Kategorie: Alben

The DogHunters

The DogHunters – Oumuamua

Da hatten sie mit „Splitter Phaser Naked“ eine richtig starke Platte aufgenommen, und dann wurde das nichts mit der erhofften Tour – ein Schicksal, dass sie mit unzähligen Bands rund um den Globus teilten. The DogHunters investierten ihre kreativen Kräfte stattdessen in die Aufnahme neuer Musik, deutlich bluesiger und düsterer, grundsätzlich erst nach 22 Uhr im eigenen Studio eingespielt. Diesen eigenwilligen Ansatz hört man dem psychedelischen Rock aus der Garage auch an: „Oumuamua“ rast durch verschiedenste Welten und stellt kühne, gerne mal herausfordernde Gedankenspielereien an.

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Musa Dagh

Musa Dagh – No Future

Eigentlich musste es nicht schnell gehen, aber Musa Dagh hatten keine Zeit zu verlieren und präsentieren keine 17 Monate nach ihrem Einstand bereits den Nachfolger. Neben Aydo Abay und Aren Emirze mischt nun Sascha Madsen mit und übernimmt den Platz hinter der Schießbude von Thomas Götz, der noch an ersten Ideen arbeitete (auch Bandkollege Thomas Kurtzke schaute für ein paar Gitarreneinlagen vorbei). Der harmonische Übergang an den Drums bekam dem Trio gut, zudem investierte man alles an Energie und Herzblut in den Nachfolger. „No Future“ treibt den Noise-Wahnsinn auf die Spitze.

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Petite Noir

Petite Noir – MotherFather

Der Meister des Noirwave ist zurück. So nennt zumindest Petite Noir seinen Sound, bereits seit Release der ersten Single vor elf Jahren. Nach etwas längerer Funkpause widmet sich der in Belgien geborene, in Südafrika aufgewachsene und heute in London und Paris residierende Kongolese wieder der Musik. Das neue Album entstand unter einem düsteren Stern – teils unter dem Eindruck seines aus dem Amt des Premierministers gedrängten Vaters, teils basierend auf Erinnerungen an erlebten Rassismus während seinen jungen Jahren in Johannesburg. „MotherFather“ durchbricht einmal mehr musikalische Grenzen mit Wonne.

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Lucifer Star Machine

Lucifer Star Machine – Satanic Age

Skandinavischer Rock muss nicht unbedingt aus dem hohen Norden kommen. Das beweisen die 2002 in London gegründeten und seit einem Jahrzehnt in Deutschland ansässigen Lucifer Star Machine aktuell einmal mehr. Ihr knackiger Mix aus Rock’n’Roll, Punk, Hard Rock und Garagen-Attitüde bietet hohen Unterhaltungswert, bei dem sich die Nackenmatte automatisch mitschüttelt. „Satanic Age“ ist ihr zweites Album für The Sign Records, während der Pandemie geschrieben, über knapp sechs Monate in Lübeck eingespielt und nun mit gewohnter Wucht auf das feierwütige Publikum losgelassen.

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Kommando Kant

Kommando Kant – Eklat

Letzte Schatten großer Querverweise wollen Kommando Kant mit ihrem dritten Album ablegen. Dafür sorgt nicht zuletzt die neue Rhythmusabteilung um Lilian Stenzel (Schlagzeug) und Moritz Schwerthelm (Bass), sondern auch deutlich pointierteres Songwriting, das den Punk-Aspekt im bisherigen Indie-Punk-Sound nach hinten rückt. Mehr Rock, mehr Hymne und auch etwas mehr Pop-Appeal begleiten „Eklat“, das ausnahmsweise den Blick nach innen richtet. Anstatt das globale und gesellschaftliche Chaos zu sezieren, rückt die eigene Gefühlswelt in den Mittelpunkt, entpuppt sich als Dreh- und Ankerpunkt dieser kleinen, aber überaus feinen Umstellung.

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Miesha And The Spanks

Miesha And The Spanks – Unconditional Love In Hi-Fi

In ihrer kanadischen Heimat sind Miesha And The Spanks bereits mehr als ein Geheimtipp, speziell in und rund um Calgary, wo das Duo um Sängerin und Gitarristin Miesha Louie und Drummer Sean Hamilton beheimatet ist. Die bisherigen drei Alben sowie diverse Kleinformate direkt aus der Garage mit Riot-Girl-Elan waren Volltreffer und führten sie auf manch eine große Bühne, darunter Future Echoes sowie das Reeperbahn Festival. Mit ihrem neuesten Streich sollte das locker erneut gelingen, wenn nicht sogar mehr: „Unconditional Love In Hi-Fi“ wirft die Hitmaschine an und hat zudem verdammt viel zu sagen.

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Desire Marea

Desire Marea – On The Romance Of Being

Eine der interessanten Stimmen Südafrikas meldet sich zurück. Desire Marea sucht auf seinem zweiten Werk nach einer Art Konversation zwischen dem Spirituellen und dem Erotischen. Dafür werden komplexe Klänge zwischen Electronica und Jazz gereicht, von einer Live-Band mit diversen ausgezeichneten Jazz-Musikern eingespielt. Auch den Geist der Ahnen nimmt der kürzlich zum Sangoma, einem spirituellen Nguni-Heiler, ausgebildete Künstler mit, bringt die Welt der Tradition mit modernen Sounds zusammen. „On The Romance Of Being“ entwickelt sich schnell zur wahren Tour de Force.

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Wednesday

Wednesday – Rat Saw God

Die überaus umtriebigen Wednesday werfen schon wieder neues Material ab, zum ersten Mal für ihr neues Zuhause Dead Oceans. Schroffe und zugleich bezaubernde Klanglandschaften zwischen Shoegaze, Grunge und Alternative mit Country-Twang sowie kleine Kurzgeschichten als Lyrics machten das Quintett aus North Carolina binnen kürzester Zeit zu Kritikerlieblingen. Ihre Musik hat das Zeug zu mehr: „Rat Saw God“ wagt sich noch eine Spur weiter hinaus und taucht betont tief in die gerne mal widersprüchliche Welt des amerikanischen Südens ein.

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American Grandma

American Grandma – Rare Knives Of Light

In den Händen von Jaden Keller und Caden Marchese wird Slowcore zur zermürbenden wie bezaubernden Kunstform. Als American Grandma sorgt das Duo aus Denver für betont erdrückende Langsamkeit, die gerne mal in Richtung Alternative, Gaze und Ambient ausschlägt. Exakt das bemüht auch das mittlerweile vierte Album, das sich mehr denn je in die Formlosigkeit und Lockerheit des Genres vorwagt und Arrangierungen zum losen Fleckerlteppich der treibenden Seelensuche erklärt. „Rare Knives Of Light“ sucht und findet den Minimalismus.

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Blondshell

Blondshell – Blondshell

Von wegen durch die Blume: Sabrina Teitelbaum sieht keinen Grund, irgendwas zu beschönigen, und packt erfrischende Direktheit in ihre Texte. Die 25jährige US-Amerikanerin versteckt sich keineswegs hinter großen Metaphern und sagt deutlich, was Sache ist. Inmitten dieser durchaus therapeutischen Offenbarungen stecken großartige Songs und feinsinnige Melodien, die Pop-Sensibilitäten mit Indie und Alternative vermischen. Was zumindest dem Papier nach nicht zusammenpassen sollte, geht für Blondshell, so Teitelbaums Künstlername, absolut auf. Das erste Album heißt ebenfalls „Blondshell“ und begibt sich in große Songwriter-Tradition mit dem gewissen eigenständigen Etwas.

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