Kategorie: Reviews & Previews

Bootblacks

Bootblacks – Thin Skies

Vier düstere Gesell*innen aus Brooklyn wollen bestimmt nicht nur spielen. Seit ca. zehn Jahren tanken sich Bootblacks durch den finsteren Untergrund. Ihr synthetisch befeuerter Post Punk machte sie zu Club-Helden wie auch zu Gästen auf Rock-, Punk- und Gothic-Festivals. Nach zwei spannenden Alben ging es zu Artoffact, wo aktuell der Retro-Post-Puls der Zeit schlägt. „Thin Skies“, das Labeldebüt, vermengt das urbane, chaotische und rastlose New York mit dem steten Suchen nach dem perfekten Delay-Effekt.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – Stay Alive

Viel Zeit zum Schreiben, wenig Möglichkeit für tatsächlichen Ertrag: Die Corona-Pandemie traf natürlich auch die Musikwelt heftig. Laura Jane Grace wollte nach einer Tour im März mit Against Me! ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, an denen sie zwei Jahre gearbeitet hatte. Und plötzlich ging nichts mehr. Nach anderthalb Monaten konnte sie sich aus der Schockstarre befreien und stellte fest, dass diese Tracks unbedingt aufgenommen werden mussten. So landete „Stay Alive“ vor wenigen Tagen als Überraschungsalbum ohne große Vorankündigung und stellt zugleich wohl Graces erstes echtes Solowerk dar, obwohl sie sich selbst nicht ganz so sicher ist. Nur eines betont sie augenzwinkernd: Es ist KEIN Akustik-Album.

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Róisín Murphy

Róisín Murphy – Róisín Machine

Die ewige Hohepriesterin of Cool landet mit einem Longplayer. Tatsächlich arbeitet sich Róisín Murphy seit mittlerweile mehr als einem Vierteljahrhundert durch die Musikwelt, nicht dass man es ihr anmerken würde. Von ihren bahnbrechenden Alben als Teil von Moloko über unzählige Kollaboration bis zu einer nicht minder eindrucksvollen Solokarriere gibt die Irin nach wie vor die Schlagzahl am Dancefloor vor. Ihre fünfte Platte nennt sich „Róisín Machine“, und genau das ist sie auch.

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Corey Taylor

Corey Taylor – CMFT

Revolutionäre Metal-Wutproben mit Slipknot, Hard-Rock-Chart-Topper mit Stone Sour, mehrere Bücher auf den Beststeller-Listen: Corey Taylor ist ein Tausendsassa. Neben seinen beiden gigantischen Bands und diversen Nebenschauplätzen nimmt der charismatische Sänger nun ein weiteres Projekt in Angriff, und zwar in kompletter Eigenregie. Taylor gibt’s nun auch als Solokünstler mit Songs, die teils bis in seine Jugend zurückreichen, sowie komplett neuem Material. Ob kerniger Rock, Punk oder HipHop, auf „CMFT“ kommt zusammen, was eigentlich schon lange zusammengehört.

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King Mothership

King Mothership – The Ritual

Zwischen den ersten beiden Alben seiner Hauptband Periphery begann Sänger Spencer Sotelo still und heimlich mit den Arbeiten an einem Soloprojekt. Sotelo veröffentlichte ein paar Demos über Soundcloud, bevor er keinen Bock mehr auf die eingeschlagene Richtung hatte und die Songs ins Archiv packte. Immer wieder von Fans darauf angesprochen, grub er die Sessions vor ein paar Jahren erneut aus und entschloss sich, das King Mothership getaufte Soloprojekt zu komplettieren und neu abzumischen. Neun Jahre nach der ersten geschriebenen Note landet „The Ritual“ nun endlich.

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Elvis Perkins

Elvis Perkins – Creation Myths

Was war eigentlich vor dem ersten Album? Tatsächlich schrieb Elvis Perkins bereits vor seinem Debüt „Ash Wednesday“ einige Songs, die jedoch bestensfalls als Demos oder Open-Mic-Performances überlebten. Nach einer Soundtrack-Arbeit 2017 („The Blackcoat’s Daughter“, ein Film seines älteren Bruders Oz) ergab sich ein Fenster, bevor es zurück ans Songwriting gehen sollte. Perkins kramte im Archiv, grub neun Schätze aus und nahm diese neu auf. „Creation Myths“ wirft einen Blick zurück auf die Anfänge, aufgenommen mit modernem Auge.

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Sophia

Sophia – Holding On / Letting Go

Nach einem knappen Vierteljahrhundert – erstmals seit dem Debütalbum „Fixed Water“ – gibt es Sophia wieder im Bandformat. Der mittlerweile in Berlin wohnhafte Robin Proper-Sheppard hat sein Kollektiv aus wechselnden Musikern in ein halbwegs festes Line-up gepackt. Sicherlich mag das nur eine Momentaufnahme sein, doch das neue Basislager des musikalischen Nomaden und das frische kreative, personelle Umfeld bekommt Proper-Sheppard, wie auch Sophia, offenkundig gut. Ursprünglich für April angekündigt und aus bekannten Gründen mehrmals verschoben, entdeckt „Holding On / Letting Go“ das ‚Wir‘ des Lebens für sich und erkennt, dass man doch nie so ganz alleine ist.

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Jamie Lenman

Jamie Lenman – King Of Clubs

Hat da jemand ‚Trilogie‘ gesagt? Eine solche beschließt Jamie Lenman aktuell, obwohl entsprechende Pläne erst jetzt bekannt werden. Das Überalbum „Devolver“ und die experimentelle Cover-Platte „Shuffle“ erschienen nämlich ohne einen solchen Überbau. Nun liefert Lenman also das, wie er es nennt, Abschiedskapitel einer besonders kreativen und unterhaltsamen Zusammenarbeit mit Space, der unter anderem bereits für Idles und Black Futures produzierte. Das wütende und politische „King Of Clubs“ präsentiert sich bewusst als Minialbum, da der Musiker kein komplettes Album in diesem verstärkt an sein altes Betätigungsfeld Reuben erinnernden Stil hätte durchdrücken können.

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Aaron Taylor

Aaron Taylor – Icarus

In den Händen Aaron Taylors ist Soul ein lebendiges, atmendes, sich wandelndes Konstrukt. Der Newcomer transportiert Klänge aus den 70ern in das Hier und Jetzt, von vielschichtigen Neo-, Jazz-, RnB- und dezent elektronischen Einflüssen befeuert. Taylor sieht in dieser schweren, spaltenden Zeit die Chance für große Kunst. Ob sein Debütalbum „Icarus“ das ist? Die Platte über Intimität in den verschiedensten Formen nahm der Sänger und Songwriter in seinem eigenen Studio zuhause auf.

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