Kategorie: Reviews & Previews

Avi Buffalo – At Best Cuckold

Avigdor Zahner-Isenberg hatte 2010 kaum seinen High School-Abschluss in der Tasche, als sein Debütalbum unter dem Pseudonym Avi Buffalo via Sub Pop erschien. Anfangs noch als Band aufgetreten, arbeitet der heute 23jährige zwar nach wie vor mit verschiedenen Freunden zusammen, steht mittlerweile aber weitestgehend alleine an vorderster Front. Nach einer ungewöhnlich langen Auszeit, die der Kalifornier mit Studium und, wie er es nennt, extensivem Abhängen verbrachte, begibt er sich auf „At Best Cuckold“ abermals auf die Suche nach der Kraft des Sound, abermals im weitläufigen Indie Pop/Rock-Bereich angesiedelt.

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Lasse Matthiessen – Wildfires

TV Noir ist zu einer Art Institution für Indie-Chic geworden. Seit mittlerweile fünf Jahren bietet das Musik-Format etablierten Künstlern wie auch Newcomern eine Plattform im Rahmen ungemein populärer Live-Sessions, aus denen eine Reihe an Compilations hervorgegangen sind. Nun hat TV Noir sein eigenes Label und veröffentlicht zum Einstand „Wildfires“, das vierte Album des dänischen Musikers Lasse Matthiessen. Der Wahlberliner, längst TV Noir-Veteran, emanzipiert sich mutig von seinen minimalistischen Folk-Wurzeln.

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Jenny Hval & Susanna – Meshes Of Voice

Zwei der feinsten Stimmen Norwegens wagen sich gemeinsam auf avantgardistische Pfade. Susanna, Gründerin des Duos Susanna And The Magical Orchestra, arbeitete mit so unterschiedlichen Künstlern wie John Paul Jones (Led Zeppelin), Bonnie „Prince“ Billy und Jeremy Gara (Arcade Fire) zusammen; ihre Songs waren unter anderem in „Grey’s Anatomy“ zu hören. Jenny Hval hingegen versteht sich auf experimentelle Popmusik, sie ist unter anderem auch als Künstlerin und Schriftstellerin tätig. Gemeinsam weben sie nun Netze von Stimmen, „Meshes Of Voice“.

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Robert Plant – lullaby and… The Ceaseless Roar

Der Kreis schließt sich und bleibt doch weit geöffnet: Nach dem mehrfach ausgezeichneten Duett-Album „Raising Sand“ mit Alison Krauss sowie dem weitestgehend folkigen, introvertierten „Band Of Joy“ geht Robert Plant zwei Schritte zurück, um derer drei vorwärts zu gelangen. Seine Band heißt nun The Sensational Space Shifters und besteht aus Musikern, mit denen Plant teils schon vor dieser Roots- und Americana-Episode zusammenarbeitete. Auch musikalisch orientiert sich „lullaby and… The Ceaseless Roar“ überwiegend (aber nicht ausschließlich) an den Werken vor dieser Zeit; gewisse Überraschungen inklusive.

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Interpol – El Pintor

Mit Spannung wurde das erste Interpol-Album nach dem Ausstieg von Bassist und Leitfigur Carlos Dengler erwartet. Ob es diese Platte überhaupt geben würde, das wussten die drei verbliebenen Mitglieder selbst einige Zeit nicht, und widmeten sich erst einmal Neben- bzw. Soloprojekten. Als man sich schließlich wieder im Studio einfand, schnallte sich Sänger Paul Banks den Viersaiter um und löste den entstandenen Engpass personell wie kreativ. „El Pintor“, das ist nicht nur spanisch für „der Maler“, es ist außerdem ein Anagramm des Bandnamens und zugleich Sammlung der lichtesten Momente im stilisierten Nebel, der seit zwölf Jahren das Land verhüllt.

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The Kooks – Listen

2006 waren The Kooks in aller Munde. Ihr Debütalbum „Inside In/Inside Out“ warf einen Hit nach dem anderen ab und machte das Quartett zu Liebkindern des jüngeren Indie-Publikums. Die vom unbeholfenen Teenie-Image angezogenen Kritiker fühlten sich bestätigt, als die beiden Folgeplatten kaum neue Ideen zu bieten hatten und Lineup-Wechsel das Bandgefüge ordentlich durcheinander wirbelten. Ungemein lässig schütteln The Kooks die Seuche ab und legen mit „Listen“ ein überraschend ambitioniertes Werk vor.

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Die Sterne – Flucht in die Flucht

Raus aus der Disco, rein in die Realität: Die Sterne haben ihre intensive Affäre mit dem Club von „24/7“ beendet und kehren zurück zu alten Ufern. Mehr als vier Jahre nach der buntesten Platte der mehr als zwei Dekaden andauernden Bandgeschichte kehren Frank Spilker, Thomas Wenzel und der in Berlin lebende Christoph Leich zurück in den Hamburger Hafen. Unabhängig davon, wie man zum mutigen Vorgänger steht: „Flucht in die Flucht“ fühlt sich wie Heimat an.

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Fenech-Soler – Rituals

Wenn mit elfmonatiger Verspätung „Rituals“, das zweite Album von Fenech-Soler, endlich auch in Deutschland auf CD erscheint, muss man dann von einem alten Hut sprechen? Ganz unrealistisch ist dieser Gedanke auf dem Papier nicht, und doch würde man der Musik der vier Briten, die einst, aus dem Schatten von Groove Armada tretend, ihr eponymes Debüt und Hits wie „Stop And Stare“ oder „Lies“ auf das feierwütige Publikum losließen, nicht gerecht werden. Im Gegenteil: die weitestgehend elektronisch befeuerte Genre-Bender-Mucke wirkt nach wie vor frisch.

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J Mascis – Tied To A Star

J Mascis ist ein vielbeschäftigter Mann. Neben Dinosaur Jr., Sweet Apple und diversen Gastauftritten kümmert sich der Gründervater des Alternative Rock-Genres auch um seine Solokarriere. 2011 erschien das smarte „Several Shades Of Why“, eine weitestgehend akustische Platte, die Mascis mit einigen Freunden einspielte. An diesem Rezept hat sich wenig geändert. Gemeinsam mit Musikern von Black Heart Procession und Cat Power wurde „Tied To A Star“ aufgenommen, ein weiteres Singer/Songwriter-Album mit Liebe zum Detail.

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PHOX – PHOX

In einer Stadt, wo ein „Fahr mit deinem Traktor zur Schule“-Tag zu den Highlights zählt, gibt es, so würde man meinen, wenig zu tun. Die Rede ist von Baraboo im Westen Wisconsins, Heimat von PHOX. Das Sextett kennt sich seit der Highschool, driftete zwischenzeitlich auseinander durch weiterführende Schulen und Jobs, bevor man sich letztlich doch wieder in der Heimat traf und gemeinsam ein Haus bezog. Hier wurde das Fundament zum eponymen Debütalbum gelegt und jener Sound kreiert, der Schubladendenker vor Rätsel stellt.

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