Kategorie: Reviews & Previews

Zeal & Ardor

Zeal & Ardor – Zeal & Ardor

Aus der einstmals schrägen Idee, Black Metal mit Gospel zu kombinieren, wurde inzwischen eines der heißesten Avantgarde-Metal-Eisen der jüngeren Vergangenheit. Als Zeal & Ardor denkt Manuel Gagneux Geschichte neu und bringt zusammen, was eigentlich nicht zusammenpassen dürfte. Auf den beiden bisherigen Alben sowie einer zuletzt recht politischen EP wurde die Verschränkung dieser Gegenteile immer weiter vorangetrieben. Das schlicht „Zeal & Ardor“ betitelte neue Werk soll musikalisch nun endlich dort sein, wo Gagneux schon immer hinwollte.

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Go Go Gazelle

Go Go Gazelle – Instinkte

Dämmerschlaf? Nicht mit Go Go Gazelle! Ihren Erstling veröffentlichten die Augsburger am Anfang der Pandemie, mit den erhofften Live-Aktivitäten ging leider nicht ganz so viel. Während die Kulturszene kämpft, schloss sich das Trio im Proberaum ein, um Negativschlagzeilen mit schmissiger Kreativität zu begegnen. „Instinkte“ denkt den Punk-, Indie- und Folk-Ansatz mit Elan weiter, wagt musikalisch noch etwas mehr und schreibt weiterhin kleine Hits, die förmlich nach der Bühne schreien. Und das wird auch irgendwann wieder passieren.

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Johnossi

Johnossi – Mad Gone Wild

Ein alter Bekannter meldet sich im Hause Johnossi zurück. Die Roscoe-Figur tauchte erstmals auf der „Mavericks“-Platte auf, erhielt sogar eine eigene Comicserie. Mittlerweile wandelt er an der Grenze zum Wahnsinn mit einem wilden, chaotischen Nachtleben und schwerer Reue am Tag. Das schwedische Duo entschied sich kurzerhand, ihr siebtes Album zu einem Konzeptwerk zu machen. Mehr noch, „Mad Gone Wild“ versteht sich als Thriller, der den zunehmenden Absturz eines alten Bekannten begleitet und es dabei dem Publikum überlässt, eigene Schlüsse zu ziehen.

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Black Country, New Road

Black Country, New Road – Ants From Up There

Anfang 2021 waren Black Country, New Road plötzlich in aller Munde. Der Art-Kollektiv lebte mit seinem Album-Einstand „For The First Time“ den kunstvollen Wahnsinn der Alternative-Rock-Möglichkeiten vor, wiewohl der Begriff bestenfalls eine sehr ungefähre Orientierungshilfe darstellt. Stilistische Pluralität, unheimlich Bock auf Experimente und die Dynamik eines spielfreudigen Septetts machten den Live-Hype zum Studio-Leckerbissen. Höchstbewertungen und sogar eine Mercury-Prize-Nominierung waren die logische Folge. Fast auf den Tag genau ein Jahr später landet der Nachfolger „Ants From Up There“. Ein Schnellschuss?

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Shoreline

Shoreline – Growth

Mehr als 200 Shows in ganz Europa mit so illustren Bands wie Hot Water Music, Basement und Spanish Love Songs, dazu eine starke EP und ein nicht minder unterhaltsames Album: Shoreline aus Münster ackern sich seit Jahren nach vorne. Ihr Punk-Sound, der gerne mal in Emo- und Hardcore-Gefilden fischt, ist so zeitlos wie brandaktuell, dazu kommt die Verbindung persönlicher und größerer gesellschaftlicher Themen in den pointierten Texten. Klingt nach den Zutaten für den ganz großen Wurf, und genau diesen hätte sich das Quartett mit „Growth“ mehr als verdient.

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A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers – See Through You

Seitdem Sandra und John Fedowitz von Ceremony East Coast als neue Rhythmusabteilung an Bord sind, zeigen sich A Place To Bury Strangers von ihrer besten Seite. Die EP „Hologram“ aus dem Vorjahr stellte Oliver Ackermanns neues Line-up mit Bravour vor – natürlich verdammt laut und schroff, aber eben auch von wundervollen Melodien getragen. Post-Noise-Gaze aus der Garage steht auch auf dem mittlerweile sechsten Studioalbum im Mittelpunkt. „See Through You“ konsolidiert neue kreative Energien auf 13 krachenden, druckvollen Tracks.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Summer At Land’s End

Wie nur wenige andere Künstler schafft es Glenn Donaldson, das Niveau seines Outputs bei aller Fülle verdammt hoch zu halten. Die Indie-Pop-Weisheiten aus dem eigenen Schlafzimmer erscheinen in schöner Regelmäßigkeit und wissen stets zu bewegen. Nur zehn Monate nach „Uncommon Weather“ wartet bereits der Nachschlag. Für „Summer At Land’s End“ ließ er sich vom Film „Summer Of ’42“ sowie den klassischen 4AD-Releases der 90er inspirieren. Entsprechend kniet er sich noch tiefer in seine Indie-Pop-Konzepte rein, die zugleich eine deutlichere Soundtrack-Schlagseite erhalten – passenderweise ist der Vinyl-Ausgabe eine zweite Platte mit Instrumentalstücken beigelegt.

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Pictures

Pictures – It’s OK

Von Aha zu Oha: Eine Doku stellte einst Pictures vor. Bandgeschichte und Film sind eng verknüpft. Der Sound dahinter ist ebenfalls richtig sympathisch. „Promise“ und „Hysteria“ positionierten das Quartett als Rock- und Britpop-Urgewalt mit Musik, die herrlich aus der Zeit gefallen und trotzdem felsenfest im Hier und Jetzt verankert scheint. Für den Drittling „It’s OK“ reduzierte man jegliche Kommunikation untereinander auf ein Minimum. Nicht etwa, weil Gewitterwolken aufgezogen waren, sondern weil man sich schnell auf dem richtigen Weg wähnte, weil sich das Album mehr oder minder von selbst ergab.

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Writhe

Writhe – Awaiting A Tide

Das menschliche Be- und Empfinden als Noise-Rock-Platte, darauf muss man erst einmal kommen. Writhe versuchen genau das mit ihrem Debüt. Erst 2018 in Kopenhagen gegründet, veröffentlichte das Quartett 2020 eine selbstbetitelte EP und arbeitete seither intensiv an seinem Full-Length-Einstand, der live eingespielt wurde, um bei aller Akribie dennoch die spontane, zuweilen drastische Gefährlichkeit des eigenen Sounds einzufangen. „Awaiting A Tide“ stellt sich der Katharsis der Emotionen und Erwartungen mit offenen Armen entgegen und erwartet den Untergang sehenden Auges.

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Led By Lanterns

Led By Lanterns – Paralysis

Beruf oder Berufung? Nicht erst seit Corona gibt es einfachere Berufe als Musiker*in. Led By Lanterns wissen um die Probleme der Industrie und stellen sich daher auf eigene Beine. Das britische Quartett erschuf mit The Lanterns Alliance eine eigene Fan-Community über Patreon, streamt regelmäßig auf Twitch und bietet einen Safe Space auf Discord. Ihre bisherigen Singles haben über 750.000 Streams auf Spotify erreicht, nun wird das Albumformat in Angriff genommen. „Paralysis“ erscheint natürlich komplett in Eigenregie und rückt verschiedene Mental-Health-Aspekte in den Mittelpunkt.

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