-20-Alben, drei Top-20- und einem Nr.-1-Hit allein in Deutschland ist sie mit Abstand das fleißigste und ertragreichste Ex-Gewürzmädel. Nach ihrem letzten Album „This Time“ legt sie nun mit „The Sea“ nach und kombiniert sämtliche Stilrichtungen ihrer bisherigen Longplayer zu einer sympathischen Mischung.

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Boy – Mutual Friends

Sie haben sie nicht gesucht, glücklicherweise aber nebst Ablegung der musikalischen Selbstverwaltung gefunden: Die Schweizer Sängerin Valeska Steiner und die Hamburger Bassistin Sonja Glass sind als Boy unterwegs, operieren mittlerweile von der Hansestadt aus und durften ihre Vision von modernem Songwriter-Pop auf einer rein akustischen EP präsentieren. Gemeinsam mit dem Multi-Instrumentalisten und Produzenten Philipp Steinke ging es ins Studio, dieses Mal mit Strom und ausgeklügelten, vielschichtigen Arrangements. Herausgekommen ist dabei das Debütalbum „Mutual Friends“, eine kleine Perle zwischen Indie Pop und kleineren Folk-Ausflügen.

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Red Hot Chili Peppers – I’m With You

Zeit für einen weiteren Neustart: Nachdem Gitarrist John Frusciante 2009 die Red Hot Chili Peppers verlassen hat, wurde sein Mitstreiter Josh Klinghoffer (Ataxis, verschiedene Frusciante-Soloalben) als Nachfolger verpflichtet, was nicht gerade für große musikalische Veränderungen spricht. Dennoch fällt „I’m With You“, der Nachfolger zum 2006 veröffentlichten Doppel-Album „Stadium Arcadium“ überaus bunt aus. Neben typisch angepoppten Chilischoten-Rockern der letzten Jahre hört man verstärkte klassische Funk-Einschläge heraus und nimmt die stärkere Präsenz der Bassgitarre – Flea hat die Pause für ein Musiktheoriestudium genützt – deutlich wahr.

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Jono McCleery – There Is

Zeit für einen weiteren großartigen Songwriter: Jono McCleery tauchte vor drei Jahren mit seinem komplett in Eigenregie veröffentlichten „Darkest Light“ erstmals auf, tourte mit Fink, Jamie Woon und dem viel zu früh verstorbenen Gil Scott-Heron, und hat sich nun ein Plätzchen zwischen José González und James Blake erkämpft. Der Brite ist kein klassischer Singer/Songwriter, sondern vermischt akustische Klänge und Folk-Elemente mit Soul und ein wenig Post-Dubstep. Sein Counter Records-Debüt „There Is“ birgt so manche Überraschung, etliche Übersongs und eine beeindruckend geschmackvolle Coverversion eines großen Hits.

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Klee – Aus lauter Liebe

„Der Film von Morgen wird ein Akt der Liebe sein.“ – François Truffauts Statement zum Geist der Nouvelle Vague ist geradezu programmatisch für das neue Klee-Album „Aus lauter Liebe“, sofern man ‚Film‘ durch ‚Kunst‘ ersetzen will. Drei Jahre nach „Berge versetzen“ stehen erneut Liebe, Emotionen und Sehnsüchte im Vordergrund, wird gleichermaßen an das französische Kino der frühen 60er Jahre erinnert. Was nach einem kauzig-kitschigen Konzeptalbum klingt, ist in Wirklichkeit aber ein weiteres Highlight aus dem Hause Kerstgens / Servaes.

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Blue October – Any Man In America

Auch wenn Blue October mit ihrem letzten Album „Approaching Normal“ endlich einen Fuß in die europäische Rock-Tür bekamen, haben zuletzt Schlagzeilen über das turbulente Privatleben von Frontmann Justin Furstenfeld das musikalische Geschehen überschattet. Nach einem Zwischenfall an einem Flughafen wurde bei ihm eine manisch-depressive Erkrankung diagnostiziert. Obendrein hatte ihn seine Ex-Frau auf Tour hintergangen, woraufhin ein langer, erbitterter Streit um das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter folgte. All diese Lasten und Täler haben Furstenfeld und Band auf „Any Man In America“ vertont, das mit einigen musikalischen Überraschungen aufwartet.

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Hello Gravity – Wunderkind

Schrobenhausen – eine kleine oberbayerische Stadt, bekannt als Spargelzentrum. Ob sich die vier Jungs von Hello Gravity im Europäischen Spargelmuseum kennengelernt haben, ist nicht überliefert, freilich aber die Idee hinter ihrem Namen zwischen Bodenhaftung und dem Streben nach oben. 2007 erst gegründet, steht nun ihr von Dienje-Chef Ron Flieger produziertes Debütalbum „Wunderkind“ am Start; ein deutschsprachiger Begriff, der auch im Englischen existiert und den Spagat zwischen heimischen Wurzeln und internationalen Ansprüchen – gesungen wird ausschließlich in englischer Sprache – symbolisieren soll.

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Hard-Fi – Killer Sounds

Funkstille vorbei: Hard-Fi melden sich mit ihrem dritten Album zurück. Hits wie „Hard To Beat“, „Cash Machine“ und „Suburban Knights“ sind schon ein paar Jährchen her, die letzte Single wurde 2008 veröffentlicht. Während der Sommer sich ein letztes Mal aufbäumt, bekommt die Indie-Welt auf „Killer Sounds“ zahlreiche Hymnen für heiße Sohlen auf dem Silberling-Tablett serviert. Tanzbar ging es bei Richard Archer und Konsorten immer schon zu, doch dieses Mal setzt es Electro, Funk und Britpop satt.

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Talking To Turtles – Oh, The Good Life

Bevor es daran geht, sich vor diesem Duo aus Rostock zu verbeugen, will auch die Plattenfirma lobend erwähnt werden: DevilDuck Records haben ein Näschen für sympathische Indie-Platten mit Langzeitwirkung, wie sie zuletzt mit Sea Wolf und Scams bewiesen haben. Nun rücken Talking To Turtles – Claudia Göhler und Florian Sievers – nach, die vor anderthalb Jahren mit ihrem Debüt „Monologue“ eine erfrischend kauzige Platte zwischen Singer/Songwriter, Folk und Indie Rock aufgenommen haben. „Oh, The Good Life“ toppt diese allerdings ganz locker – größer, eingängiger, besitzergreifender.

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