Kategorie: Reviews & Previews

TV Priest

TV Priest – My Other People

Eine Urgewalt aus London erschütterte Anfang vergangenen Jahres die Szene. TV Priest jagten ihren Erstling „Uppers“ durch den Wahnsinn des Seins und rannten damit offene Türen ein. Die ruppige, rüpelhafte Seite des Post Punk brannte sich mit Wut und Aggression ein. Davon wollte das Quartett allerdings weg. Gerade für Sänger Charlie Drinkwater ging es darum, über andere Themen zu diskutieren, persönliche und intime Dinge aufs Tableau zu bringen, dabei aber auch die politische und gesellschaftliche Lage in ihrer Heimat keinesfalls außer Acht zu lassen. „My Other People“ geht frische Wege mit Nachdruck.

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Laundromat Chicks

Laundromat Chicks – Trouble

Mit 16 verbrachte Tobias Hammermüller einen Sommer fast ganz alleine in Wien und schrieb erste Songs, während er in einem Sommerkino jobbte. Seine Lieblingsfilme fanden Einzug in die Texte, die Musik spielt mit den Jangle- und Post-Punk-Klassikern sowie neuerem Indie Rock. Mittlerweile ist der Sänger und Songwriter 18, hat Laundromat Chicks zur Band gemacht und präsentiert ein weiteres Minialbum. „Trouble“ widmet sich vermehrt wahren Begebenheiten und kleidet weiterhin traurige Lieder in deutlich lebhaftere Arrangements.

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Bleakness

Bleakness – Life At A Standstill

Der latente, fortschreitende Wahnsinn der humanen Gegenwart begleitet und fasziniert aktuell viele Bands. Bleakness reihen sich in diese Riege ein. Das Trio aus der französischen Stadt Lyon verschreibt sich düsteren Punk-Ausprägungen – vor allem Post und Dark – in sämtlichen Grau-Schattierungen. Bereits ihr erstes Album war ein Wunderwerk an bedrohlichen Gesten, schroffer Wucht und süßlichen Melodien. „Life At A Standstill“ will noch mehr Nuancen zum Ausdruck bringen, ohne dabei die bisherige Dringlichkeit einzubüßen – ein schwieriger Spagat, der jedoch vollends gelingt.

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ME REX

ME REX – Plesiosaur

Immer, wenn sich ME Rex zu Wort bzw. Ton melden, wird es spektakulär. Das erste Album des ursprünglichen Bedroom-Pop-Projekts war gleich ein Gesamtkunstwerk: „Megabear“ besteht aus 52 Spuren, die im Shuffle-Modus stets neue Song-Zusammensetzungen ergeben. Nebenher werfen die Briten immer wieder mal EPs ab, die den anfänglich suchenden Indie Pop immer weiter anschwellen lassen. „Plesiosaur“ ist ihr neuester Streich, eine vierteilige Abhandlung über Freundschaft und Vergebung, über Freude und Trauer, gespickt mit kunstvollen und künstlerischen Referenzen.

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Flasher

Flasher – Love Is Yours

Plötzlich geschrumpft: „Constant Image“ rückte Flasher aus dem Nichts in den Mittelpunkt des Post-Punk- und Wave-Geschehens. Fast auf den Tag genau vier Jahre später glaubt man stellenweise eine andere Band vor sich zu haben. Das ist gar nicht einmal so falsch, denn nach dem Ausstieg von Bassist Daniel Saperstein entschlossen sich Gitarrist Taylor Mulitz und Schlagzeugerin Emma Baker, als Duo weiterzumachen. Mulitz zog auf die andere Seite der USA, Baker rückte vermehrt ins Zentrum und der Songwriting-Prozess wurde nach eigenen Angaben aufregender, inspirierender. Auf „Love Is Yours“ stellen sich deutlich poppigere Flasher vor, die neue Ufer ansteuern.

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Will Joseph Cook

Will Joseph Cook – Every Single Thing

Will Joseph Cook ist verliebt und will die Welt daran teilhaben lassen. Zu viele Platten, so der junge Sänger und Songwriter, befassen sich mit unerwiderter Liebe und Trennungen. Stattdessen gibt es von ihm Musik, die ein Lächeln auf die Lippen zaubern soll, und das kann der Brite, der trotz zwei erfolgreicher Alben und eines viralen TikTok-Hits durch alle kreativen wie mentalen Höhen und Tiefen ging, gut brauchen. „Every Single Thing“ entsprang einem besonders intensiven Aufnahmeprozess – einen eben solchen hatte sich Cook inständig gewünscht – der ihn vom britischen Landleben über Mexiko bis nach Los Angeles führte.

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Joyce Manor

Joyce Manor – 40 oz. To Fresno

Eigentlich hatten Joyce Manor eine Pause geplant. Das letzte Album „Million Dollars To Kill Me“ erschien im Herbst 2018, danach wollten die zum Trio geschrumpfte Band etwas durchschnaufen. Die Pandemie kam dazwischen, aus Langeweile griff Sänger und Gitarrist Barry Johnson wieder zum Notizbuch und arbeitete an neuem Material. ‚Neu‘ ist tatsächlich relativ, denn nicht jeder Track wurde eigens für diese Platte geschrieben. Obwohl die Songs für „40 oz. To Fresno“ über einen Zeitraum von acht Jahren erarbeitet wurden, wirkt das Album wie aus einem Guss und bringt den vertrauten Sound zwischen (Pop-)Punk, Indie und Emo aufs Parkett.

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Yoo Doo Right

Yoo Doo Right – A Murmur, Boundless To The East

Ein Leben ohne Experimente wäre für Yoo Doo Right unvorstellbar. Das Trio aus Montreal lebt seinen Rock gerne in vollster Komplexität aus und sucht nach frischen Ansätzen für vertraute Klänge, die unter anderem Post, Psych, Kraut und Gaze umfassen. Von einem „Autounfall in Zeitlupe“ ist die Rede, und das trifft den Sound der Kanadier recht gut. Abermals nahmen sie ihre Musik live im Studio ein, mit möglichst wenig Nachbearbeitung und einzig durch die wahnwitzige Violine von Jessica Moss (u. a. Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tralala Band) unterstützt. „A Murmer, Boundless To The East“ lotet abermals Grenzen aus.

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HÆCTOR

HÆCTOR – Modern Urban Angst

Der Alltag ist ein Meer der Unsicherheiten geworden, ein Sammelsurium der kleinen und großen Ängste, die sich wie ein ermattender roter Faden durch das existenzielle Sein und den damit verbundenen Schein ziehen. HÆCTOR zaubern daraus fantastischen Indie Pop. Was sich wie ein bizarrer Widerspruch liest, ergibt eigentlich Sinn, denn durch packende Melodien und den Funken Hoffnung fällt der Umgang mit der gefühlt permanenten Bedrückung gleich leichter. Die vier Hamburger*innen nennen ihr erstes Album gleich „Modern Urban Angst“ und liefern eine kleine Wundertüte, an der man sich nicht satt hören will.

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Tedeschi Trucks Band

Tedeschi Trucks Band – I Am The Moon: I. Crescent

Das zwölfköpfige Kollektiv Tedeschi Trucks Band um das Ehepaar Susan Tedeschi und Derek Trucks ist seit über einem Jahrzehnt ein Fixstern im amerikanischen Blues-, Americana- und Jam-Rock-Universum. Zwei Monate nachdem die Pandemie die Gruppe auf Eis legte, kam Sänger Mike Mattison mit dem Gedicht „Layla & Majnun“ des persischen Dichters Nizami Ganjavi aus dem 12. Jahrhundert an, das einst Eric Clapton Inspiration schenkte. Aus dem 100seitigen Werk entstand eine neue, moderne Interpretation auf gleich vier Alben, die über einen Zeitraum von drei Monaten erscheinen. „I Am The Moon: I. Crescent“ bildet den halbmondförmigen Anfang.

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