Kategorie: Reviews & Previews

Tusq – The Great Acceleration

Stolze fünf Jahre sind seit dem zweiten und bis dato letzten Tusq-Album vergangen. Die beiden Gründungsmitglieder Uli Breitbach und Timo Sauer hatten in der Zwischenzeit mit räumlicher Distanz, überaus aktiven Hauptbands und dem Austausch ihrer kompletten Rhythmusabteilung zu kämpfen. Nun geht dieses Herzensprojekt endlich weiter und somit in die ersehnte dritte Runde. Von Garage-Rock-Revival-Hausproduzent Gordon Raphael, u.a. für das Strokes-Debüt verantwortlich, aufgenommen, zeigt sich „The Great Acceleration“ fokussierter und leidenschaftlicher denn je.

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Hank von Hell – Egomania

Nach seinem Ausstieg bei Turbonegro im Sommer 2010 gründete Hank von Helvete die prominent besetzte, aber nur kurzlebige Band Doctor Strange & The Mercy Cult, veröffentlichte ein paar Singles hier und da, nahm am norwegischen Eurovision-Vorentscheid teil und verschwand danach für mehrere Jahre. Nun ist der ehemalige König des Death-Punk zurück. Als Hank von Hell wagt er den Neuanfang und erinnert – musikalisch wie optisch – an die apokalyptische Trilogie seiner ehemaligen Hauptband. „Egomania“ erfüllt sämtliche Erwartungen.

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The Blue Stones – Black Holes

Schon wieder so ein Power-Duo, das gemeinsam mehr Lärm macht als ausgewachsene Bands. Natürlich drängen sich gewisse Namen und Vergleiche auf, wenn man sich mit The Blue Stones konfrontiert sieht. Die beiden Kanadier spielen ihren Rock gerne bluesig und schwer, wirken tief in der Garage verankert. Zugleich spielen sie aber auch mit HipHop-Drumming und wagen krautig-psychedelische Exkurse – also doch nicht alles wie gehabt? „Black Holes“ macht für einen Aufgalopp schon mal recht viel richtig.

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Elektro Guzzi – Polybrass

Wenn sich Elektro Guzzi mit technoiden Klängen auseinandersetzen, dann klingt das immer ein wenig anders. Auf der Bühne kommen weder Loops noch Computer zum Einsatz, die drei Musiker bilden mit Gitarre, Bass und Drums ihre eigene Maschine. Seit der EP „Parade“ helfen nun auch drei Posaunisten bei den Wienern aus. Ihre Instrumente spielen sie allerdings keineswegs konventionell. Auf „Polybrass“ wirken sie durch konsequente Herauslösung aus ihrer ursprünglichen Rolle wie ein oszillierender Synthesizer.

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Royal Tusk – Tusk II

Kaum zu glauben, aber wahr: Was man im Kinder- und Jugendlichenalter tut, kann entscheidenden Einfluss auf den Rest des Lebens nehmen. Ob auch Höchstrichter davon gehört haben? Das Klopfen an der Tür des Nachbarhauses brachte den damals achtjährigen Daniel Carriere und Sandy MacKinnon zusammen. Aus einer Freundschaft wurde schließlich eine Band, die heute als Royal Tusk längst nicht nur die kanadische Heimat unsicher macht. Auf ihrem zweiten Studioalbum „Tusk II“ vereint das Quartett Hard Rock- und Alternative-Klänge.

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Say Lou Lou – Immortelle

Nach einem kurzen Major-Label-Flirt war es für das australisch-schwedische Zwillingsschwester-Duo Say Lou Lou an der Zeit, sich neu zu orientieren. Die beiden jungen Frauen zogen sich zurück und widmeten sich ein volles Jahr lang einem kreativen Rhythmus, schotteten sich fast komplett von der Außenwelt ab. „Immortelle“ heißt das Ergebnis und bewegt sich geschickt zwischen poppigen TripHop-Sounds und dezenten Indie-Elementen.

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Taskete! – Taskete!

Aren Emirze und Flo Weber machen seit jeweils 22 Jahren Musik. Ersterer war lange Jahre Mastermind der Noise-Könige Harmful, letzterer ist die Rhythmusmachine der Sportfreunde Stiller. 2013 kreuzten sich die Wege im Rahmen der Harmful-Abschiedstour, wo Weber das Drumtier gab, danach war erst einmal Ruhe. Und nun das: Taskete!, spontan entstanden aus Songideen, wie für den jeweils anderen geschaffen. Natürlich fühlt man sich ein wenig an das frühere gemeinsame Betätigungsfeld erinnert, und doch setzt es hier so viel mehr als reinen Noise Rock. „Taskete!“ ist zugleich auch der Titel des Debütalbums.

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How To Dress Well – The Anteroom

Was ein „Quell“ der Inspiration: Nach der Kür Trumps zum US-Präsidenten hatte Tom Krell mit einer depressiven Episode zu kämpfen. Aus dem Sumpf herausgezogen, begann er mit den Arbeiten an einem, wie er es nennt, betont langsamen Avantgarde-Dance-Album. Als How To Dress Well wählt er „The Anteroom“ als perfekten Titel für das Unerwartete und Unvorhersehbare. Dieser Bereich kann großartig und wunderschön sein, aber auch furchteinflößend und brutal. So verwundert es kaum, dass sich diese gute 57 Minuten zwischen beiden Welten hin- und herbewegen.

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Estrons – You Say I’m Too Much, I Say You’re Not Enough

Denglisch, diese grausame Verballhornung aus Deutsch und Englisch, von kollidierenden Sprachbarrieren begleitet, kennt man aus dem Alltag. Tatsächlich gibt es ein ähnliches Phänomen auch in Wales, wo ‚Wenglish‘ zu finden ist. Estrons ist ein solcher Begriff; heißt so viel wie „Fremde“, und passt eigentlich prima zum ersten Aufeinandertreffen von Talli Kallström und Rhodi Daniel – zwei Menschen mit grundverschiedenem Musikgeschmack und entsprechend unterschiedlichen Einflüssen. Und doch konnte man sich auf einen gemeinsam Sound einigen: kratzbürstig, gitarrenlastig, der Garage entsprungen. „You Say I’m Too Much, I Say You’re Not Enough“ ist der Titel des Estrons-Debüts.

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Glorietta – Glorietta

Matthew Logan Vasquez hatte eine Vision: einfach ein Album mit ein paar Freunden und talentierten Musikern aufnehmen, frei von jeglichen Zwängen, einfach nur machen. Teils kannte man sich, teils waren es erste Begegnungen, als sich die fortan als Glorietta bekannte Supergroup bestehend aus regionalen Folk-, Americana- und Singer/Songwriter-Größen zu einem Stelldichein traf. Musikalische Grenzen? Textlicher Leitfaden? Große Konzepte? Pustekuchen, denn auf „Glorietta“ hört man einfach nur sechs Musiker, die großen Spaß haben.

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