Kategorie: Alben

Baby Universal – Live

Warum Baby Universal trotz ihrem hervorragenden, selbstbetitelten Debütalbum und der charmanten EP „Boys And Girls“ ein Geheimtipp geblieben sind, ist unverständlich. Das Quartett um Cornelius Ochs, geboren aus einem Roadtrip, versteht es Garage Rock mit leicht retrolastigen Rock’n’Roll-Sounds und sommerlichem Britpop zu vermischen, was vor allem live hervorragend funktioniert hat. Eigentlich wollte man die beiden Abschlusskonzerte der letztjährigen Tour nur für Freunde und Crew mitschneiden, hat sich allerdings doch zu einer Veröffentlichung durchgerungen. Mit Recht, denn „Live“ macht unheimlich Laune und seinem Namen alle Ehre.

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Bjørn Berge – Blackwood

Den Blues muss Bjørn Berge wohl mit der Muttermilch aufgesogen haben. Zwar hat der norwegische Mittvierziger, wie er selbst sagt, ’nie unter der sengenden Sonne der Dixie-Plantagen gearbeitet‘, dafür als Mechaniker auf Nordsee-Bohrinsel Erfahrung mit Sturm und Kälte gemacht. Mit seiner zwölfsaitigen Gitarre greift er nicht nur die Traditon des Delta-Blues auf, sondern nimmt sich auch Rock- und Pop-Klassikern an. Unter anderem wurden bereits Songs von Motörhead und den Red Hot Chili Peppers neu eingekleidet. Auf seinem aktuellen Album „Blackwood“ überwiegen jedoch die Eigenkompositionen, was definitiv kein Fehler ist.

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Evanescence – Evanescence

Die Bandgeschichte der amerikanischen Alternative-Rocker Evanescence darf man getrost als bewegt titulieren. Nach dem Durchbruch mit der Single „Bring Me To Life“ und dem Album „Fallen“ im Jahr 2003 verließ Mitbegründer und Gitarrist Ben Moody urplötzlich die Truppe, angeblich wegen musikalischer Differenzen zwischen ihm und seiner Jugendfreundin, Sängerin Amy Lee. Drei Jahre Rehabilitationszeit später erschien 2006 mit „The Open Door“ ein ebenfalls erfolgreicher Nachfolger. Doch erneut spaltete sich die Band: Im Mai 2007 gab man die Trennung von Gitarrist John LeCompt und Schlagzeuger Rocky Gray bekannt. In diesem Jahr geht man also mit einer fast kompletten Neubesetzung an den Start. Das Ergebnis des selbstbetitelten dritten Studioalbums büßt jedoch qualitativ keineswegs ein.

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Paley & Francis – Paley & Francis

Zwei Stimmen, eine Platte: Reid Paley (Reid Paley Trio) und Black Francis (aka Francis Black, The Pixies) haben sich an einem wahren Schnellschuss versucht. Die Musik für ihr gemeinsames Album haben sie an drei Nachmittagen im Eilverfahren geschrieben, weil Francis an jedem dieser Tage für Soloshows in New York verweilte. Man teilte sich die zehn Songs auf, jeder schrieb zu deren fünf Texte und sang die Lead Vocals, während der jeweils andere die Backings übernahm. Aufgenommen wurden die Songs an zwei kurzen Tagen vor einem Jahr, weil an den Abenden Pixies-Shows am Programm standen. Klingt alles recht hektisch – sämtliche verwendete Aufnahmen sind First Takes – funktioniert aber überraschend gut, wie „Paley & Francis“ beweist.

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Emil Bulls – Oceanic

Nach sieben Studioalben (und zwei Livealben) im Laufe ihrer mittlerweile 16 Jahre andauernden Karriere kann man Emil Bulls getrost als etabliert bezeichnen. Die fünf Münchener nähern sich wieder den Chartpositionen ihrer Anfangszeit und müssen längst nicht mehr auf Cover-Versionen zurückgreifen. Im Gegenteil: „Smells Like Rock’n’Roll“, „Leaving You With This“ und „Newborn“ dürfen mit Fug und Recht als Klassiker bezeichnet werden. Einordnen lassen sich die Herren auch auf „Oceanic“, ihrem siebten Streich, noch nicht, haben aber dennoch längst ihren eigenen Sounds zwischen Hits und kleineren Schönheitsfehlern gefunden.

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Mastodon – The Hunter

‚Stillstand‘ ist für Mastodon ein Fremdwort. Das Quartett aus Atlanta, Georgia hat seine brutale, wütende Sludge Metal-Frühphase längst hinter sich gelassen, auf „Blood Mountain“ erstmals eingängigere Songstrukturen für sich entdeckt und zuletzt in Form von „Crack The Skye“ ein echtes Prog-Konzept-Kunstwerk auf die Beine gestellt. Für ihr mittlerweile fünftes Studioalbum wagen die US-Amerikaner nun einen kleinen Schritt zurück, um weiter nach vorne zu kommen: „The Hunter“ gibt sich vergleichsweise geradlinig und songdienlich, setzt vor allem auf Hits und bärbeißige Riffs.

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Machine Head – Unto The Locust

Die illustre Karriere der US-Thrasher Machine Head wird vor allem an zwei epischen Alben festgemacht: ihr Debüt „Burn My Eyes“ und ihr bislang letztes, 2007 erschienenes Werk „The Blackening“ mit epischen, überlangen Songs und dem Beweis, das man auch nach 15 Jahren on the road immer noch überlebensgroße Songs schreiben kann. „Unto The Locust“ kommt nun die unbequeme Aufgabe des Follow-Ups auf eines der besten Metal-Alben des vergangenen Jahrzehnts zu. Aber aufgepasst: Wo man im Normalfall eigentlich nur verlieren kann, basteln Machine Head ein weiteres Überalbum mit sieben packenden, abwechslungsreichen Songs und kleineren, durchaus überraschenden Experimenten.

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The Pierces – You & I

Allison und Catherine Pierce sind ausgebrochen. Die Schwestern aus Birmingham, Albama haben als The Pierces (go figure) bislang drei Alben veröffentlicht, gespickt mit sympathischen 70s-Folk-Pop-Songs und Singer/Songwriter-Perlen. Für ihre vierte Platte „You & I“ haben sie sich über den großen Teich gewagt, in Großbritannien The Darktones – Coldplay-Bassist Guy Berryman und Coldplay-Producer Rik Simpson – an die Regler gelassen und sind prompt auf die #4 im Vereinigten Königreich gegangen; wohlgemerkt wegen rein musikalischer Qualitäten, denn ihr nun auch in Deutschland veröffentlichtes Universal-Debüt ist ein echtes Schmuckstück geworden.

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Dennis Sheperd – A Tribute To Life

Dennis Sheperd darf man wohl guten Gewissens als den deutschen Shootingstar der Trance-Szene bezeichnen. Zwar ist der 26-jährige Essener schon seit einigen Jahren als Produzent und DJ erfolgreich, doch erst seine Single „Fallen Angel“ (zusammen mit Cold Blue und Ana Criado) brachte im Sommer den ganz großen Durchbruch. Beste Voraussetzungen also für Dennis’ Debütalbum „A Tribute To Life“, auf dem er mit einer regelrechten Armada an gefragten Songwritern und Vokalisten auffährt.

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Jason Derulo – Future History

David Guetta feat. Taio Cruz, David Guetta feat. Flo Rida, David Guetta feat. Akon… diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Viele RnB-Künstler setzen mittlerweile als Feature bekannter DJs auf hohe Chartplatzierungen und werden auch meistens nicht enttäuscht. Die Eigenständigkeit bleibt dabei jedoch für geraume Zeit auf der Strecke. Der 22-jährige US-Superstar Jason Derulo hingegen zieht sein eigenes Ding durch: Mit „Whatcha Say“ und „In My Head“ konnte er in Deutschland bereits zwei Top-Ten-Erfolge verbuchen; sein Heimatland hat er sowieso bereits im Sturm erobert. 2011 folgt nun der nächste Streich: Mit seinem zweiten Studioalbum „Future History“ tritt er endgültig den Beweis an, dass großes Talent auch ohne Schützenhilfe auskommt.

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