Kategorie: Reviews & Previews

Ezra Furman – Transangelic Exodus

Wo Ezra Furman aufschlägt, wird es spannend. In den letzten Jahren konsequent in die Retro-Schublade gesteckt, versucht der US-Amerikaner nun auszubrechen und mit seiner als The Visions reformierten Backing-Band neue musikalische Ufer zu erobern. Auf „Transangelic Exodus“ entwirft er einen kuriosen narrativen Faden, den er rund um seine Erfahrungen mit non-binärer Geschlechtsidentität, seinen jüdischen Glauben und das aktuelle politische Klima gesammelt hat.

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Orph – The Pryamid Tears Of Simba

Gäbe es Orph nicht, man müsste eine Band wie sie erst erfinden. Kunstprojekt und Dream-Pop-Bombasten zugleich, debütierte die Quintett aus Leipzig bereits 2012 mit „Poems For Kui“ und supporte im Anschluss unter anderem Phillip Boa und Casper. Mit „The Pyramid Tears Of Simba“ steht nun eine neue Großtat in den Startlöchern. Die poppig-fantasievolle Science-Fiction-Reise knüpft nahtlos und unwahrscheinlich bezaubernd an das Debüt an.

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And The Golden Choir – Breaking With Habits

Nach einem überaus produktiven Jahr mit Klez.e widmet sich Tobias Siebert nun wieder And The Golden Choir, seiner zweiten großen musikalischen Liebe. Hier trifft Pop auf verschiedenste avantgardistisch angehauchte Indie- und Art-Zustände, die schon mal an Radiohead oder Everything Everything erinnern. Klingt kauzig, weiß aber zu funktionieren: Auf „Breaking With Habits“ ist der Name Programm und das Überschreiten von Grenzen willkommene Begleiterscheinung.

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Simple Minds – Walk Between Worlds

Während Schottland heutzutage in populärmusikalischer Hinsicht alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist und viele gute bis großartige Bands, wie Franz Ferdinand, Biffy Clyro, Chvrches, oder Big Country, aus dem britannischen Norden stammen, sah die Lage Ende der 70er wesentlich düsterer aus. Lange Zeit galt Schottland hauptsächlich als Heimat des Dudelsacks – doch 1978 traten die Simple Minds auf die Bildfläche, und mit ihnen unzählige New Wave- und Pop-Hits, wie „Don’t You (Forget About Me)“, „Alive & Kicking“, „Belfast Child“ oder „Let There Be Love“. Auch wenn es um das Sextett um Sänger Jim Kerr zuletzt etwas ruhiger wurde, kann man dem letzten Studioalbum „Big Music“ eine hohe Qualität nicht absprechen und 2018 setzen sie mit „Walk Between Worlds“ noch mal einen drauf.

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Turbonegro – RockNRoll Machine

Kultig und zotig – nur wenige Bands vereinen diese beiden Begriffe so sehr wie Turbonegro. Happy-Tom und Konsorten rocken seit 1989 durch den Death-Punk-Zirkus, ihre großen Hits schreien nach Blut und stattlichen Seemännern. Mit dem Einstieg von Tony Sylvester wurde man ein wenig ruhiger, seit „Sexual Harassment“ sind knapp sechs Jahre vergangen. Auf „RockNRoll Machine“ wollen die Norweger alles anders machen und interpretieren alte Themen mit neuem Elan und deutlichem 80s-Faible.

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Hookworms – Microshift

Wenn eine Band, die selbst bevorzugt mit Konventionen bricht, urplötzlich gegen zuvor etablierte eigene Konventionen verstößt, beißt sich die Psych-Katze dann in den eigenen Schwanz? Hookworms stellen keine abstrusen Fragen, liefern aber auch keine Antworten. Das Quintett aus Leeds erklärte das Aufnahmestudio kurzerhand zum zusätzlichen Instrument und konzentrierte sich auf experimentelle musikalische Küche. „Microshift“ ist Psych und Pop, Kraut und Indie zu gleichen Teilen.

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Calexico – The Thread That Keeps Us

Joey Burns ging im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres unter die Wanderer. Während den Aufnahmen zum neuen Calexico-Album streifte er durch den Norden Kaliforniens, ließ sich vom weit offenen Land zu musikalischen Höchstleistungen inspirieren. Und doch ist dieses „The Thread That Keeps Us“ von privaten Ängsten und Hoffnungen gezeichnet, wie auch vom schwerfälligen und bedrohlichen politischen Klima – und zugleich so abwechslungsreich und kraftvoll wie schon lange nicht mehr.

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Tocotronic – Die Unendlichkeit

Im Nachhinein betracht, hatte das „Rote Album“ seine Schwächen. Tocotronics Flirt mit Pop pendelte zwischen Sternstunden und so mancher Schwäche. Für das mittlerweile zwölfte Studioalbum traut man sich erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder an (auto-)biographisches Material. „Die Unendlichkeit“ hört sich wie eine große Indie-Coming-of-Age-Geschichte, gekleidet in das etatmäßige Indie-Rock-Soundgewand aus der Ära vor der faszinierenden „Berlin“-Trilogie. Anders gesagt: retro, aber nicht zu retro.

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Nightmares On Wax – Shape The Future

George Evelyn ist unkaputtbar. 30 Jahre nach seinem Debüt als DJ und Breakdancer revolutioniert er als Nightmares On Wax nach wie vor die Electro-Szene. Mit seinem Mix aus Club, Dub, HipHop und Soul setzt die britische Legende einmal mehr Maßstäbe. Für „Shape The Future“, das mittlerweile achte Studioalbum, lud Evelyn allerlei Nachwuchshoffnungen zu einer gewaltigen Jam-Session ein.

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Tiny Moving Parts – Swell

Im Mai 2016 packten Tiny Moving Parts mit „Celebrate“ einen kleinen Leckerbissen für Emo-Fans aus, schön über verschiedenste Genres und Epochen gestreckt. Es war bereits das dritte Album der Herren aus Minnesota und zugleich ein mächtiges Versprechen für die Zukunft. Dieses löst das Trio nun in Form von „Swell“ ein. Noch kürzer als zuletzt – knapp 32 Minuten Spielzeit -, noch schroffer, noch eingängiger, noch gefühlvoller, noch verkopfter.

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