Billy Talent – Dead Silence

Eigentlich hätten Billy Talent im Vorfeld der Aufnahmen zu ihrem vierten Album beflügelt sein müssen: Auch wenn „Billy Talent III“ nicht ganz das Niveau seiner Vorgänger halten konnte und mit der verfeinerten Ausrichtung für ein wenig Verwirrung unter Fans und Kritikern sorgte, hielt man sich dennoch in der Erfolgsspur. Die Einnahmen wurden in ein eigenes Aufnahmestudio gesteckt, doch dann das: Sänger Ben Kowalewicz hatte mit einer fiesen Schreibblockade zu kämpfen, Gitarrist und Haupt-Songwriter Ian D’Sa erlebte ebenso eine kleine kreative Dürreperiode und zu allem Überfluss musste sich der ohnehin MS-kranke Drummer Aaron Solowoniuk einer Operation am offenen Herzen unterziehen, nachdem er die Schlagzeugspuren bereits eingespielt hatte. Erholt hat er sich erstaunlich schnell und fühlt sich aktuell in Topform. Dass diese schwierigen Umstände die Kanadier, persönlich wie musikalisch, reifen ließ, stellt „Dead Silence“ unter Beweis.

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The Heavy – The Glorious Dead

Werbespots, Fernsehserien, Film-Soundtracks – „How You Like Me Now?“ ist auch drei Jahre nach Release omnipräsent. The Heavy aus Bath aber auf diesen einen Song aus ihrem zweiten Album „The House That Dirt Built“ zu reduzieren, wäre fatal. Nicht nur, dass man mit der eingängigen, eigenwilligen Mischung aus Rock, Soul, RnB und Funk nach wie vor eine Ausnahmestellung im Musikzirkus einnimmt, starke Songs hat das Quartett en masse im Gepäck. Mehr davon gibt es nun auf „The Glorious Dead“, das Album nach dem großen Aufmerksamkeits-Boom. Von ‚playing it safe‘ hält man jedoch nichts.

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Die Orsons feat. Cro – Horst & Monika

Es ist eine Geschichte wie aus einer anderen Welt: Horst schließt sich nach einer grauenvollen Kindheit der NPD an, um so etwas wie Zugehörigkeitsgefühl zu empfinden. Wohl fühlt er sich jedoch nicht, hasst seine raue, haarige Haut und trifft sich heimlich mit Männern. Schließlich fasst er allen Mut zusammen, bekennt sich zu seiner Transsexualität, tritt bei der NPD aus und wird zu Monika Strub, mittlerweile Mitglied der Linkspartei und im Herbst 2010 Landtagskandidatin für den Kreis Emmerdingen. Würde man diese Geschichte nicht kennen, man müsste den Orsons eine blühende Fantasie attestieren, wenn man sich mit ihrer neuen Single „Horst & Monika“ erstmals auseinandersetzt.

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Blumentopf feat. Pohlmann. – Bin dann mal weg

Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens sind Blumentopf präsenter denn je. Ihre Raportagen erfreuten sich größter Beliebtheit, dazu läuft aktuell eine 18teilige Vlog-Serie, mit der „Nieder mit der GbR“, das am 21. September erscheinende siebte Studioalbum, groß angekündigt wird. Eingeläutet wird der Nachfolger des starken „Wir“ durch „Bin dann mal weg“, eine Art Aussteiger-Hymne, die die Mühen des Alltags hinter sich lässt und dafür den Labelkollegen Pohlmann. ins Studio einlädt.

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XAVAS

XAVAS – Schau nicht mehr zurück

Wenn sich zwei in ihrem Genre überaus erfolgreiche Künstler für ein gemeinsames Projekt zusammentun, sind das schon mal keine allzu schlechten Vorzeichen. Mit Rapper Kool Savas und Soulsänger Xavier Naidoo haben sich zudem zwei gefunden, deren Stilrichtungen auch noch überaus gut miteinander harmonieren. Dabei führt ihr gemeinsamer Weg sogar bis ins Jahr 2004 zurück, als Naidoo auf dem Album „Rapper’s Delight“, das von Savas ausführend produziert wurde, gleich doppelt vertreten war. Seitdem nahm man immer mal wieder gemeinsame Songs auf und eine laut eigener Aussage tiefe Freundschaft entstand. Diese soll mit dem Projekt XAVAS nun ihren vorläufigen Höhepunkt finden. Mit der Single „Schau nicht mehr zurück“ treten sie nicht nur beim diesjährigen Bundesvision Song Contest für Baden-Württemberg an, sondern setzen im deutschsprachigen RnB- und HipHop-Business einige frische Akzente.

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Azure Ray – As Above So Below

Für Azure Ray ist es Zeit geworden, zu neuen Ufern aufzubrechen; jene Ufer, die sie vor zwei Jahren mit ihrem Comeback- bzw. Reunion-Album „Drawing Down The Moon“ erneut betraten. Orenda Fink und Maria Taylor weichen nun von ihrem bislang kultivierten, verträumten, verzauberten Folk Pop ab, um sich deutlich elektronischeren Klängen zu widmen, inspiriert durch Künstler wie James Blake, Nicolas Jaar und Apparat. Produziert und in Szene gesetzt von Andy LeMaster (Bright Eyes, Now It’s Overheard) und Finks Ehemann Todd (The Faint), entstand das Mini-Album „As Above So Below“ mit sechs Songs, die sich einem minimalistisch-elektronischen Klangbild widmen, ohne dabei aus der für Azure Ray typischen Traumwelt aufzuwachen.

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Daughter – Smother

Mit gerade einmal zwei EPs im Gepäck haben sich Daughter einen respektablen Namen bei Bloggern und Feinschmeckern erspielt. Das Trio aus dem Norden Londons verkaufte zuletzt die Assembly Hall mit 700 Leuten restlos aus, die beiden Releases „His Young Heart“ und „The Wild Youth“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Aktuell ist man auf diversen Festivals (am 7. September auch in Berlin) unterwegs und nimmt nebenbei obendrein das Debütalbum auf. Was man davon erwarten kann, deutet die Single „Smother“, mit der man bei 4AD Einstand feiert, an.

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Ewig – Ein Schritt weiter

Wer sind Ewig? Mit dem Aufkommen von Juli, Wir sind Helden, MIA. und Co. erlebte die Neue Deutsche Welle eine Art Wiedergeburt. Der Trend schien jedoch nach wenigen Jahren bereits wieder abzuflauen – scheinbar: Mittlerweile entwickelt quasi die zweite Generation der muttersprachlichen Musiker: Cro schwimmt gerade auf der Erfolgswelle, Frida Gold arbeiten am zweiten Album und die Ewigs stehen mit der Debütsingle „Ein Schritt weiter“ in den Startlöchern. Die Mitglieder des Trios sind allesamt keine Unbekannten.

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Jack Ladder – Hurtsville

Geht eine Stimme um die Welt, muss sie etwas Besonderes in sich tragen. Oder einen langen Weg nehmen, zum Beispiel aus Australien. Auf Jack Ladder trifft beides zu. Sein Bariton trägt die Tiefe eines Lebensweisen, deren Geist die eindringliche Atmosphäre von „Hurtsville“ irgendwo im nirgendwo auffängt, einen Teil des eigenen Herzens ausschüttet und so das Album unnachgiebig seinem ambienten Independent Sound überlässt. Wäre da nicht dieses Nick Cave typische Timbre – ein Zwiespalt zwischen Vorfreude und Verhängnis?

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