Kategorie: Alben

Alfie Templeman

Alfie Templeman – Mellow Moon

Im Teenageralter tauchte Alfie Templeman mit seinen EPs gefühlt aus dem Nirgendwo auf und erzeugte sofort einen Mini-Hype um seine sympathischen Songs, die sich irgendwo zwischen Declan McKenna, Los Retros und Dayglow ein Plätzchen suchten. Die Pandemie setzte dem jungen Briten ordentlich zu, aufgrund einer Atemwegserkrankung musste er sich isolieren, hatte mit seiner mentalen Gesundheit zu kämpfen. Aus dem anfänglichen Versteckspiel wurden selbstbewusste neue Songs, die jetzt in einem ersten Album münden. „Mellow Moon“ bestätigt die Vorschusslorbeeren mit sympathischer Lässigkeit, die man einem 19jährigen eigentlich nicht zutrauen würde.

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Slang

Slang – Cockroach In A Ghost Town

Seit über einem Jahrzehnt machen Drew Grow und Janet Weiss gemeinsam Musik, doch scheinen Slang trotzdem aus dem Nirgendwo gekommen zu sein. Die Band um aktuelle und ehemalige Mitglieder so illustrer Bands wie Sleater-Kinney, Wild Flag und The Thermals wuchs erst im Laufe der Zeit zum Quartett an und taucht nun – gefühlt – ebenso plötzlich mit einem ersten Album an. Auf „Cockroach In A Ghost Town“ gibt es einen Mix aus Indie und Alternative mit allerlei Prominenz von Stephen Malkmus (Pavement) über Sam Coomes (Quasi) bis hin zu Mary Timony (Wild Flag) zu hören.

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Kellermensch

Kellermensch – Capitulism

Alle heiligen Zeiten tauchen Kellermensch wieder aus der im Bandnamen verankerten Versenkung auf und bringen neue Musik unter das Noir-wütige Volk. So landet nun das ‚erst‘ dritte Album in elf Jahren. Bislang lohnte sich die Wartezeit stets, denn die Dänen verstehen es perfekt, ihre Düsternis in frische, aufregende Songs zu pressen. Die letzten beiden Jahre trugen selbstverständlich zum Sound und zur Präsentation von „Capitulism“ bei. Sie hätten sich noch nie so sehr verausgabt, gibt das Sextett zu Protokoll. Das glaubt man ihnen anhand dieser neuen Finsterperlen gerne.

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Steve Earle & The Dukes

Steve Earle & The Dukes – Jerry Jeff

Tribute-Platten sind keine Seltenheit im Fundus von Steve Earle – für große Wegbegleiter wie Townes Van Zandt und Guy Clark, aber auch für seinen eigenen Sohn. Im Oktober 2020 erlagt Jerry Jeff Walker seinem Krebsleiden im Alter von 78 Jahren. Walker, dessen bekanntester Song ohne Frage das vielfach gecoverte „Mr. Bojangles“ ist, zählte zu Earles frühesten Vorbildern. Später sollte er zu Walkers Fahrer werden und unter seiner Ägide einem gewissen Neil Young vorspielen. „Jerry Jeff“ widmet sich dem Fundus des alten Freundes.

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Dehd

Dehd – Blue Skies

Die überaus umtriebigen, sympathischen Dehd klopfen seit geraumer Zeit an der Pforte zum großen Durchbruch. Erst 2015 gegründet, veröffentlicht das Trio aus Chicago bereits sein viertes Album. Nach dem verdient gefeierten „Flower Of Devotion“ stehen sie nun bei Fat Possum unter Vertrag, wo der pulsierende, gelegentlich verträumte Indie-Sound eine wunderbare Bühne erhält. Wie schon der Vorgänger widmet sich „Blue Skies“ Hoffnung in allen Formen, bezieht Kraft aus Rückschlägen und sucht nach lebensbejahenden Wegen nach vorne.

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Everything Everything

Everything Everything – Raw Data Feel

Auf „Re-Animator“ folgte die Flaute. Everything Everything waren mit ihrem neuen Album definitiv zufrieden, doch kam es nicht num erhofften Staging. Man suchte nach Wegen, diese Leere zu kaschieren. Sänger Jonathan Higgs stieß dabei auf die Welt der Künstlichen Intelligenz und erklärte sie direkt zum inoffiziellen fünften Bandmitglied. Weltliteratur, Geschäftsbedingungen und Kommentare zweifelhafter Internetforen wanderten in den Computer und unterstützten die Mission, Horror und Trauma in etwas Positives zu verwandeln. Entsprechend vertraut und doch anders klingt „Raw Data Feel“.

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Spice

Spice – Viv

Manchmal geht es ganz schnell: 2018 gegründet, veröffentlichten Spice um aktuelle und ehemalige Mitglieder so illustrer Bands wie Ceremony, Sabertooth Zombie und Creative Adult im Sommer 2020 ein spannendes Debütalbum und legen knapp zwei Jahre später nach. Den Sound erklärt man ganz lapidar – man sperrte sich in einem Zimmer ein, das hier sei das Ergebnis. „Viv“ – benannt nach einem früheren Projekt von Bassist Cody Sullivan und Geigerin Victoria Skudlarek – spinnt den leicht experimentellen, emotionalen Rockfaden des US-Quintetts geschickt weiter.

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lilabungalow

lilabungalow – Sparks

Kunst ohne Krempel, so setzen sich lilabungalow mit ihrer Musik auseinander. Weitestgehend irgendwo zwischen Electro, Pop und Art verankert, bemüht sich das Erfurter Trio um eine neue Herangehensweise an ihre musikalischen Wurzeln. „Sparks“ entstand parallel zum 2020 erschienenen „Lichten“, beruht auf identen Backtracks, setzt jedoch neue Melodien ein und wechselte zur englischen Sprache. Einmal mehr interdisziplinär mit Choreographin und Video Artist entstanden, geht es um Liebeslieder, die sich von eigentlicher Romantik distanzieren und das Konzept der Liebe an sich genauer beleuchten.

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Octopuss

Octopuss – A Nut For A Jar Of Tuna

Manche sind big in Japan. Octopuss erfreuen sich hingegen in China großer Beliebtheit, tourten dort bereits zehnmal, spielten auf großen Festivals und in Fernsehshows, die mehr als 70 Millionen Zuseher erreichten. Hierzulande ist das italienische Trio, das unter anderem für Deep Purple und die Scorpions eröffnete, kein ganz so großer Name, doch das könnte sich nun ändern. Die mittlerweile in Los Angeles ansässige Band wurde in den legendären Shangri-La-Studios von allerlei Prominenz mit zig Platin-Auszeichnungen aufgenommen und abgemischt. Tatsächlich hört man „A Nut For A Jar Of Tuna“ das professionelle Umfeld sowie die langjährige Live-Erfahrung deutlich an.

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The New Mourning

The New Mourning – When The Light Fades

Der musikalische Neustart ist ein Muss für Thomas Pronai, der nicht nur das einzige komplett analoge Aufnahmestudio Österreichs besitzt, sondern sich mit so illustren Formationen wie The Beautiful Kantine Band und Bob Candy & His Broken Hearts einen anständigen Ruf erarbeitete. Pronais neuestes Vehikel, The New Mourning, veröffentlichte bereits 2019 eine erste Single und hat seit Februar 2020 eine komplett fertige Platte in der Hinterhand, die bis jetzt auf ihren Release wartete. „When The Light Fades“ bemüht das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Ausbruchs aus vorgegebenen Mustern und dem Einhalten eben solcher selbstauferlegter Einschränkungen.

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